Nö: FF Maria Enzersdorf → Tagebuch zum 24h-Tag der Jugendgruppe → „hauptberuflich Feuerwehrmann"

MARIA ENZERSDORF (NÖ): Ein besonderes Highlight für die Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Maria Enzersdorf organisierte das zuständige Betreuerteam um LM Markus Polzer am 18. & 19. März 2017. Der 24h-Tag, unter dem Motto „hauptberuflich Feuerwehrmann“, stand an diesem Wochenende am Programm.


Wahnsinnig aufgeregt und in erwartungsvoller Begeisterung traten die 12 teilnehmenden Burschen am Samstagnachmittag ihren „Dienst“ an. Gegen 15:00 Uhr begrüßte Kommandant-Stv. BI Martin Gall die anwesenden Jugendlichen und deren Eltern sowie die unterstützenden Mitglieder aus der Aktivmannschaft, bevor die Schlafplätze für die Nächtigung im Feuerwehrhaus und weitere Vorbereitungen getroffen wurden.


Noch im Zuge dieser organisatorischen Tätigkeiten schrillten auch schon die, speziell für diesen Event programmierten und ausgegebenen, Personenrufempfänger (Pager) der Kids. Abzulesen war eine Einsatzmeldung zu einer Fahrzeugbergung nach einem Verkehrsunfall, im Bereich der Zufahrtsstraße zur Burg Liechtenstein. Recht professionell wirkend wurde nicht lange gezögert, die persönlichen Schutzbekleidungen geschnappt und die zugeteilten Einsatzfahrzeuge besetzt. Dass zu diesem und allen weiteren Einsätzen, im öffentlichen Straßenverkehr, nicht unter Verwendung des Blaulichtes sowie den Sondersignalen gefahren wurde, sorgte bei den Jugendlichen für eine kurze Enttäuschung, was aber bei Beachtung der eingehaltenen, gesetzlichen Bestimmungen völlig klar und verständlich ist. Zur zusätzlich, optischen Absicherung der jeweiligen Einsatzstellen wurde das Blaulicht, in den abgesperrten Bereichen, in Verwendung gebracht. In hervorragender Zusammenarbeit der eingespielten Jugendgruppe, konnte die geforderte Hilfeleistung reibungslos erledigt werden, bevor der gemeinsame Einkauf sowie die Zubereitung des Abendessens folgten.


Die letzten Stücke der selbstgemachten Pizza noch auf den Tellern, wurde die Jungmannschaft gegen 20:00 Uhr erneut alarmiert. Aufgrund der inszenierten Meldung über einen Kellerbrand im Pfadfinderheim Südstadt, war die erhöhte Anspannung deutlich bemerkbar. Trotz der gerechten Nervosität, konnten die Fahrzeuge rasch die Halle verlassen. An der Adresse, im EKZ Südstadt, wurden die Schläuche verlegt und der Löscheinsatz vorbereitet. Wer wollte durfte Atemschutzmasken aufziehen und in den „brennenden“ Keller vorgehen. Dort musste eine abgängige Person – in diesem Fall eine Puppe – gefunden, gerettet und aus dem Gebäude gebracht werden. Auch diese Herausforderung konnte bravourös und erfolgreich gemeistert sowie der Brand im Keller gelöscht werden.

Wie auch im realen Einsatzdienst der Feuerwehr nötig, musste natürlich im Anschluss auch hier die erforderliche Nacharbeit geleistet werden. Verwendete Geräte wurden gereinigt und auf Funktionalität geprüft sowie Verbrauchsmaterialien neu aufgepackt, um die Einsatzbereitschaft so rasch wie möglich wiederherzustellen.


Gut so, denn es dauerte nicht lange, mussten die Jungs erneut ausrücken. Ein Bewohner des Seniorenzentrums Schloss Liechtenstein kam abends nicht zurück und wurde als abgängig gemeldet. Ausgerüstet mit Wärmebildkameras und ausreichend Beleuchtungsmittel durchkämmten die Burschen der Feuerwehrjugend den umliegenden Wald. Im Bereich des Amphitheaters am Kalenderberg konnte der betagte Herr – gespielt von einem Mitglied der Aktivmannschaft – aufgefunden werden.

Nun war es aber höchste Zeit, die wohlverdiente Nachtruhe anzutreten. Vielleicht ein klein wenig erschöpft gingen die Jugendlichen zu Bett und nur wenige Augenblicke später herrschte völlige Stille im Schlafsaal, dem um funktionalisierten Jugendraum im Feuerwehrhaus.


Weil bei der Feuerwehr bekanntlich die Uhrzeit für Hilfeleistungen prinzipiell keine Rolle spielt, wurde die nächtliche Ruhe, etwa gegen 3 Uhr Früh, unsanft gestört. Wieder schrillten die Pager, weil die automatische Brandmeldeanlage im Kinderbetreuungszentrum ausgelöst hat. Etwas verträumt aber topmotiviert, konnte die Jugendgruppe rasch die Fahrzeuge besetzen und die Einsatzadresse in der Franz Josef-Straße erreichen. Unterstützt von den Mitwirkenden der Aktivmannschaft, wurde der betreffende Melder ausfindig gemacht und eine angebrannte Semmel in einem Backofen vorgefunden.

Rasch wieder zurück in den Betten konnte anschließend durchgeschlafen werden. Auf ein wenig Morgensport, folgte ein ausgiebiges Frühstück im Aufenthaltsraum des Feuerwehrhauses. Kaum zu glauben, dass die Burschen trotz des ungewohnten und recht stressigen Verlaufs der Nacht völlig fit in den Sonntag starteten und die folgenden Tätigkeiten mit anhaltender Motivation erwarteten. Wenn zwischen dem häufigen Einsatzaufkommen ein wenig Zeit gefunden werden konnte, übte die Gruppe noch fleißig für den bevorstehenden Wissenstest am 1. April.

Es kehrte nun etwas Ruhe ein und ein spezieller Gast durfte im Feuerwehrhaus Maria Enzersdorf begrüßt werden. Ein befreundeter Kollege, hauptberuflich Feuerwehrmann, stattete der Jugendgruppe einen Besuch ab, um vom Arbeitsalltag auf einer Feuerwache zu erzählen. Gespannt und sehr interessiert am Gespräch konnte viel Wissenswerte über den Beruf des Feuerwehrmannes erfahren werden.


Als die Jungs dann gedanklich eigentlich schon beim Mittagstisch saßen, musste schnellstmöglich reagiert werden, weil ein schwerer Verkehrsunfall, mit einer eingeklemmten Person, gemeldet wurde. Am Hausberg angekommen, fand die Mannschaft eine ungesicherte Unfallstelle vor und startete sofort mit der Absicherung des Gefahrenbereiches. Der erforderliche Brandschutz wurde aufgebaut und die nötigen Gerätschaften, für die Maßnahmen zur Menschenrettung, vorbereitet. Mit vereinten Kräften und abwechselnder Tätigkeit am hydraulischen Rettungsgerät wurde das Einsatzziel bald erreicht. Der Fahrzeuglenker, dargestellt durch eine Puppe, konnte schonend aus dem Fahrzeug befreit und dem erdachten Rettungsdienst übergeben werden.

Nach der Geräteversorgung am Einsatzort sowie anschließend im Feuerwehrhaus wartete bereits das ersehnte Mittagessen auf die fleißigen und hungrigen Burschen. In fröhlicher Geselligkeit unterhielt man sich dabei über die vergangenen Stunden im „Dienst“ und freute sich auf die geplante Abschlussübung am Nachmittag. Schließlich waren hierzu auch die Familien der tapferen Kids herzlich eingeladen und auch einige Besucher wurden erwartet.


Dabei hatte es die junge Einsatzgruppe nun mit echtem Feuer zu tun. Am Kompostplatz der Marktgemeinde Maria Enzersdorf stand ein PKW in Vollbrand. Von Eltern, Geschwistern und weiteren Zuschauern beobachtet, wurde ein Löschangriff über zwei Tanklöschfahrzeuge vorbereitet und anschließend mit großem Eifer durchgeführt. Nach der erfolgreichen Bekämpfung des Brandes stand der große, gerechtfertigte Stolz im Vordergrund und konnte an den Augen jedes einzelnen Jugendfeuerwehrmannes abgelesen werden.

Es war geschafft! Der 24h-Tag, unter dem Motto „hauptberuflich Feuerwehrmann“, geht zu Ende und auch seitens des Betreuerteams kann mit Stolz darauf zurückgeblickt werden. Beeindruckt von der ganz starken Leistung der internen „Talentschmiede“, fand das Betreuerteam ausschließlich lobende Worte beim Tagesabschluss an der letzten Einsatzstelle.

Jugendbetreuer LM Markus Polzer gratuliert „seiner Mannschaft“ zur geleisteten Arbeit, aber auch zur hervorragenden Kameradschaft sowie zum ausgezeichneten Zusammenhalt innerhalb des Teams. Es folgten Dankesworte an die Eltern und an die mitwirkenden Kameraden der Aktivmannschaft für die Ermöglichung, Umsetzung und Unterstützung für und bei diesem großartigen Event.

Noch an Ort und Stelle wurde mit Vorfreude ein erneuter 24h-Tag, für die Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Maria Enzersdorf, im kommenden Jahr beschlossen!

Fotos: Herbert Wimmer, Florian Zach & Florian Zeilinger

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