Nö / Wien: Feuerwehr Grafenwörth im Einsatz bei den Beach Major Series 2019 in Wien

GRAFENWÖRTH (NÖ) / WIEN: Die Sonne brennt heiß, die Volleyballfans machen Stimmung, die Mannschaften aus aller Welt kämpfen um den Sieg und mittendrin haben 11 Feuerwehrleute die Zeit ihres Lebens.


„Daran geglaubt, dass die Aktion was wird, hat niemand so wirklich“, berichtet Pressesprecher Manfred Ploiner von der Feuerwehr Grafenwörth. „Eines Abends kam im Feuerwehrhaus die Idee auf, bei einem Gewinnspiel der Fa. Eskimo mitzumachen, bei denen man Tickets für ein Beachvolleyballturnier gewinnen konnte und als ersten Preis, dass man die so genannte Beachfeuerwehr sein durfte. Alles was wir brauchten waren acht Namen und ein Foto!“.

Uraltfoto wegen geplatztem Fototermin
Die acht Kameraden zur Aufstellung der Beachfeuerwehr waren in der allgemein guten Stimmung des besagten Abends schnell gefunden. Als Treffpunkt für die Anfertigung eines aussagekräftigen Fotos hatte man den nächsten Tag vereinbart. „Bloß kam dann niemand außer mir zu dem Fototermin, da hatte ich das alles schon abgeschrieben“, schmunzelt Ploiner. „Um die Frist nicht verstreichen zu lassen und zumindest eine Aussicht auf den 3. Platz zu haben (Gratistickets für das Event) habe ich dann einfach ein uraltes Foto gepostet von einem Besuch unserer Partnerfeuerwehr, wo deren Feuerwehrzille unter bis heute ungeklärten Umständen gesunken ist. Das dann garniert mit einem herzerwärmenden Text über die arme Feuerwehr Grafenwörth, die sich keine Boote ohne Löcher leisten kann und fertig war die Bewerbung!“

Sensationell: Hauptgewinn nach Grafenwörth

Nur zwei Tage später klappten dann einige Kinnladen herunter, als die Verständigung der Fa. Eskimo über den Hauptgewinn eintraf, die FF Grafenwörth war nun die Beachfeuerwehr 2019. Die Sache hatte aber auch einen Haken: Um den Gewinn einlösen zu können, mussten binnen 48 Stunden acht verbindliche Zusagen vorliegen, von Feuerwehrleuten, die in Summe fünf Tage in Wien verbringen würden, um das Beachvolleyballevent zu begleiten. „Das war eine echte Herausforderung, von den anfangs acht Kameraden hatte ja kaum wer damit gerechnet, gleich den Hauptgewinn abzustauben. Außerdem waren es nur noch zwei Wochen bis zum Event und etliche mussten erst die Urlaubspläne mit ihrer Firma abstimmen“, berichtet Sabine Steinkellner, die kurzerhand zur „Beach-Einsatzleiterin“ ernannt wurde.


Einen Tag später alles geklärt
Gerade mal einen Tag später konnte jedoch alles geklärt werden: Zwei Grafenwörther Feuerwehrfrauen und sechs Feuerwehrmänner standen bereit. Dann ging auch schon alles „Schlag auf Schlag“. Am Dienstag in der Turnierwoche vom 30.07. bis 04.08.2019 reiste die Truppe zur Einschulung nach Wien und traf dort auf drei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Klagenfurt-St. Peter, die vor Ort für die Wasserversorgung eingeteilt waren. Da das Event bis vor kurzem noch jährlich in Klagenfurt stattfand, bestehen hier beste Kontakte seitens des Veranstalters.

Fankühlung per Wasserwerfer

Steinkellner: „Unsere Aufgabe bestand darin, die Volleyballfans in der Hitze mit stationären Wasserwerfern abzukühlen. Einerseits natürlich zum Spaß, andererseits zeigte die Erfahrung des Veranstalters aber auch, dass man damit Hitzschlägen, etc. sehr gut vorbeugen kann!“ Unterstützung dafür kam von den Splashgirls – eigens für das Event engagierte Cheerleader der bekannten Milleniumdancers, die gemeinsam mit den Feuerwehrleuten die Wasserwerfer bedienten. Die Wasserwerfer bestanden aus AWG-Hohlstrahlrohren mit Stützkrümmern – Gerät, das der Feuerwehr Grafenwörth aus jahrelangen Übungen bestens vertraut ist.


Kommunikation per Funk
Koordiniert wurde die gesamte Aktion per Funk, die Feuerwehrleute hatte man zu diesem Zweck extra mit einem Funksystem ausgerüstet. Damit verbunden war aber auch noch eine durchaus ernstgemeint Verpflichtung: „Da die Splashgirls keine Funkgeräte hatten, waren wir auch für deren Sicherheit im Evakuierungsfall verantwortlich, z.B. bei Gewittern. Hier mussten wir auch einmal tatsächlich eingreifen, während die Beacharena am Donnerstag sicherheitshalber geräumt wurde“, erzählt Sabine Steinkellner weiter. Wirklich gestört hat diese Verpflichtung freilich niemanden aus der Feuerwehrtruppe.

Doch anstrengender Hauptgewinn
Bei teils extremer Hitze und einem täglichen, durchgehenden Dienst an den Wasserwerfern, stellte sich der Hauptgewinn als doch recht anstrengend heraus. Fa. Eskimo hatte jedoch dafür gesorgt, dass die Stimmung trotzdem ständig am Siedepunkt blieb: Im Gewinn inkludiert war ein ausgezeichnetes Hotel inkl. Frühstück, eine ordentliche Spesenkassa für Abendaktivitäten, Verpflegungsgeld für jeden Tag, so viel Eskimo-Eis wie man nur essen konnte und außerdem zusätzlich noch 2.000 € Preisgeld für die Feuerwehr Grafenwörth. Die eigens angefertigten Shirts und Hosen durften die Beachfeuerwehrleute außerdem als Souvenir behalten.


Unbeschreiblicher Mega-Event

Doch nicht nur am Centercourt gab es allerhand Spannendes zu erleben, auch rundherum hatten sich die Veranstalter um ein gewaltiges Unterhaltungsprogramm bemüht: Wasserspiele, Publikumsevents, kostenlose Goodies, ein Kältebad inkl. zugehöriger Challenge, Darbietungen der Steyr-Traktor-Dancers (aus Gran Canaria) und sogar ein Ninja-Parcour wurden geboten, um nur ein paar Gustostückerl zu nennen. Da immer nur vier Beachfeuerwehrleute gleichzeitig an den Wasserwerfern standen, hatten die anderen inzwischen viel Zeit um die Nebenaktivitäten auszuprobieren.

„Was dort los war, das kann man sich auf den Bildern und Videos nicht vorstellen“, zieht Gerald Lindner Bilanz. „Tausende Fans, angetrieben von exzellenten Ansagern, machten eine gewaltige Stimmung. Die Schlange am Eingang reichte jeden Tag viele hundert Meter weit. Ganz anders als bei einem Fußballspiel, wo die Fans nur ihre jeweilige Mannschaft bejubeln, ist am Beachvolleyballplatz einfach immer eine Megastimmung gewesen, egal wer gespielt hat! Allein das ist schon ein Erlebnis, dass man nicht so schnell vergisst!“, freut sich Lindner.
Aber auch nach Dienstschluss ließ man die gute Stimmung nicht abreißen. „Wir und die Kameraden aus Kärnten hatten einen Deal: Was in Wien passiert, bleibt in Wien!“, lacht Lindner. „Natürlich stand ein Besuch im Prater am Programm, Autodromfahren, eine Go-Kart-Bahn und auch ein Besuch im Schweizerhaus. Verstanden haben wir uns alle sofort, die Feuerwehr verbindet eben immer und überall!“

Kuriose Zwischenfälle durften nicht fehlen

Auch einige kuriose Zwischenfälle werden in Erinnerung bleiben: So musste eines der Splashgirls ihren Pom-Pom nach einem Feuerwehrmann werfen, um sich verständlich zu machen und ein besonders motivierter Gast bot gar eine Stange Geld, um einmal den mit den Splashgirls auf dem Turm stehen zu dürfen. Als der geworfene Pom-Pom dann im Publikum verloren ging, entbrannte auch gleich eine Diskussion, wer diesen jetzt zurückbringen dürfe – die Feuerwehr hielt sich da lieber raus.
Die Beach Major Series tourt jedes Jahr durch Europa und bietet neben internationalen Starteams auch immer lokalen Herausforderern die Chance um den Sieg mitzuspielen. Nach Abbruch der Zelte in Wien ging’s direkt weiter nach Moskau. Dazu Lindner: „Die Wasserwerfer werden’s dort wohl durch Flammenwerfer ersetzen müssen… *lacht*… Wir freuen uns aber schon wieder darauf, wenn die Major Series 2020 nach Wien zurückkehrt. Wenn nicht auch nächstes Jahr als Beachfeuerwehr, dann kommen wir aber garantiert als Zuschauer wieder in die Beacharena!“


Fotos: FF Grafenwörth & Eskimo

 

Opens external link in new windowFreiw. Feuerwehr Grafenwörth


Email senden


DAS AKTUELLE TOP-FOTO
DAS AKTUELLE TOP-FOTO

WETTERWARNUNGEN


DAS Feuerwehr-Fachmagazin

Feuerwehrmagazin Brennpunkt
GRATIS TESTEN!


Feuerwehr-Lifestyle

Brandheiß
Kostenlos testen!


Fiwo-Support bei Amazon

Fiwo-Support bei Amazon