Oö: Große Hochwasser-Katastrophenschutzübung am 30. November 2018

LINZ (OÖ): Österreichs bisher größte Hochwasser-Einsatzübung stand am 30. November 2018 in Oberösterreich, Niederösterreich und Wien am Programm. Zu diesem Anlass wurde im Landes-Feuerwehrkommando Oberösterreich auch die Technische Einsatzleitung-Land (TEL Land) hochgefahren. Der eben nach der Renovierung erst neu fertiggestellte Lehrsaal 1 bestand dabei seine Feuertaufe.


«Die Hochwassersituation in Oberösterreich hat sich in den letzten beiden Tagen massiv zugespitzt. Inzwischen stehen zahlreiche Feuerwehren im Einsatz, wobei sich die Hilfeleistungen primär auf die am meisten betroffenen Bezirke Eferding, Grieskirchen, Linz-Land, Linz-Stadt, Perg, Urfahr-Umgebung, Schärding und Rohrbach konzentrieren.

Der landesweite Großeinsatz hat mit Wirkung vom 22. Juni zur Folge, dass im Oö. Landes-Feuerwehrkommando in Linz die sogenannte „Technische Einsatzleitung-Land“ (TEL-Land) eingerichtet worden ist, um die weiteren Maßnahmen landesweit zu unterstützen bzw. zu koordinieren. „Aufgrund der aktuellen Entwicklungen muss mit einer weiteren Ausdehnung der Katastrophenlage gerechnet werden“, informiert der Technische Einsatzleiter Land, LBDSTV Robert Mayer, MSc.» 

Bundeslandübergreifende Übung

Das war die Ausgangsmeldung, mit der die Oberösterreichischen Feuerwehren und deren Organe über den eingerichteten Stab anlässlich der am 30. November 2018 stattgefundenen Hochwasserkatastrophenschutzübung fiktiv informiert worden sind bzw. die Arbeit in der TEL-Land aufgenommen worden ist.

Angenommen wurde dabei eine Hochwasserlage, die in ihrem Ausmaß jene aus dem Jahr 2013 übertrifft und somit für entsprechende Einsätze in Ober- und Niederösterreich sowie in Wien sorgt. Die Donau tritt dabei vom Bezirk Schärding bis Hainburg über die Ufer, eine Flutwelle schwappt über das Land. Auf der Linzer Traun-Brücke entgleist ein Güterzug, die giftige Fracht gelangt ins Wasser. Treibgut schlägt ins Tanklager Korneuburg ein, wo drei Millionen Liter Diesel gelagert sind. Die Westbahnstrecke ist unterbrochen, weil die Eisenbahnbrücken durch das Hochwasser bedroht sind und dann kommt es auch noch zu einer Explosion in einer Chemiefabrik.


Größte Hochwasserübung
Es handelt sich hierbei um die bislang größte Hochwasser-Übung in der österreichischen Geschichte. Für Oberösterreich galt: Es liegt ein dramatisches Hochwasserereignis vor. Die Pegelhöchststände von 1954 und 2002 sowie 2013 werden gebietsweise beträchtlich übertroffen. Die Donauanrainergemeinden sind vom Hochwasser sehr stark betroffen. Teilweise sind Ortschaften von der Umwelt abgeschnitten. Mehrere Brücken sind gesperrt. Menschen warten auf ihre Evakuierung. Vereinzelt weigern sich Personen evakuiert zu werden. Haus – und Nutztiere sowie Wildtiere sind gefährdet. Stellenweise besteht die Gefahr einer Umweltverseuchung durch austretende Gefahrenstoffe und Überläufe von Jauchegruben bzw. Kläranlagen.  Große Gefahr besteht auch für Sachwerte. Hier ist mit einem sehr großen Schadensvolumen zu rechnen. Erschwert wird die Abwicklung der Katastrophe durch die großen Wassermengen des Inns und der Donau im Raum Passau. Mobile und stationäre Schutzdämme werden durch die Wassermassen massiv gefordert. Strom- und Wasserversorgung sind teilweise ausgefallen. Telefonnetze der Mobilfunkanbieter funktionieren zum Teil nicht mehr. Auch Vermurungen und Hangrutschungen sind möglich.


Stäbe hochgefahren
Aufgrund des bezirksübergreifenden Schadensverlaufs wurden die BEL Land und TEL Land hochgefahren. Die behördlichen und technischen Einsatzleitungen der betroffenen Donauanrainer-Bezirke (Eferding, Grieskirchen, Linz-Stadt, Linz-Land, Perg, Rohrbach, Schärding und Urfahr-Umgebung) haben sich ebenfalls konstituiert. Auch in den von der Hochwasserkatastrophe tangierten Gemeinden haben die behördlichen und technischen Einsatzleitungen ihre Arbeit aufgenommen.  Die Stabsfunktionen Behördlicher Einsatzleiter, Leiter des Stabes und S1 – S6 sind in allen Stäben besetzt. Die Verbindungsorgane der Feuerwehr, des Österreichischen Roten Kreuzes (eventuell des Samariterbundes in einzelnen Gemeinden) und des Bundesheeres (außer in den Gemeindenkrisenstäben) sind im jeweiligen Stab vertreten. 


Übungsziel
Beübt werden sollte vor allem auch der Ablauf der Infokette und der Zivilschutzmaßnahmen. Die Katastrophenschutz-Software „Digikat“ und der OÖ. Notfallplan – Donauhochwasser waren dabei anzuwenden. In die von 09.00 Uhr bis 17.00 Uhr ausgetragene Übung selbst waren auch die örtlichen Feuerwehren in ihren Feuerwehrhäusern eingebunden.

 

Opens external link in new windowOö. Landes-Feuerwehrverband


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