Oö: Großeinsatzübung im RAG-Tanklager in Kremsmünster mit 26 Feuerwehren

KREMSMÜNSTER (OÖ): Zur Sicherung der Energieversorgung Österreichs bei Versorgungsengpässen betreibt die Firma RAG in der Gemeinde Kremsmünster ein Pflichtnotstandreserven-Tanklager mit einem Fassungsvermögen von vier Tanks zu je 60.000 m³ Rohöl.


Die Tanks sind mit redundanten Brandfrüherkennungssystemen und vollautomatischen Beschäumungsanlagen ausgestattet. Darüber hinaus sieht die Notfallplanung für nicht vorhersehbare Zwischenfälle einen umfassenden Einsatz der Feuerwehren vor. Unter der Annahme, dass ein Tankbehälter in Vollbrand steht und zusätzlich Rohöl in die nahe gelegene Krems austritt, wurde am 27.03.2018 eine Großübung zum Trainieren von Stabsarbeit und Abläufen durchgeführt. Die Herausforderung bestand darin 26 Feuerwehren aus fünf Bezirken, mit 40 Fahrzeugen und 275 Einsatzkräften zu koordinieren.


Um 17:50 Uhr wurde die Feuerwehr Kremsmünster über die Brandmeldeanlage des RAG-Tanklagers in der Krift zu einem Brand alarmiert. Unter der Annahme, dass ein Tank in Vollbrand steht, veranlasste Einsatzleiter ABI Gerhard Bruckner gemäß Sonderalarmplan die Alarmierung der 26 Feuerwehren aus den Bezirken Kirchdorf, Linz-Land, Steyr-Land, Wels-Land und Wels-Stadt.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte waren bereits alle stationären Löschsysteme in Vollbetrieb. Zwei Feuerlöschpumpen sicherten mit einer Leistung von 30.000l/min bei 10 bar Ausgangsdruck die Löschwasserversorgung. Die Brandfrüherkennung löste eine automatisierte Beschäumung des betroffenen Tanks mit 400m³ Schaum pro Minute über acht Schaumrohren aus.


Unabhängig der Löscherfolge durch die stationären Löschsysteme wurde ein umfassender Einsatz durch die anrückenden Feuerwehren gestartet. Die Einsatzleitung wurde gegenüber dem Tanklager eingerichtet und eine Sperrung der Schlierbacher Landesstraße zwischen Kremsmünster und Wartberg/Krems veranlasst. Die fünf im Sonderalarmplan definierten Einsatzabschnitte wurden von den Fahrzeugen der Feuerwehren des Pflichtbereichs Kremsmünster besetzt. Ein reger Befehls- und Informationsaustausch zwischen den Abschnitten und der Einsatzleitung wurde durch zwei Funker in der Einsatzleitung durchgeführt.


Definierte Tätigkeiten der Einsatzabschnitte
Abschnitt I: Zuständig für die Brandbekämpfung der Tanks von der östlichen Seite und zuständig für die Waggonüberladestation.
Abschnitt II: Zuständig für die Brandbekämpfung der Tanks von der westlichen Seite.
Abschnitt III: Wasserförderung in 2000m³ fassenden Löschwasserbehälter bzw. Direkteinspeisung in die Ringleitung mit Tragkraftspritzen.
Abschnitt IV: Ölsperre im Gelände
Abschnitt V: Materialausgabe im Pumpenhaus


Auf Befehl des Einsatzleiters wurden im Abschnitt I und II je drei Wasserwerfer mit einer Leistung von 4.000l/min pro Werfer und einer Wurfweite von 70 m in Betrieb genommen. Die Löscharbeiten wurden durch drei Teleskopmastbühnen (Kremsmünster, Wels und Sattledt) unterstützt.
Die im Abschnitt III verankerte Not-Löschwasserförderung wurde um 18:11 Uhr beauftragt. Es wurden in Summe 16 Pumpenfahrzeuge zur Einspeisestelle im Tanklager geschickt, um Tragkraftspritzen und erforderliches Equipment abzuladen und anschließend auf der Schlierbacher Landesstraße in Bereitschaft zu gehen. Mit den Tragkraftpritzen wurde,  unter der Annahme eines Ausfalls der stationären Löschwassernachspeisepumpe, ein 2.000m³ fassender Löschwasserbehälter gefüllt.


Die von Rüst-Kremsmünster, MTF-Voitsdorf und ASF-Kirchdorf/Krems geführte Atemschutzsammelstelle koordinierte 17 Atemschutztrupps. Austausch und Transport der Atemschutztrupps wurde durch die Pumpe Ehrnsdorf sichergestellt. Die Aufgaben des Abschnitts V, Errichten einer Ölsperre in der Krems um etwaig ausgeflossenes Öl aufzustauen und abzusaugen, wurden von  Öl-Klaus und Rüstlösch-Klaus wahrgenommen.


Während den Löscharbeiten wurde nach Annahme im Übungsablauf ein Feuerwehrmitglied im Pumpenhaus verletzt. Das Rote Kreuz wurde in das Gelände beordert, um die Versorgung des verletzten Kameraden durchzuführen und mit Unterstützung der Feuerwehr, den stabilisierten Kameraden aus dem Tanklager zu bringen.
Nach einer Stunde Übungsdauer wurde entschieden das gesamte Gelände zu evakuieren, wobei auf einen ruhigen und geordneten Ablauf geachtet wurde. Nach knapp 10 Minuten hatten alle eingesetzten Kräfte das ca. 8 Hektar große Gelände verlassen.


Nach zwei Stunden wurde eine der größten Übungen in Oberösterreich beendet. Diese wurde vom Führungspersonal der RAG, Vertretern des OÖ Landesfeuerwehrverbandes, den Bezirks- und Abschnittsfeuerwehrkommandanten der eingesetzten Feuerwehren und einem unabhängigen Beobachter mitverfolgt und der Übungserfolg bewertet.


Eingeteilte Feuerwehren:
FF-Kremsmünster (KDOF-A + RLFA-2000 + LFB-A2 + TB 32 + LAST + KRF-S + MTF)
FF-Irndorf (RLFA-2000 + KLF + LAST)
FF-Krühub (TLFA-2000 + LF)
FF-Achleiten (KLF)
FF-Altpernstein (LFB-A2)
FF-Bad Hall (TLFA-4000)
FF-Ehrnsdorf (KLF)
FF-Grossendorf (KLF)
FF-Inzersdorf (LF)
FF-Kamaten/Krems (LFB-A2)
FF-Kirchdorf/Krems (ASF)
FF-Klaus (Öl + RLF-T)
FF-Lauterbach (LFB-A2)
FF-Nußbach (KLF)
FF-Pfarrkierchen( LFB-A1)
FF-Ried/Traunkreis (KLF)
FF-Rohr/Kremstal (LFB-A2)
FF-Sattledt (TLFA-4000 + TB 32)
FF-Schlierbach (LFB-A2)
FF-Sierning (LFB-A2 + mob. WW)
FF-Sipbachzell (LF)
FF-Strinzing (TLFA-2000)
FF-Voitsdorf (RLFA-2000 + mob. WW)
FF-Wartberg/Krems (LFB-A2 + KDO)
FF-Wels (GTLF 15000 + TMB 42)
FF-Zenndorf (KLF + mob. WW)
=275 Feuerwehrmitglieder
Rotes Kreuz Kremsmünster
RAG-Firmenpersonal


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