Steirische Einsatzbilanz weist für 2018 über 54.000 Einsätze auf

STEIERMARK: In der Steiermark gibt es per Februar 2019 773 Feuerwehren. Diese zählen etwas über 50.000 Mitglieder in ihren Reihen. Am Abend des 8. Februar 2019 wurde im Festsaal der Raiffeisen-Landesbank AG in Raaba im Beisein vieler Ehrengäste und Funktionäre auf das Einsatzjahr 2018 zurückgeschaut.


Die Bilanz für 2018 weist 54.348 Einsätze auf – die meisten davon (39.733) waren technischer Natur. Zusammen mit Ausbildung, Übung, Verwaltung, Bewerbswesen und sonstigen Tätigkeiten wurden 2018  rund 6,3 Millionen Einsatz- und Arbeitsstunden erbracht.

Alljährlich präsentiert der Landesfeuerwehrverband Steiermark die Leistungsbilanz aller steirischen Feuerwehren. Bei einem Empfang des Landesfeuerwehrverbandes im Veranstaltungssaal der Raiffeisen-Landesbank AG in Raaba-Grambach wurde am Freitag, dem 8.2.2019, von  Landesfeuerwehrkommandant LBD Reinhard Leichtfried ein Resümee zum Einsatzjahr 2018 gezogen.
 

Dies erfolgte im Beisein zahlreicher Ehrengäste. An deren Spitze standen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Michael Schickhofer, welche den steirischen Feuerwehrmännern und -frauen für knapp 340.000 Gesamttätigkeiten und für rund 6,3 Millionen geleistete Einsatz- und Arbeitsstunden aufrichtig dankten. Auch „Hausherr“ Gen.-Dir. Komm.-Rat. MMag. Martin Schaller, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen-Landesbank, gratulierte den Feuerwehren zu dieser Bilanz, „fühlte sich in diesen Minuten so sicher wie nie zuvor“, und dankte den Anwesenden, stellvertretend für alle Feuerwehrmitglieder, für das wertvolle gesellschaftliche Wirken im Rahmen der steirischen Sicherheitsarchitektur.

Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich u.a. LT Erwin Dirnberger – Präsident des steir. Gemeindebundes, Feuerwehrpräsident Albert Kern, der Militärkommandant von Steiermark – Brigadier Mag. Heinz Zöllner, Univ.-Rektor Univ. Prof. Dipl. Ing. DDr.h.c. Dr. Harald Kainz, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.mont. Robert Galler, der Präsident des Österr. Roten Kreuzes – Landesverband Steiermark, Mag. Dr. Werner Weinhofer, Kammerdirektor Dr. Karl-Heinz Dernoscheg, MBA, Landesrettungskommandant Dr. Peter Hansak, Landesfeuerwehrinspektor BFR Michael Miggitsch, von der Stadt Graz Gemeinderätin Elisabeth Potzinger sowie Landesfeuerwehrkommandant-Stv. LBDS Erwin Grangl.

 

Die Zahlen im Detail
Im Jahr 2018 wurden von den rund 50.000 steirischen Florianis bei 338.429 Gesamttätigkeiten in Summe 6.269.322 Einsatz- und Arbeitsstunden (+ 569.311 gegenüber 2017) geleistet. Bei einem fiktiven Stundenlohn von 30 Euro ergibt das einen Gegenwert von rund 188 Millionen Euro. Landesfeuerwehrkommandant Reinhard Leichtfried dazu: „In der Bilanz für 2018 ist eine kleine Unschärfe enthalten, weil im Herbst des Vorjahres auf Wunsch der Feuerwehren und nach einstimmigem Beschluss im Landesfeuerwehrausschuss das Berichtsjahr der Feuerwehren an das Kalenderjahr angeglichen wurde. Somit betrachten wir einmalig 13 Monate, da dieses jetzige Ergebnis den Zeitraum vom 1.12.2017 bis zum 31.12.2018 umfasst. Trotz allem haben wir in der internen Analyse der Daten gesehen, dass wir auch im direkten Jahresvergleich, also per 30.11.2018,  ebenso eine deutliche Steigerung gegenüber den Zahlen von 2017 gehabt hätten“.
 

Aus der Statistik des Landesfeuerwehrverbandes geht ebenso hervor, dass 1.805 Menschen und 2.096 Tiere gerettet werden konnten. Die steirischen Feuerwehrkräfte wurden im Berichtsjahr 2018 zu insgesamt 54.348 Einsätzen alarmiert (+3.193 zu 2017).
Davon entfielen 14.615 Einsatztätigkeiten auf Brandeinsätze (inkl. 4.172 Brandsicherheitswachen). Das ist ein Plus von 1.654 Brandeinsätzen (inkl. den Brandsicherheitswachen) zu 2017.
Der Schwerpunkt der Einsatztätigkeiten liegt bei Feuerwehren jedoch in der „Technischen Hilfeleistung“. Darauf entfielen im Berichtsjahr 2018 exakt 39.733 Einsätze. (+1.539 zu 2017). In Summe wurden bei den 54.348 Einsätzen exakt 608.996 Einsatz-Mannstunden geleistet. (+ 31.783 Stunden zu 2017).
 

Übungen, Ausbildungen, Bewerbe und Sonstige Tätigkeiten (Verwaltung, Jugendarbeit, Wartung, Finanzielles und Veranstaltungen etc.) schlagen sich mit 284.081 Tätigkeiten zu Buche (+21.410 zu 2017). Dafür wurden 5.660.326 Stunden (+537.518 zu 2017) aufgewendet.
Entsprechend den – dem Landesfeuerwehrverband zur Verfügung gestellten Zahlen – haben die steirischen Feuerwehren im Berichtsjahr 2018 rund 940,2 Millionen Euro an Volksvermögen retten können.

 

„Diese Bilanz“ so Landesfeuerwehrkommandant Reinhard Leichtfried im Gespräch mit Veranstaltungsmoderator Gregor Waltl,  „zeigt ganz klar, dass es ohne uns einfach nicht geht, wenn wir von Retten, Löschen, Bergen und Schützen sprechen. Nochmals DANKE an alle für dieses tolle Engagement. Natürlich auch ein großes DANKE an unsere politischen Vertreter, an alle Gemeinden, Behörden und befreundeten Einsatzorganisationen, an die Medien und an unsere Partner in der Wirtschaft, und nicht zuletzt den Kammern und Interessensvertretungen etc., die unsere Arbeit ermöglichen und unterstützen“.
Landesfeuerwehrkommandant Reinhard Leichtfried präsentierte beim Empfang in der Raiba- Landeszentrale nicht nur die Bilanz, sondern ging in seinem Interview auch auf aktuelle Themen und künftige Herausforderungen ein.  „Wenn wir über Herausforderungen sprechen, so Leichtfried, „dann sprechen wir über Themen wie Erfordernisse zur Bewältigung von Elementarereignissen und Naturkatastrophen, über künftige Finanzierung von Stützpunktfeuerwehren und Stützpunktgeräten, über gesetzliche Rahmenbedingungen – Stichwort gesellschaftlicher Mehrwert bzw. Motivation für Feuerwehrmitglieder in den Bereichen gesundheitliche Vorsorge, Steuer und Pension, Ausbildung und Dienstfreistellung etc., über das Stichwort Mitgliederwerbung etc.“.  Auch die Politik sieht Leichtfried in der Pflicht, „wenn es um Rahmenbedingungen für die Zukunft geht. Stichwort Bonus und Anreizsystem für die Arbeitgeber“.
 

Leichtfrieds Blick in die Zukunft fällt ernsthaft, aber nicht ängstlich aus. Die Unbekannte sei laut Leichtfried, in fünf oder zehn Jahren mit Herausforderungen konfrontiert zu werden, die aufgrund des gesellschaftlichen Wertewandels und der Digitalisierung zum jetzigen Zeitpunkt gar noch nicht vorstellbar seien. Ernsthaft auch das Ansinnen des Landesfeuerwehrkommandanten, sich verstärkt der Mitgliedergewinnung zu widmen. Vor allem was den Bereich der Quereinsteiger betrifft. „Also auf jene, die 25, 30 oder 40 Jahre alt sind, fest im Berufsleben stehen, vielleicht schon eine Familie gegründet haben – aber noch nicht bei der Feuerwehr sind“.
 

Stolz ist Leichtfried auf das Miteinander der Generationen, auf die Vielfalt von Ausbildungen und Berufen der Feuerwehrmitglieder, „die uns mit ihrem Können, ihren beruflichen wie privaten Fertigkeiten und Talenten als Gesamtorganisation unschlagbar machen. Welche Organisation kann schon auf einen Unirektor in Kommandantenfunktion verweisen?“  Daher auch Leichtfrieds Stolz auf die beiden steirischen „Unifeuerwehren“. „Unser Herz-Ass, sozusagen der Trumpf im Ärmel, sind im Kontext künftiger Herausforderungen unsere Unifeuerwehren, die uns beispielsweise in punkto technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, und in vielen anderen Dingen mehr, mit ihrem Knowhow begleiten werden. Das ist unser Asset, um den uns Restösterreich beneidet. Darauf können wir aufbauen und entwickeln. Und das werden wir auch tun“, so Leichtfried abschließend im Gespräch mit Moderator Waltl, nicht ohne darauf hinzuweisen, ernsthaft über die Frage nachzudenken, ob die „Feuerwehren vielleicht doch nicht Mädchen für alles sind, wie eventuell so mancher glaubt“.

Hinsichtlich des Jubiläumsjahres 2020 (150 Jahre Landesfeuerwehrverband Steiermark) kündigte LBD Leichtfried an, dass  in den verschiedensten Sachgebieten schon fleißig gearbeitet wird, um ein rundes Programm auf die Beine zu stellen. „Fest steht, dass wir am 19. März eine Festsitzung in Graz abhalten werden, wo wir diesem Jubiläum einen würdigen Rahmen bieten wollen“.  Zusätzlich ist Graz in den Sommermonaten des Jahres 2020 ja auch Gastgeberstadt für den Landesfeuerwehrtag, den Landesfeuerwehrleistungsbewerb – und auch für die Landesjugendbewerbe mit dem Jugendlager. Auch in diesem Zusammenhang wird das Jubiläumsthema thematisch aufgegriffen und für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden.

Abschließend dankte Leichtfried nochmals allen steirischen Feuerwehrmitgliedern, der Politik, den Behörden und Gemeinden, den befreundeten Blaulicht- und Einsatzorganisationen, wie auch den Vertretern von Kirchen und Wirtschaft für das gute Miteinander.
 

Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Michael Schickhofer dankte, als politisch zuständiger Referent, den steirischen Feuerwehren und ihren Mitgliedern für die 6,3 Millionen Einsatz- und Leistungsstunden. Neben einem Rückblich skizzierte Schickhofer auch seine Ideen und Ansätze rund um den Zukunftsprozess Steiermark 2030+. „Die Feuerwehren sind mir ein großes Anliegen und sind mir sehr wichtig. Daher treffe ich bei den Feuerwehrstammtischen, gemeinsam mit eurer Führungsspitze, gerade die steirischen Feuerwehrkommandanten. Dort hören wir dann, wo es den Kommandanten unter den Nägeln brennt und sehen auch, wie wir die Feuerwehren noch besser unterstützen können“.


Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer war der dritte Interviewpartner von Moderator Gregor Waltl und betonte im Gesprächsverlauf, dass der Dienst am Nächsten der wohl höchste Dienst ist, der überhaupt möglich ist. „Mein großer Dank gilt den rund 50.000 Frauen und Männer der steirischen Feuerwehren, davon rund 40.000 im Aktivstand, die Tag für Tag einen großartigen und vorbildlichen Einsatz leisten. Euer Dienst für die Sicherheit im Lande ist unverzichtbar, ist unersetzbar und ist auch unbezahlbar“, würdigte Schützenhöfer die Leistungen der steirischen Feuerwehrkräfte.
Musikalisch wurde der knapp einstündige Festakt vom „Quartetto KONSpirito“, Schüler des Johann-Joseph-Fux-Konservatoriums, umrahmt. Beim danach folgenden Empfang sorgte ein Trio von der Dr. Jekyll & The Hyde Company für den guten Ton. Den tollen Blumenschmuck stellte die Gärtnerei Leitner aus Raaba dankenswerterweise zur Verfügung.

 
Zahlen im Überblick
·        Brandeinsätze inkl. Brandsicherheitswachen: 14.615
·        Technische Einsätze: 39.733
·        Gesamteinsätze: 54.348
·        Einsatz-Mannstunden: 608.996

·        Anzahl Tätigkeiten: 254.314
(Verwaltung, Jugendarbeit, Wartung, Finanzielles und Veranstaltungen etc.)
·        Mannstunden Tätigkeiten: 4.917.883

·        Anzahl Übungen: 29.767
·        Mannstunden-Übung: 742.443

·        Summe Sonstige Tätigkeiten plus Übung: 284.081
·        Mannstunden Sonstige Tätigkeiten und Übungen: 5.660.326

·        Gesamttätigkeiten: 338.429

(Einsätze und Sonstiges)


·        Mannstunden-Gesamt: 6.269.322

 
Gerettete Personen: 1.805
Gerettete Tiere: 2.096
Gerettetes Volksvermögen: 940,2 Mio Euro


 

Feuerwehrstruktur

17 Bereichsfeuerwehrverbände
690 freiwillige Feuerwehren
80 Betriebsfeuerwehren
1 Berufsfeuerwehr (Graz)
Neu seit 2018: 2 „Unifeuerwehren“

In Summe: 773 Feuerwehren in der Steiermark

 
Ergänzend zu den Statistikdaten ein paar plakative Zahlen:
·        5.527 Verkehrsunfälle
·        43 Unfälle mit Schienen oder Wasserfahrzeugen
·        4 Unfälle mit Luftfahrzeugen
·        1.529 Sturmeinsätze
·        3.069 Freimachen von Verkehrswegen
·        456 Erd- bzw. Felsrutsch
·        387 Lawinen bzw. Murenabgänge
·        6.708 Straßen- und Kanalreinigungen

 

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