Fireworld - Besondere Übungen
Taming the Dragon - Bilder von unterwegs II
Update: 23. Mai, 17.15 Uhr
Update: 24. Mai, 17.10 Uhr - Letztes Update von unterwegs!
EXTREMEINSATZ IM STEILEN KÜSTENGEBIET
Eine Flammenfront
wälzt sich auf die Küstenregion nahe der dalamatinischen Stadt Makarska
zu. Mehrere kleine Ortschaften an der steil aufsteigenden Küste sind
massiv gefährdet. Kroatische Feuerwehren sind vor Ort und benötigen
dringend Unterstützung. CRAFT AUSTRIA, die Auslandseinheit der Österreichischen
Feuerwehren eilt aus ihrem Stationierungscamp zu Hilfe.


Die Erfahrungen der österreichischen Feuerwehrleute mit
Waldbränden in unwegsamen Gelände sind gefordert. Über schmale,
steile Wege kämpfen sich Tanklöschfahrzeuge bergwärts. Hier
ist perfektes Beherrschen des Fahrzeuges und fahrerisches Können gefragt.
Die Hänge direkt hinauf werden von den Mannschaften kilometerlange Löschleitungen
verlegt. Schwerste körperliche Anstrengung für die eingesetzten
Kräfte, die sich durch mannshohes Gestrüpp (und prächtig gelb
blühenden Ginster) den Weg bergwärts bahnen.


INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT
Die österreichischen Feuerwehrleute arbeiten Hand in Hand mit ihren kroatischen
Kollegen zusammen. Unterstützt wird der österreichisch-kroatische
Löschangriff aus der Luft. Drei Flächenflugzeuge vom Typ Canadair
aus Italien und Kroatien werfen knapp neben den ?Bodentruppen? pro Flug je
6000 Liter Wasser auf das ?Flammeninferno? ab. Das Löschwasser nehmen
diese Flugzeuge im Flug direkt aus dem Meer auf. Zusätzlich unterstützen
slowakische Armeehubschrauber die Brandbekämpfung. Deren am Seil beforderten
Wassertanks werden von österreichischen und kroatischen Feuerwehrleuten
befüllt.


ANSTRENGENDER ÜBUNGSTAG
Ein anstrengender Übungstag bei der internationalen Katastrophenschutzübung
"Taming The Dragon - Dalmatia 2002" geht für die Österreichische
Feuerwehreinheit CRAFT AUSTRIA in diesen Stunden zu Ende. Für ihre Strapazen
wurden die Österreicher am heutigen zweiten Übungstag durch das
anspruchsvolle Übungsszenario und die herrliche Küstenlandschaft
entschädigt. Hervorzuheben ist auch die freundschaftliche Zusammenarbeit
mit kroatischen und italienischen Feuerwehrkräften.
Die Auslandseinheit der österreichischen Feuerwehren beweist bei dieser
Übung hochklassiges Können und die Fähigkeit zur internationalen
Zusammenarbeit. Sprachbarrieren bestehen praktisch nicht, alle Absprachen
werden in der festgelegten Übungssprache englisch getroffen. Darüber
hinaus verfügt die österreichische Feuerwehreinheit über mehrere
Feuerwehrdolmetscher aus dem Burgenland, die kroatisch sprechen.


A1 MOBILKOM unterstützt CRAFT AUSTRIA
Für die gesamte Dauer der Übung wurden 20 Handys samt Gesprächskosten
gratis zur Verfügung gestellt. Diese Mobiltelefone bilden bei diesem
Einsatz neben den feuerwehreigenen Funkgeräten eine wichtige und mittlerweile
unverzichtbare Kommunikationsschiene. Um im gesamten Übungsgebiet perfekte
Mobiltefonverbindungen zu gewährleisten, wurden on VIP-NET, einer 50prozentigen
Tochter der MOBILKOM, Container mit zusätzlichen Sendern aufgestellt.


DER LETZTE TAG - DEMO-DAY, Verabschiedung und Abreise
ERFOLGREICHER ABSCHLUSS DES AUSLANDSEINSATZES
Mit dem heutigen dritten Übungstag geht der erste große Auslandseinsatz
einer österreichischen Feuerwehreinheit des Katastrophenhilfsdienstes
seit 28 Jahren zu Ende.
Am Schlusstag der internationalen Katastrophenschutzübung "Taming
The Dragon - Dalmatia 2002" in Kroatien arbeiteten noch einmal sämtliche
1200 Einsatzkräfte aus 22 Nationen in einem kleineren Übungsraum
zusammen.


Die österreichische Einheit CRAFT AUSTRIA (Combined Rescue
and Firefighting Team Austria) führte in enger Kooperation mit Feuerwehren
aus Kroatien und Italien sowie mit slowenischen Helikoptern konzentrierte
Löschangriffe auf den angenommenen Waldbrand durch. Diese internationale
Zusammenarbeit über Sprachbarrieren und unterschiedliche Einsatzmethoden
hinweg war eines der wichtigsten Übungsziele.


Obwohl die Einheit unter schwierigsten Geländebedingungen
(schmale, steile Feldwege, felsige Hänge etc.) operierte, verliefen die
Übung auf österreichischer Seite ohne größeren Unfälle.
Der Notarzt der Einheit blieb bis auf die Versorgung kleinerer Blessuren glücklicherweise
arbeitslos.
POSITIVES RESÜMEE
Der Kommandant der Auslandsbereitschaft CRAFT, Bundefeuerwehrrat Ing. Herbert
Schanda: "Der letzte Übungstag war aus unserer Sicht der Beste.
Wir erhielten klare Aufträge und konnten die gestellten Aufgaben hervorragend
erfüllen. Die Mannschaft wurde gefordert und war mit Begeisterung bei
der Sache".


"Die österreichischen Freiwilligen Feuerwehrleute
haben bei der Übung in Kroatien gezeigt, dass sie zu den bestausgebildeten
der Welt zählen. Sie brauchen internationale Vergleiche keineswegs zu
scheuen. Sie sind zwar Freiwillige aber trotzdem vollprofessionell",
betont der Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes,
Landesbranddirektor Ing. Manfred Seidl. Er erwartet sich, dass von der Übung
auch Signale für eine Sicherung des Fortbestandes des Freiwilligen Feuerwehrwesens
an die Europäische Union ausgehen. Da die meisten Staaten innerhalb der
EU über Berufsfeuerwehren verfügen, droht das Freiwillige Feuerwehrwesen
bei EU-Entscheidungen auf der Strecke zu bleiben.


VERABSCHIEDUNG UND RÜCKREISE
Um 15.00 Uhr fand am 24. Mai die Verabschiedung aller teilnehmenden Nationen
statt. Eine Stunde später war die Einheit bereits dabei, das Camp zu
verlassen und die Rückreise anzutreten. Sie wird am Samstag, den 25.
Mai 2002 voraussichtlich gegen 6 Uhr früh in der Feuerwehr- und Zivilschutzschule
Lebring in der Steiermark eintreffen, wo sie sich am Montag auch formiert
hat. Anschließend löst sich die Einheit auf, die Feuerwehrkräfte
aus den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark,
Salzburg, Burgenland und Wien treten dann selbständig den weiteren Heimweg
an....
