Fireworld - Besondere Übungen
Taming the Dragon - Was sind Sprengschläuche?
Fotos: Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main
Als Ergänzung zum Beitrag über die Sprengschläuche
finden Sie hier eine Erklärung dieser Einrichtung!
Bei der Bekämpfung von Wald-, Strauch- und Graslandbränden
kommt der Kontrolle der Brandausbreitung und dem Objektschutz vor dem Überrollen
durch eine Flammenfront eine immer stärkere Bedeutung zu. Dieser Zielsetzung
dient das Sprenglöschverfahren, bei dem mit Wasser befüllte Schläuche
vor der Flammenfront zur Explosion gebracht werden.
Das Sprenglöschverfahren ergänzt die herkömmlichen
Methoden der Waldbrandbekämpfung. Mit diesem System wird es möglich,
Flammenfronten auf großer Breite nieder zu schlagen. Der große
Vorteil liegt darin, dass kein Personal direkt an der Flammenfront arbeiten
muss und somit keiner direkten Gefährdung ausgesetzt wird. Die gleichzeitige
Aufbringung großer Wassermassen in die Flammenfront, führt zu einer
hohen Löschintensität.
Beim Sprenglöschverfahren werden Schläuche mit kunststoffbeschichtetem
Textilgewebe mit einer Sprengschnur bestückt, mit Wasser befüllt
und vor der Feuerfront oder beim Überrollen durch die Feuerfront zur
Explosion gebracht.


Das Verfahren bietet erstmals die Möglichkeit, Flammenfronten
auf großer Breite durch Zünden der Sprengschläuche aus sicherer
Entfernung anzugreifen, was bislang aufgrund der hohen Wärmebelastung
nicht möglich war. Es ergänzt somit herkömmliche Löschtechniken
optimal. Gebäude und Objekte können vor dem Überrollen durch
Flammenfronten geschützt werden. Durch eine frühzeitige Verlegung
und Befüllung der Schläuche sind die Helfer in der Lage, eine Verteidigungsfront
mit größeren Wassermengen anzulegen.
Die Länge der Schläuche kann wenige Meter, aber auch
mehrere hundert Meter betragen. Das durch die Explosion beschleunigte Wasser
gelangt auf der gesamten Schlauchlänge nahezu gleichzeitig in Form kleiner
Wassertropfen in die Flammen und auf das Brandgut. Das bewirkt ein schlagartiges
Brechen (Löschen) der Flammenfront und ein Abkühlen des Brandgutes.
Bei einem 100 m langen Schlauch mit einem Durchmesser von 25 cm werden 5000
Liter Wasser über eine Fläche von 3600 m? gleichzeitig verteilt.
Die Einzelschläuche sind so optimiert, dass sie ein Maximum
an Löschmittel gleichmäßig zu beiden Seiten des Sprengschlauches
verteilen. Sie dienen zur Bekämpfung von Bodenfeuer, genährtem Vollfeuer,
zur Durchdringung dichten Strauchwerkes und zur Teppichbildung mit Schaum
bzw. Retardern.
Es gibt zur Zeit drei Typen von Einzelschläuchen, die sich
durch ihr Fassungsvermögen (Liter pro Meter), die Höhe und die Weite
ihres Löschbereiches, die Wasserverteilung auf dem Boden und ihre Durchdringung
verschiedener Packungsdichten des Brennmaterials unterscheiden.
Die Schlauchvarianten und -typen:
Schlauchvarianten:
Die variablen Einsatzmöglichkeiten des 2 RS-Systems, die Auswahl der Sprengschläuche
und der Sprengschnüre sowie die örtliche Verlegung orientieren sich
am Umfang des Brandes, an der Ausbreitungsgeschwindigkeit und an den örtlichen
Gegebenheiten.