Fire-World ...wo die Feuerwehren zu Hause sind!
Von dort und da
 Feuerwehr in Tansania (Ostafrika)
  Intensiv-Trip zu den US-Firefighters
 Besuch beim Tokyo Fire Department
  Feuerwehreinsatz in Griechenland
  Nepal und die vergessene Feuerwehr

Waldbrandcamp in
Griechenland
 Erste Eindrücke
 Erfahrungsbericht
  Waldbrandcamp 2004 

Voluntärdienst
 Zwei Salzburger in Hamburg


News Feeds
 Handheld/PDA
 XML News Feeds
 XML Forum Feeds
 Zeige Sidebar
 Mozilla Sidebar
 
Willkommen auf fireworld.at!
Wenn Sie sich Registrieren oder Anmelden können Sie weitere Vorteile wie Umfragen, Support Tickets und die Mailingliste nutzen. Die Registrierung ist unverbindlich und dauert nur einige Sekunden.

Arbeitsurlaub beim Waldbrandcamp in Griechenland
Arbeitsurlaub beim Waldbrandcamp

Bereits seit mehreren Jahren findet in Griechenland über die Sommermonate ein so genanntes Waldbrandcamp statt. Peter Röck, Mitglied der FF Steyr (Oberösterreich), war dort vom 7. bis zum 21. August 2004 als aktiver Teilnehmer mit dabei und hat der Fire-World seine Eindrücke erzählt. Mit ihm waren weitere Oberösterreicher in Griechenland im Einsatz: Christian Lehner (Pichl bei Wels), Stefan Gschwandner und Johann Zopf (Bad Goisern).

Text: Hermann Kollinger
Fotos: Peter Röck




Die E.S.E.P.A. widmet sich der Aufgabe, in Griechenland das bis 1999 nahezu völlig unbekannte System der Freiwilligen Feuerwehr aufzubauen. Die E.S.E.P.A. veranstaltet seit 2001 jeden Sommer in Rizomata (Nordgriechenland) ein Waldbrandcamp. Ziel dieses Camps ist zum einen die Einrichtung einer dringend erforderlichen Task Force für regionale und überregionale Schadensfälle (Waldbrände, aber auch „normale“ Feuerwehr- oder Katastrophenschutzeinsätze). Zum anderen steht jedoch die Ausbildung örtlicher Freiwilliger zu freiwilligen Feuerwehrleuten und der Auf- und Ausbau der Infrastruktur des Veranstalters im Interessensvordergrund. Helfer aus dem gesamten deutschsprachigen Raum nehmen jedes Jahr daran teil.

Die Anreise
Ausgangspunkt der Reise war am 7. August 2004, 10.30 Uhr, der Flughafen Wien-Schwechat. Die Destination Saloniki wurde um 14.00 Uhr Ortszeit erreicht, wo die Teilnehmer bereits von griechischen Feuerwehrleuten empfangen wurden. Den sprachlichen Barrieren (griechisch, deutsch, englisch) wusste man sich mit „Händen und Füßen“ abzuhelfen, während die Teilnehmer geschlossen auf die Ankunft aller Gäste bis 17.00 Uhr am Flughafen warteten (Anreisezeit: 06.00 Uhr bis 18.00 Uhr). Nach einer zweieinhalbstündigen Busfahrt wurde das vom Airport rund 120 km entfernt gelegene Camp erreicht. Gleich im Anschluss an die Begrüßung erhielten die Teilnehmer ihre Ausrüstung. Der Turnus bestand aus zwei Frauen – nur Sanitätsdienst – und 36 Männern aus den Niederlanden (1), (Ober-) Österreich (4) und Deutschland (33). Bis zur Bettruhe um 00.30 Uhr stand das gegenseitige Kennen lernen am Programm.


Der Sanitätsdienst inkludiert während des Camps auch den Krankentransport ins rund 45 Minuten entfernte Krankenhaus. Während der Zeit vor Ort waren unter anderem auch einige lebensrettende Maßnahmen (anaphylaktischer Schock nach Bienenstich am Kopf, Herzinfarkte) erforderlich.

Erster Alarm am Tag 2
Nach der ersten Tagwache um 06.30 Uhr (Frühstück zwischen 06.45 Uhr und 07.15 Uhr) stand zwischen 07.30 Uhr und 13.30 Uhr der erste Ausbildungsunterricht sowie die Einteilung auf die Fahrzeuge am Programm. Der Unterricht wurde in einer gemütlichen Atmosphäre abgehalten und war auch von einer ersten Einweisung auf den Fahrzeugen begleitet. Die Zeit von 13.30 Uhr bis ca. 17.00 Uhr war aufgrund der vorherrschenden Temperaturen jeweils als Erholungszeitraum vorgesehen.
Gegen 15.00 Uhr erreichte der erste Alarm das Camp. Ein unterstützender Einsatz bei einem Küchenbrand. Hier kam dann erstmals Hektik ins Geschehen. Während die Teilnehmer die Fahrzeuge besetzten, war das Vorausfahrzeug bereits weg. An eine Funkkommunikation war aufgrund der ausschließlich griechischen Sprache nicht zu denken, so dass es mehr oder weniger ziellos durch die nahe liegende Stadt ging... Ein Eingreifen war zudem in weiterer Folge nicht mehr erforderlich...
Nach einer disziplinären Unterweisung im Camp und einer fixen Einteilung für eventuelle Folgeeinsätze stand einem gemütlichen Kameradschaftsabend nichts mehr im Wege. Auf diesem Weg wurden natürlich auch die einheimischen Gegebenheiten ins Auge genommen. Die Bevölkerung zeigte sich den Feuerwehrleuten immens gastfreundlich.
Anstrengender Marsch


Wartungs- und auch Bauarbeiten im Camp!

Tags darauf stand nach dem theoretischen Unterricht bis in die Mittagsstunden der erste 5 km - Marsch auf dem Programm. Dieser dient dem Eingewöhnen an die örtlichen Verhältnisse und wurde in voller Montur absolviert. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen und einer hohen Tempovorgabe gestaltete sich dieser Trip als extrem anstrengend. Nichts desto trotz hatte diese „Gewöhnungswanderung“ sehr positive, kameradschaftliche Begleiteffekte. Stets wurde darauf geachtet, dass niemand zurückbleibt, so dass auch diese Härteprobe absolviert werden konnte.

Ausbildung für den Waldbrand
Der Vormittag des vierten Tages wurde der theoretischen Ausbildung in der Waldbrandbekämpfung sowie der Ersten-Hilfe-Ausbildung gewidmet. Auch in diesen Bereichen zeigten sich zwischen den Nationen zahlreiche Unterschiede in der Vorgangsweise.
Nach der temperaturbedingten Pause folgte um 17.00 Uhr die erste Waldbrandbekämpfungsübung mit den Fahrzeugen bzw. das korrekte Vorgehen bei offenem Feuer bzw. bei Glutnestern. Der griechische Angriff geht dabei mit einem B-Schlauch vom TLF weg, dann wird der Verteiler gesetzt. Nach einem C-Schlauch erfolgt wieder ein Verteiler, was in der Folge den Einsatz von vier D-Rohren ermöglicht und somit einen geringen Wasserverbrauch bei gleichzeitig effizientem Einsatz gewährleistet. Als ansehnlicher Vergleich könnte hier das UHPS in unseren Breiten genannt werden.
Auf die korrekte Ausbildung der Teilnehmer wurde von den Veranstaltern immenser Wert gelegt. Sie beinhaltete alle möglichen Varianten beim Waldbrand inklusive dem persönlichen Rückzug oder dem korrekten Verhalten, wenn man während der Brandbekämpfung vom Feuer eingeschlossen wird. Im Zuge der Kommunikation am Funk hat sich zudem bewiesen, dass für den jeweiligen Teilnehmer gute Englischkenntnisse unbedingt erforderlich sind!


Arbeit mit Vollausrüstung:
Wie auch bei allen anderen Arbeiten auch, war volle Einsatzausrüstung vorgeschrieben. Diese bestand aus der Einsatzhose, Mundschutz, Schutzbrillen, Wasserflaschen, Erste-Hilfe-Ausrüstung sowie der Wäsche unterhalb der Einsatzbekleidung.

Erster Arbeitseinsatz
Einer der Bestandteile des Waldbrandcamps sind die Arbeitseinsätze. „Diese dienen sozusagen als kleine „Revanche“ dafür, dass der Bürgermeister den Platz kostenlos zur Verfügung stellt und die Organisation sehr unterstützt“, weiß Peter Röck. „Zeitgleich sind diese Dienste aber durchaus auch für das gute Klima zwischen den Gästen und den Einheimischen mitverantwortlich.“. Der Arbeitsdienst - diverse Waldarbeiten - stand an diesem Tag bis 13.00 Uhr am Programm. Auch hier schlägt sich naturgemäß die griechische Mentalität durch, wenn es auch nicht negativ zum Tragen kommt. Anfahrtszeiten zum Arbeitsdienst von einer Stunde sind normal, Zeit spielt keine Rolle. „Mir persönlich wäre etwas mehr selbstständiges Arbeiten lieber gewesen, etwas weniger Hierarchiedenken hätte sich positiv ausgewirkt“, meint Röck. Die Arbeiten im Wald stellen laut Information der E.S.E.P.A. jedoch auch einen Beitrag zur Ausbildung dar, da hier viel über Brandvorbeugung durch die Beseitigung von Brandlasten im Bodenbereich gelernt wird.

Aufteilung in Arbeitsgruppen
Der Vormittag des sechsten Tages des Camps war wieder vom Arbeitsdienst geprägt. Hier erfolgte die Aufteilung in die Gruppen „Fahrzeugreinigung“, „Baumschneiden“ und „Bus renovieren“. Diese Dienste dienen vermutlich ebenfalls dem guten Ansehen der Organisation. Am Nachmittag wurde die zuvor eingeteilten Gruppen weiter mit diesen Aufgaben beschäftigt. Zudem wurden die Fahrzeuge für den Sicherungsdienst bei der Klosterpilgerfahrt bepackt und vorbereitet.


Die Teilnehmer des Turnusses

Mega-Brandschutzdienst
Über das Ansuchen bzw. den Auftrag der Regierung wurde der Veranstalter des Waldbrandcamps ersucht, für die bevorstehende Pilgerfahrt zu einem Kloster den Brandschutzdienst zu übernehmen. Aufgrund der Olympiade war zwar nicht mit den Menschenmassen wie üblich - bis zu 150.000 Personen - zu rechnen, rund 50.000 Menschen wurden es aber dennoch. Vier Tage lang stand dieses Brandschutzdienst auf der Tagesordnung. Unzählige Lagerfeuer stellten die Helfer vor schier unlösbare Probleme, aber auch vor eine extreme Herausforderung unter harten Bedingungen, das einem echten Abenteuer gleich kam. „Wir haben uns mit Wasser aus unserer Wasserflasche gewaschen. Die Versorgung erfolgte im Kloster selbst. Vier Tage lang konnten wir uns mit Wasser, Bohnen und Tomaten laben...“, erzählt Peter Röck. Aber auch in diesem Fall wurde hoher Wert auf Disziplin gelegt, der Konsum von Alkohol war sowieso tabu. Die Aktion fand in der Bevölkerung guten Anklang und bei den Waldbrandbekämpfern für hohes Ansehen.


Eine immense Schar an Pilgern reiste an!

Die 70 km Anreise zum Kloster nahm zweieinhalb Stunden Konvoi-Fahrt in Anspruch. Nach dem Aufbau des Lagers standen im Zwei-Stunden-Takt Patrouilliendienst am Programm. Jeweils vier Mann wurden von einem griechischen Dolmetscher begleitet. Während sich der erste Tag des Brandschutzdienstes aufgrund der Anreise sehr ruhig gestaltete, musste die Alarmbereitschaft am zweiten Tag ab 21.00 Uhr deutlich erhöht werden. Grund dafür waren die zahlreichen Lagerfeuer und starke Windböen. Ab 03.00 Uhr früh konnten die Waldbrandbekämpfer den Schutz jedoch nicht mehr vollständig gewährleisten, ohne dass es jedoch zu Bränden oder Zwischenfällen gekommen wäre.
Der darauffolgende Sonntag gestaltete sich recht ruhig und konnte daher für ein kameradschaftliches Event genutzt werden: Ein Fußballturnier am Hubschrauberlandeplatz gegen die Griechen.


Beim Camp vorhandene Fahrzeuge!

Montagmorgen startete um 07.00 Uhr früh bei Nebel und Regen der Abbau des Lagers und man kehrte gegen 13.00 Uhr ins Camp zurück. Dort fand als kleines Dankeschön ein angenehmer Kameradschaftsabend statt, der auch für Auszeichnungen örtlicher Feuerwehrkräfte genutzt wurde.

Ausbildung und weitere Arbeiten
Der Dienstag und der Mittwoch wurden wiederum für die Ausbildung sowie für diverse Arbeitsdienste genutzt.


Ausgangsbasis und Endresultat eines Arbeitsdienstes.

Donnerstag stand zudem auch ein anstrengender Waldmarsch am Programm, der gleichzeitig als Abschlussübung für das Gelernte diente. Hierbei wurden auch alle möglichen Einsatzszenarien beübt.

Kühles Nass am letzten Tag
Der letzte Tag des Waldbrandcamps bestand aus einem bzw. dem einzigen Badetag. Eigentlich hätte die Belohnung in einem Museumsbesuch ausfallen sollen, die Teilnehmer konnten die Leitung jedoch dazu „überreden“, dass sie die Gelegenheit doch lieber dafür nutzen würden, einen Badetag in Anspruch zu nehmen. Somit führte die Reise an den 70 km entfernten Strand.
Am frühen Abend wurden schlussendlich die Teilnehmer dieses Turnusses verabschiedet, da die ersten Gäste bereits um 24.00 Uhr abreisten.
Gegen 06.00 Uhr morgens brachen schlussendlich auch die Oberösterreicher ihre Zelte ab. Per Sammeltaxi ging es zum Flughafen, wo man dann bis 15.30 Uhr auf seinen Abflug zurück in die Heimat wartete...


Interesse an der Teilnahme?
Wer aufgrund des Beitrages nun ebenfalls mit einer Teilnahme in der Saison 2005 spekuliert, findet im Internet unter http://www.esepa.net die dazu notwendigen Informationen. Peter Röck, der seine Erlebnisse der Redaktion erzählte, steht für weitere Informationen unter p_roeck@yahoo.de zur Verfügung.

In eigener Sache

Ihr habt Anregungen, Ideen oder gar Beschwerden zu Fire-World? Dann sendet uns ein Email und teilt uns Eure Ideen oder Beschwerden mit!
Ihr habt interessante Neuigkeiten aus Eurem Bereich der Feuerwehr? Ihr habt einen interessanten Einsatz erfolgreich hinter Euch gebracht?
Ihr habt anderwärtige Neuigkeiten wo ihr denkt, sie wären für die Fire-World-Community interessant ?

Dann scheut Euch nicht und und sendet uns ein Email!

Werbung


Fire-World
 Startseite
 Mail an Fire-World
 News Übersicht
 News einsenden
 Fiwo-Facebook
 Fire-World Shop
 Fiwo-Druckstudio
 FiWo-Toolbar
 FiWo-Spieleecke
FiWo-Playmit-Quiz
 
Fiwo-Shop-Produkte

Forum
 Fire-World Forum

Service
Artikel-Suche
 Umfragen
 LINKS
 Bazar - Suche/Biete
 Support Ticket
 F.A.Q.

Partnermagazin II

Brandheiss


Wetterwarnungen

Download-Center
 Poster
 Wallpaper - Thumbs
 Software
 Merkblätter
 Ausbildung
 Schaukasten

Werbe-Fenster



Diverse Hinweise

Echte Sessions,
kein Cache!
Es sind derzeit 27 Benutzer im Newsbereich aktiv