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Feuerwehr in OÖ
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Feuerwehr in OÖ - Geschichte

Fireworld - Das Feuerwehrsystem in OÖ
Geschichtliche Entwicklung

Eine Seminararbeit von Wolfagng Denk, Freiwillige Feuerwehr Thalham bei Wels, OÖ

2. Kurzer geschichtlicher Abriss des Umganges mit dem Feuer


2.1. Ureinwohner, Griechen, Römer und das Feuer
Als vor etlichen tausend Jahren, ob beabsichtigt oder aus reinem Zufall sei dahingestellt, der Mensch entdeckte, dass sich durch das Zusammenschlagen und Reiben von Steinen über getrocknetem und dürrem Gras bzw. Holz Feuer erzeugen lässt, war man begeistert, sich nun vor allem in der kalten Jahreszeit an der künstlich erzeugten Energiequelle zu wärmen, rohe Speisen zu garen und die Finsternis von Höhlen oder Nächten durch den Schein des Feuers zu erhellen. Sehr bald jedoch musste man erkennen, dass das Medium Feuer eine sehr zwiespältige Errungenschaft darstellte: Mächtig war, wer Feuer machen, wer es handhaben und wer es zu seinen Gunsten ausnutzen konnte.

Bereits aus dem Hallstatt-Zeitalter sind uns verkohlte Reste von Piloten, auf denen die damaligen Bewohner unserer Heimat wohl ihre Pfahlbauten aus rohem Holz errichtet hatten, erhalten geblieben: zweifelsfrei ein Beweis für eine der ältesten Brandkatastrophen auf dem Gebiet des heutigen Oberösterreichs. Jedoch auch aus den Hochkulturen des Altertums wurden immer wieder Berichte über die Gewalten des Feuers überliefert. So hatte bereits bei den Griechen das Feuer den Mythos des Göttlichen, schleuderte doch Göttervater Zeus mit Blitzen nach seinen (ungehorsamen) menschlichen als auch göttlichen Untertanen.

Die älteste bekannte Darstellung des Feuerlöschens findet sich auf einem Alabasterrelief, das in einem Palast bei Ninive gefunden wurde und vor rund 2900 Jahren entstanden sein dürfte. Das Relief zeigt assyrische Krieger, die unter Zuhilfenahme von überdimensionalen Kellen die Brandfackeln der Belagerer mit Wasser zu löschen versuchten. Auch der Grieche Aristoteles hinterließ in der Geschichte der Brandbekämpfung seine Spuren: er empfahl seinem Schüler Alexander dem Großen, röhrenförmige Schläuche, wie ihn Taucher zur zum Atemholen verwenden, zum Bekämpfen von Bränden heranzuziehen.

Eine der ersten, wenn nicht überhaupt die erste professionelle Feuerwehrtruppe besaß die Stadt Rom, Hauptstadt des römischen Weltreiches. In einer rund 1200 Mann starken Truppe, die sich hauptsächlich aus Sklaven und Verbrechern zusammensetzte, kamen unter anderem auch erstmals Feuerlöschgeräte, wie eine zweizylindrische Kolbenpumpe mit Saug- und Druckventilen zum Einsatz. Die Organisation dieser Gruppe wurde schließlich in alle römischen Provinzen exportiert und kam auch bei uns verstärkt zum Einsatz. Angesichts der permanenten Bedrohung durch die Germanen im Norden unseres Bundeslandes wurden entlang des 584 km langen Grenzwall limes mit seinen insgesamt 100 Kastellen und mehr als 1000 Wachtürmen und in den nahegelegenen wichtigen altrömischen Siedlungen ovilava (Wels), lentia (Linz) und lauriacum (Lorch bei Enns) zahlreiche Feuerwachen (vigiles) erstellt. Ihre Ausrüstung bestand aus Schöpfkellen, Körben, Schwämmen, Löschbesen, diversen Haushaltsgeräten, Leitern, primitiven Werkzeugen und primitiven Spritzen, sogenannten Wassersack-Siphonen.

An Arbeit dürfte es den Männern, die siphonarii genannt worden waren, nicht gemangelt haben, bestanden doch die meisten Behausungen dieser Zeit (vor allem in unserem Raum) fast ausschließlich aus Holz und Lehm. Wie auch heute noch fast immer der Fall, war auch damals die Mitgliedschaft freiwillig. Jedoch lässt sich rekonstruieren, dass dieser Dienst später, der schon damals nicht ungefährlich war, von der römischen Zentralverwaltung mit steuerlichen Vergünstigungen belohnt wurde.

2.2. Das Mittelalter als Hochburg des Feuers
Der Untergang des römischen Reiches hat anscheinend auch die gesamtem Errungenschaften dieser Zeit mit sich in das Verderben gerissen, blieb doch von der blühenden Zivilisation beinahe nichts über. Die Menschen im Mittelalter setzten sich, wenn überhaupt, mit Kochgeschirren, Kupferkesseln und den obligatorischen Eimerketten gegen Brände zur Wehr. Der Umstand, dass es in den Städten und Orten an einem funktionierenden Wasserversorgungssystem fehlte, machte die Brandbekämpfung zu einem schier unlösbarem Unterfangen.

Gründe dafür, dass man nicht einmal mehr, die primitivsten Löschversuche durchführen hat können, waren sicherlich die plötzlich fehlende Bevormundung von oberster Stelle. Hatte man zur Zeit des römischen Reiches noch genaue Vorschreibungen, die in etwa unseren heutigen Baurichtlinien entsprechen, zu beachten, so wurde jetzt nach Lust und Laune um- und neugebaut. Niemand sorgte für eine regelmäßige Straßenlage oder kümmerte sich um die innere Errichtung eines Hauses. Die Straßen wurden dabei eng und krumm, Sackgassen waren häufig Für den Verkehr wurden die Straßen noch weiter verengt durch den Gebrauch der Handwerker und Krämer, vor der Haustüre noch eine Verkaufsbude anzulegen; auch Kellerhälse und Schweineställe verengten die Straßen (...) Straßenpflaster und Straßenbeleuchtung gab es nicht; -der Schmutz in den Straßen war übermäßig. Die bürgerlichen Häuser waren ganz von Holz, mit Schindel- oder Strohdach, das zweite Stockwerk rückte oft mehrere Fuß über das erste vor, so dass die Giebel beinahe zusammenstießen.

Die Wiederbeschäftigung in der Renaissance mit der Antike brachte auch die feuerwehrtechnischen Errungenschaften der Ägypter, Griechen und Römer wieder ans Tageslicht. Schließlich wich der Glaube an vorchristliche Mythen (u.a., dass das Feuer ein von Gott gesandtes Ungeheuer sei und mit Stockschlägen vertrieben werden könne) der wachsenden Technikaufgeschlossenheit zu Beginn des 15. Jahrhunderts

2.3. Die Technik bringt erste Erleichterungen in der Brandbekämpfung
So wurde um 1500 von aufgeschlossenen Technikern die bereits im römischen Reich angewendete Doppelkolbenpumpe wiederentdeckt und weiterentwickelt. So baute ein Augsburger 1518 die erste fahrbare Löschmaschine und rund 50 Jahre später wird in einem deutschen Maschinenbuch eine Einzylinderspritze mit Einfachpumpwerk und Wenderohr genauestens vorgestellt. Als für damalige Verhältnisse revolutionär muss die Entwicklung einer Feuerspritze mit Windkessel im Jahre 1655 bezeichnet werden, mit der es erstmals gelang, einen gebündelten Wasserstrahl bis zu einer maximalen Höhe von rund 4 Stockwerken (was einer Höhe von ungefähr neun Metern entspricht) zu fördern.

C.D.Magirus, Das Feuerlöschwesen in allen seinen Theilen, Ulm 1877
Eines der ureigensten Geräte, das mit dem Wesen der Feuerwehr ebenso fest verbunden ist wie das Feuer selbst, stellt zweifelsohne die (neuerliche, s.o.) Einführung des Feuerwehrschlauches 1673 dar. In einschlägiger Fachliteratur wird noch immer darüber diskutiert, ob der Amsterdamer Brandmeister Jan van der Heyde nun der Erste war, der diese Hilfsmittel zur Brandbekämpfung eingesetzt hat oder nicht. Außer Zweifel steht jedoch, dass er es war, der für die großräumige Verbreitung dieser Entwicklung verantwortlich war: Nicht ohne Grund wurde und wird das von ihm entwickelten Kupplungssystem als Holländer bezeichnet.

Alle oben genannten Entwicklungen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es noch unzähliger findiger Köpfe bedurfen hat, bis man den heutigen Stand der Technik erreicht hatte. In den folgenden Jahren wurden die Errungenschaften verbessert, das System ausgebaut und neue Materialien, neue Erfindungen sowie neue Techniken dem Feuerlöschwesen zugeführt.

2.4. Vorn Zusehen zur Feuerlöschordnung
Hatte man sich in den frühen. Jahren damit abgefunden, sich seinem Schicksal zu ergeben und das Feuer das. Meiste Hab und Gut hinwegraffen zu lassen, so besann man sich erst um 15. Jahrhundert seiner Möglichkeiten und begann die Bekämpfung der Feuersbrünste mit militärischer Genauigkeit zu organisieren.

Es braucht niemanden zu wundern, dass gerade die Ortschaft St. Florian über die erste und somit älteste Feuerlöschordnung im Land Oberösterreich verfügte und mit der Jahreszahl 1531 datiert ist. Wenig später folgte die Bau und Feuerordnung der Stadt Linz (1542), doch lassen sich auf Grund von fehlenden Aufzeichnungen weitere Verordnungen in unserem Bundesland erst wieder im 18. Jahrhundert rekonstruieren.

Von einer einheitlichen gesetzlichen Grundlage war man zu dieser Zeit weit entfernt, war doch das Feuerlöschwesen Sache der jeweiligen Gemeinden. Alle vom kaiserlichen Hof erlassenen Verordnungen bezüglich Brandschutz fanden nämlich stets nur in der Reichshauptstadt Wien Anwendung. Dort führte Kaiser Leopold 1. 1685 eine gründliche Reform der städtischen Feuerwache durch, und richtete an der zentralen Stelle Am Hof die erste Berufsfeuerwehr Europas ein.

Später prägte Kaiserin Maria Theresia ihren Namen unauslöschlich in die Geschichte des Feuerlöschwesens ein: sie erließ die Theresianische Feuerordnung, welche in späteren Jahren die Grundlage für die in ganz Österreich kundgemachten Josephinischen Feuerordnungen darstellte und auch in den meisten anderen europäischen, vor allem den deutschen Ländern adoptiert wurde.

Die vordringlichste Sorge des Kaiserin war aufgrund des Fehlens einer, nach heutigem Muster bekannten, Bau- und Feuerpolizei, ein erhöhtes Augenmerk im Bezug auf vorbeugenden Brandschutz: angefangen von unschicklichen Bauarten und hölzernen Kaminen bis zu Richtlinien für den Umgang mit offenem Feuer waren in diesen Verordnungen etliche Grundregeln des Häuserbaues sowie beinahe jeder Umgang mit der Feuer und wie man sich im Falle eines Brandes zu verhalten habe genauestens beschrieben.

Wie in allen Verordnungen dieser Art galt auch hier dem Punkt Löschvorgang das weitaus größte Augenmerk. Bereits zu dieser Zeit findet sich der auch noch heute unvermindert geltende Hinweis auf die Knappheit von Wasserreserven. Bei akutem Wassermangel wurde den herrschaftlichen Häusern, Fabriken, Bräuhäusern, Pfarrhöfen, Mühlen und Werkstätten die Errichtung von Löschwasserbehältnissen empfohlen bzw. vorgeschrieben. Auch findet sich hier der Hinweis, Löschwasser eventuell aus Rossschwemmen zu holen und somit die Wassernot zu überbrücken.

2.5. Von Feuerlöschordnungen zur organisierten Brandbekämpfung
Gerade zu dem Zeitpunkt, als die Gewerbefreiheit das Zunftsystem abgelöst hatte und so die einstigen Zünfte ihre Aufgaben in punkto Brandschutz nicht mehr erfüllen konnten, kamen einige begeisterte Turner auf die Idee, ihre in etlichen Übungsstunden erworbenen Fähigkeiten der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen und begannen sogenannte freiwillige Turnerfeuerwehren zu gründen. Die Landeshauptstadt Linz nannte bereits 1851 eine Turnerfeuerwehr ihr eigen, bald darauf folgten Bad Ischl und Steyr. Eine der ersten Feuerwehren, welche sich nicht aus diversen Turnervereinigungen gebildet hatte, war wohl 1865 die Feuerwehr der Stadt Enns.

1866 war gleichsam ein Wendepunkt in der Geschichte des Oberösterreichischen Feuerwehrwesens: Aufgrund des akuten Mitgliedermangels rief man in Linz eine freiwillige Feuerwehr ins Leben, deren Erhaltung und oberste Befehlsgewalt bei der Verwaltung der Stadtgemeinde lag. Ein Jahr später folgte die oberösterreichische Feuerwehrmetropole Wels, die in den Folgejahren unter der Führung von August Göllerich die Installierung einer Dachorganisation forcierte. Schließlich konnte man am 25. Juli 1869 von der Gründung eines oberösterreichischen Feuerwehrverbandes berichten, dessen Vorstand Göllerich auch in den ersten Jahren übernahm. Im ganzen Land Ob der Enns entstanden in den Jahren darauf Feuerwehren, doch war es aus vielfältigen Gründen ein sehr dornenreicher Weg, bis man 1893 die 300. Feuerwehr feierlich in den Verband aufnahm.

Oberösterreich muss sich glücklich schätzen, in den Anfangsjahren des Feuerwehrverbandes einen Mann wie August Göllerich an, dessen Spitze gehabt zu haben: Göllerich drückte dem oberösterreichischen Feuerwehrwesen durch die Installierung der heutigen Landesfeuerwehrleitung, der Einrichtung von Bezirksverbänden und ganz wesentlich durch die Ausarbeitung der ersten Feuerpolizeiordnung, die den Feuerwehren von da an die gesetzliche Grundlage bot, unauslöschlich seinen Stempel auf Hoch anzurechnen ist den freiwilligen Helfern der damaligen Zeit, dass sie trotz widriger Umstände in den Gründerjahren, standen die Menschen in unserem Bundesland der neuen Organisation doch skeptisch bis feindselig gegenüber und mussten die meisten Wehren mit chronischen Mangel an Finanzmitteln und Gerätschaften ihre Aufgaben bewältigen, dass sich immer wieder Menschen gefunden haben, die das Gedankengut der Feuerwehr aufnahmen, ihr beitraten und in ihrem Idealismus die Feuerwehren nicht nur durch ihre Mitgliedschaft sondern auch noch durch Spenden aus der eigenen Tasche unterstützten, da die Spendenfreudigkeit der damaligen Bevölkerung gering bis nicht existent war, die Feuerwehr zu dem gemacht haben, was sie heute darstellt.

Trotz der oben genannten Umstände dieser Zeit, ist es jenen Männern zu verdanken, dass Oberösterreichs Bevölkerung heutzutage bei Tag und bei Nacht darauf vertrauen kann, in Notsituationen rasche Hilfe beanspruchen zu können.


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