Fire-World ...wo die Feuerwehren zu Hause sind!
Von dort und da
 Feuerwehr in Tansania (Ostafrika)
  Intensiv-Trip zu den US-Firefighters
 Besuch beim Tokyo Fire Department
  Feuerwehreinsatz in Griechenland
  Nepal und die vergessene Feuerwehr

Waldbrandcamp in
Griechenland
 Erste Eindrücke
 Erfahrungsbericht
  Waldbrandcamp 2004 

Voluntärdienst
 Zwei Salzburger in Hamburg


News Feeds
 Handheld/PDA
 XML News Feeds
 XML Forum Feeds
 Zeige Sidebar
 Mozilla Sidebar
 
Willkommen auf fireworld.at!
Wenn Sie sich Registrieren oder Anmelden können Sie weitere Vorteile wie Umfragen, Support Tickets und die Mailingliste nutzen. Die Registrierung ist unverbindlich und dauert nur einige Sekunden.

Leser unterwegs - Waldbrandcamp, Erfahrungsbericht

Fireworld - Leser unterwegs
Erfahrungsbericht vom Waldbrandcamp in Griechenland

Autor: Benedikt Burger, FF Kollnau i. Brsg - Deutschland

Vorwort
Dieser Bericht beschreibt meine Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke während meines Aufenthaltes im griechischen Waldbrandcamp in Rizómata vom 13. bis 27. August 2001. Er basiert ausschließlich auf dem, was ich selbst erlebt habe.

Wie alles begann
Angefangen hat alles mit der Mai-Ausgabe des Feuerwehrmagazins. Darin warb die E.S.E.P.A., die Körperschaft der griechischen Freiwilligen Feuerwehr e.V. um Hilfe bei der Waldbrandbekämpfung während der Sommermonate. Nach ein paar Tagen des Grübelns entschied ich mich, der E.S.E.P.A. eine E-Mail zu schicken und nach fünf Minuten hatte ich dann alle nötigen Anmeldeformulare in meinen Händen und begann mich schlau zu machen. Mit jeder Zeile die ich las, wurde die Sache interessanter und da die Anmeldefrist nur bis zum 31. Mai dauerte, meldete ich mich kurzentschlossen bei der E.S.E.P.A. an. Bis zu meiner Abreise nach Griechenland sollte es noch einige Monate dauern, in denen ich auch mehrmals telefonisch von meinen griechischen Kollegen über organisatorische Dinge informiert wurde. So musste man den Griechen z.B. genaue Flugdaten und andere Informationen wie An- und Abreise zukommen lassen. Des weiteren wurden 2 Passfotos für den Campausweis benötigt. Nachdem alle nötigen Informationen auf beiden Seiten vorlagen und alles geklärt war, kam das große Warten!

Die Anreise
Endlich war es soweit, am Montag, dem 13. August 2001, startete ich, bepackt mit allerlei Ausrüstung und Gepäck, mit dem Zug von Freiburg aus in Richtung Frankfurt. Als ich dort ankam, hatte ich noch gut 2 Stunden Zeit bis zu meinem Abflug nach Thessaloniki. Also konnte ich in aller Ruhe einchecken und im Cafe noch eine Kleinigkeit trinken. Gegen 15:00 Uhr erhoben sich dann die Flügel meiner Boeing 737-800 der Hapaq Lloyd, um mich zu den großen Feuern zu bringen. Nach zweieinhalb Stunden und einem sehr angenehmen Flug landete ich um 18:35 Uhr griechischer Ortszeit etwas hart, aber gekonnt in Saloniki. Nachdem ich in der Ankunftshalle angekommen war und mein Gepäck beisammen hatte, wurde ich auch schon von Stefan und Gerhard, zwei bayrischen Kameraden in Empfang genommen. Das alles so reibungslos klappen würde, hätte ich nicht gedacht. Da abends noch einmal 4 Kameraden erwartet wurden und die Fahrt ins Camp über eine Stunde beanspruchte, ließen wir uns erst einmal in einem Cafe nieder. Gegen 22:30 Uhr starteten wir dann mit 7 Mann, viel Gepäck und einem etwas betagten Ford TLF-1000 die Fahrt ins Camp. Dort angekommen, war ich nach einer freundlichen Begrüßung über eine Sache besonders erfreut, mein Bett!!

Die ersten Tage
Die ersten 5 Tage im Camp gestalteten sich sehr ruhig, für meinen Geschmack und den vieler anderer zu ruhig, was aber im Nachhinein nicht weiter tragisch war.
Am Dienstag wurden wir Vormittags von Nikos Sachinidis, dem Präsidenten der E.S.E.P.A. und Leiter des Waldbrandcamps in das Lagerleben eingeführt. Er berichtete von tollen, teils aber auch weniger tollen Dingen, die sich seit Beginn des Lagers am 15. Juni ereignet hatten. Uns wurde der Tagesablauf beschrieben, erzählt, was für den heutigen Tag auf dem Programm stand und wir erhielten unsere Ausrüstung, die aus 2 Army-Wasserflaschen, einer Koppel, einer Staubschutzbrille, Handschuhen, einer Schirmmütze, 2 blauen Einsatzoveralls, einem leichten Helm und einem Essbesteck bestand. Auf Helm und Handschuhe sowie die Einsatzoveralls konnte ich verzichten, da ich meine Schutzkleidung ja aus der Heimat dabei hatte und es mir z.B. freigestellt war den leichten ESEPA-Helm aus Plastik, oder den guten alten Stahlhelm zu tragen. Ich entschied mich für letzteres, da ich diesem, trotz seines Gewichtes, mehr vertraute und er ein Visier hatte. Am Nachmittag gab es dann für uns Neuankömmlinge die erste theoretische Unterweisung in der Waldbrandbekämpfung. Bis zum Samstag waren die Tage dann relativ ruhig und ohne große Hektik. Vormittags wurden immer Einsatzübungen im Gelände durchgeführt, die teilweise anstrengend aber auch sehr lehrreich waren.
Dazu ein kleiner Einblick: Es gab Fußtruppen und die Fahrzeuge mit ihrer Besatzung. Fahrzeuge hatten wir 2 TLF-1000 auf Ford und International 4x4, ein TLF-8000 auf Steyr und einen Linienbus der Marke Ikarus, der im Gelände aber nicht dabei war.
Die "Fußsoldaten" wurden in Gruppen von je 8-10 Mann eingeteilt. In jeder Gruppe gab es einen Gruppenführer, eine Person mit einer Kettensäge + Zubehör, sowie jeweils mehrere Leute mit Schaufeln und Hacken, eine Spitzhacke, eine Sanitätstasche, usw. Trainiert wurde im Gelände u.a. die Zusammenarbeit von Fahrzeugen und Fußtruppen, Verhalten im (schwierigen) Gelände, das Bergen verletzter Personen, die richtigen Löschtechniken und auch die Kondition.
Die Übungen waren eigentlich immer sehr interessant und bereiteten uns einigen Spaß. Nachmittags war dann meistens Siesta angesagt. Es bestand aber auch die Möglichkeit zu wandern, ins Dorf zu gehen oder sich sonst irgendwie zu beschäftigen. Je nach Bedarf wurden auch Nachmittags Übungen durchgeführt.
Abends gingen wir dann oft ins Dorf in ein Cafe oder Lokal, von denen es in der 1.200 Seelen-Gemeinde ganze 17 Stück gab! Am Mittwochabend war dann in Rizómata noch ein Volksfest, bei dem die ganze Gastfreundschaft und Lebensfreude der Griechen zum Vorschein kam, die übrigens geradezu unerschöpflich zu sein scheinen. Ansonsten war das Leben in den ersten Tagen bis auf einen Ausflug zu den Grabstätten in Vergina eher unspektakulär.

Der erste Alarm
In den ersten Tagen waren Waldbrände sozusagen ein "bedrohte" Art! Erstaunlicherweise war es in diesen Tagen für die Sommerzeit relativ kühl und feucht. Es hatte in diesem Sommer bereits mehr geregnet als in jedem Sommer der letzten zehn Jahre und auch die Temperaturen hielten sich immer in der Nähe der 30 Grad-Marke, weshalb die Gefahr für Waldbrände relativ gering war. Am Samstag, dem 18., zeigten sich jedoch die Eigenheiten der griechischen Natur und das Niederschlag nicht viel bedeuten musste. Denn hatte es einmal heftig geregnet, war davon nach zwei Stunden nichts mehr zu sehen.
So ergab es sich, dass am Samstagabend Bereitschaft "ausgelöst" wurde, was genauer gesagt bedeutete, dass in Griechenland eine bestimmte Gefahrenstufe erreicht wurde und man deshalb das Camp wegen eventueller Alarme nicht verlassen durfte. Dieser ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Gegen 18:00 Uhr wurde uns in 400 km Entfernung ein Großfeuer gemeldet und es hieß, wir seien angefordert worden, woraufhin uns mitgeteilt wurde, dass wir in einer Stunde aufbrechen würden und eine Entwarnung relativ unwahrscheinlich wäre, da auch schon Hubschrauber und Löschflugzeuge im Einsatz wären. Leider kam diese aber doch 15 Minuten später und man sagte uns, es wären bereits 200 Mann und 40 TLF von Athen aus zum Feuer beordert worden und wir werden nicht mehr benötigt. Also gesamte Kompanie halt und weg mit der Einsatzkleidung.

Auf nach Athen
Über das gesamt Wochenende blieb es dann weiterhin "erdrückend" ruhig und auch die Freizeitmöglichkeiten wurden immer knapper. Da sich deshalb so langsam der "Lagerkoller" bemerkbar machte, suchte man Möglichkeiten die freie Zeit besser zu nutzen. So kam es, das Nikos uns eine Fahrt nach Athen vorschlug, wo wir verschiedene Dinge besichtigen könnten und auch Bademöglichkeiten am Meer während der Fahrt dorthin gegeben wären. Gesagt, getan, wir (die Lagerteilnehmer, die nicht in den nächsten drei Tagen abreisen werden) einigten uns auf eine Abenteuerfahrt mit allen Fahrzeugen ins 500 km entfernte Athen, wobei die Übernachtungsorte nicht festgelegt waren und der Linienbus nur über Holzsitzplätze verfügte, was hier im Gedenken an unser Sitzfleisch doch mal erwähnt werden muss.
Das war am Montag und am Dienstagabend sollte es nach allen nötigen Vorbereitungen dann endlich losgehen, juchaii! Dieser Trip sollte für alle noch mal 150,- DM ( 76,-) kosten, womit alle Unkosten für Sprit, Verpflegung und Übernachtungen abgedeckt waren und was auch niemanden sonderlich störte. Um 17:00 Uhr rollten die Fahrzeuge dann endlich aus dem Lager.

Eine Fahrt wie keine andere
Nachdem wir aus dem Lager waren und in Rizómata noch mal alle Fahrzeuge getankt hatten, mussten wir zuerst eine Stunde lang die Serpentinen der griechischen Berge bis nach Katerini hinter uns bringen, um eine Autobahn zu erreichen. Auch diese befuhren wir seltsamerweise nur 20 Minuten ohne Zwischenfälle, denn mitten auf der Autobahn verabschiedete sich die Zylinderkopfdichtung des "International 4x4" und wir mussten ihn mit einer nicht sehr vertrauenserweckenden Schlauchkonstruktion zur nächsten Raststätte schleppen.
Dort wurde dann die gesamte Ausrüstung in den Ikarus und die anderen Fahrzeuge verladen und nach einigem hin und her ging es endlich weiter. Da uns diese Aktion sehr viel Zeit gekostet hatte und es schon spät wurde entschieden wir uns im nahegelegenen Platamon direkt am Meer auf dem Campingplatz zu übernachten um dann auch am nächsten Morgen gleich ins salzige Nass hüpfen zu können. Für mich war dies die unruhigste Nacht der Athen-Reise, da ich am Mittwochmorgen wie ein Streuselkuchen aufwachte. Zehn Stiche unliebsamer Insekten zählte ich allein in dieser Nacht! Nachdem wir dann morgens ins Meer hüpften und gefrühstückt hatten, ging es um 11:00 Uhr weiter Richtung Athen.
Dann, irgendwo auf einer Straße nach Athen: 2 Rauchsäulen! Nach Absprache von Nikos mit der hiesigen Berufsfeuerwehr wendeten wir mit Blaulicht und Martinshorn mitten auf der Landstraße! Alle machten sich bereit, denn jetzt war es ernst, wir hatten das Feuer ja schließlich gesehen. Das ein Feuer zu sehen allerdings nicht gleich bedeutet, es auch löschen zu müssen, zeigte sich nach einer halbstündigen Signalfahrt. Das eine Feuer stellte sich als Müllfeuer heraus und das andere war am Strand und der Weg dorthin zu umständlich, außerdem war die BF bereits vor Ort und wir wurden nicht mehr benötigt. 2. Fehlalarm. Nach diesem etwas untypischen Fehlalarm setzten wir unsere Fahrt Richtung Athen weiter fort. Kurz vor Athen entdeckten wir dann Abends wieder einen Waldbrand und sahen auch schon Hubschrauber fliegen. Nach kurzer Absprache mit der BF machten wir uns wieder bereit und fuhren Richtung Feuer. Doch, wie war es auch anders zu erwarten, erhielten wir während der Anfahrt die Nachricht, dass wir nicht mehr gebraucht werden, echt super! 3. Fehlalarm.
Da wir jetzt schon lange unterwegs waren und an unserem Steyr TLF-8000 eine Kleinigkeit nicht in Ordnung war, mussten wir in einer Autobahnhaltebucht stoppen. Da es jetzt aber schon so spät (ca. 22:00 Uhr) war und sich keine andere Möglichkeit bot, beschlossen wir, geschützt durch unsere großen Fahrzeuge, mit unseren Feldbetten in der Haltebucht unter freiem Himmel zu nächtigen. Bei dem in Griechenland üblichen Wetter war dies ja kein Problem. Hierbei muss noch gesagt werden, dass dieser "Campingplatz" besser war, als in Platamon, da ich auf der Autobahn wesentlich besser geschlafen habe als auf dem richtigen Campingplatz. Und warum? Ganz einfach, es gab keine stechenden Insekten!!

Athen, eine tolle Stadt
Donnerstag, 6:30 Uhr, noch 30 Kilometer bis nach Athen. Dort angekommen besuchten wir die BF-Wache 2, eine der Hauptfeuerwachen, von denen es zwei gibt.
Zur Information: Athen hat ca. 4 Millionen Einwohner, es gibt ganze 8 Feuerwachen der BF, keinerlei Freiwillige Wehren! Die Wache 2 ist für rund halb Athen zuständig (2 Mio. Einwohner), hat um die 12 Fahrzeuge und hat pro Jahr rund 3500 Einsätze, wobei die BF nicht für den Rettungsdienst zuständig ist. Der BF-Athen fehlen rund 160 Feuerwehrleute. Nach der Besichtigung der Wache und einer netten Unterhaltung mit den Leuten der BF, ging es mit einem gemieteten Fahrer für unseren Bus weiter zur Akropolis. Gemieteter Fahrer? Ja richtig, wir mussten für Athen einen Fahrer mieten, da zum einen die Stadt total unübersichtlich und chaotisch ist und die Griechen zum anderen keine besonders rücksichtsvollen Autofahrer sind. Selbst Nikos, der schon einen "guten" Fahrstil pflegte meinte nur: "Athen ist nicht Griechenland! Athen ist Athen!" Womit er sagen wollte, dass es in Athen mit den Autos sogar noch schlimmer ist, wie im restlichen Griechenland.
Wir waren am Ende des Tages übrigens der gleichen Meinung! Die letzte Station an diesem Tag war eine weitere Wache der BF in einem Außenbezirk von Athen. Hier bekamen wir u.a. einige sehr interessante Fahrzeuge zu sehen, wie z.B. ein TLF-1500 auf Atego 925 mit einer umfangreichen Beladung zur Technischen Hilfeleistung. In dieser Nacht rasteten wir auf einem Campingplatz mitten in Athen.
Auch am Freitag, dem 24., hatten wir ein vollen Programm, wir besuchten das Ministerium für Zivilschutz, das Nationalmuseum und das Parlament, wo uns der ehem. stellv. Parlamentspräsident den Dank und die Anerkennung der Griechen für unsere Hilfe aussprach. Auch im Ministerium hatten wir ein interessantes Treffen mit dem Generalsekretär des Ministers für Zivilschutz, der ebenfalls dankende Worte an uns richtete.
Was noch ganz lustig ist: Die ganze Athen-Tour über waren alle mit Ihren Einsatzstiefeln, den blauen Overalls samt Abzeichen sowie der ESEPA-Schirmmütze bekleidet! Bei der in Athen herrschenden drückenden Hitze vielleicht etwas zu warm!! Genau deswegen hielten uns auch einige Touristen oder unwissende Griechen für eine Spezialeinheit des Militärs und andere lustige Dinge.
Nach diesen eindrucksvollen Treffen und Besichtigungen fuhren wir wieder heimwärts. Wieder hielten wir als Zwischenstop in Platamon und gönnten uns an diesem Abend aus der noch gut gefüllten Tourkasse ein wundervolles griechisches Essen in einem guten Lokal direkt am Meer. In dieser Nacht schlief ich auch hier nicht schlecht, da ich diesmal mein Insektenschutzmittel benutzte. Es roch zwar überall um mich herum etwas streng nach Eukalyptus, dafür zeigte das Mittel aber Wirkung: kein Stich in dieser Nacht!

Die Heimfahrt nach Rizómata
Bevor wir wieder ins unsere Oldtimer stiegen sprangen wir nochmals ins "platamonische" Meer und frühstückten reichlich um für die letzte Etappe der Fahrt gerüstet zu sein. Da wir bis Rizómata nur noch 70 km zu fahren hatten, waren wir schon am Mittag zurück im Camp und wurden von den zurückgebliebenen Griechen und neuangekommenen Kameraden fröhlich empfangen. Ach ja, übrigens, die ganzen 1000 km nach Athen und zurück sind wir mit Blaulicht (aber zum Glück ohne Sirene) gefahren! - So sind halt die Griechen!

Der letzte Tag im Camp
Am Sonntag vor der Heimreise hatte ich dann doch einen Einsatz. Es war zwar kein Feuer, aber trotzdem sehr anstrengend. Wir hatten an diesem Tag eine Erdbebenwarnung erhalten und mussten deshalb um die 60 Zelte für den Notfall nach Thessaloniki bringen. Diese hatten ganz schön Gewicht und an diesem Abend war das Abendprogramm für mich gestrichen! Ich packte noch meine Sachen und legte alles für die Abreise bereit, dann war auch dieser Tag zu Ende.

Die Heimreise nach Deutschland
Am Montagmorgen um 5:30 Uhr war es dann soweit. Der zum treuen Begleiter gewordene Ikarus brachte mich und drei bayrische Kameraden zum Flughafen und schon um 9:30 Uhr saß ich wieder in einer 737-800, die diesmal nur in eine andere Richtung flog. Diesmal etwas weicher, landete ich um ca. 11:00 Uhr deutscher Ortszeit auf dem Düsseldorfer Flughafen. Von dort war es nun nicht mehr weit und die Freude, mal wieder deutschen Boden unter den Füßen zu haben, war groß. Anders, als sonst üblich, freute ich mich schon, wieder etwas den Alltag zu erleben.
Doch erst musste ich mir mein Gepäck besorgen und mit dem Flughafen-Shuttlezug zum Düsseldorfer Hbf fahren. Von dort konnte ich, mit 30 Minuten Verspätung wegen eines Personenunfalls, die 4 Stunden dauernde Fahrt nach Freiburg antreten. Ich hatte Glück, denn der Zug war die ganze Fahrtzeit nicht überfüllt und ich konnte durchgehend auf meinem Platz sitzen bleiben. In Freiburg angekommen war es nur noch ein Katzensprung und um 18:30 konnte ich endlich meine Haustüre aufschließen. Auch wenn der "Einsatzurlaub" in Griechenland ziemlich interessant und abwechslungsreich war, war doch die Freude wieder zu Hause zu sein nicht gerade gering.

Abschluss
Die Teilnahme am Waldbrandcamp war für mich eine einmalige Lebenserfahrung, die ich nicht mehr missen möchte. Ich habe dort viel gelernt, z.B. über fremde Menschen und deren Sitten, oder über die Waldbrandbekämpfung. Aber die Erfahrungen waren nicht nur positiv. So habe ich auch gesehen, wie sehr sich einige unserer lieben Kameraden aus Deutschland, aber auch Österreich daneben benehmen können, oder wie fremd doch einige dem eigentliche Geist der Feuerwehr sind. Denn eigentlich sollte es für Feuerwehrleute normal sein, dort zu helfen, wo der Schuh drückt und sich nicht darüber zu beschweren, dass nicht alles so akribisch genau geplant ist wie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Ich kann nur jedem empfehlen so etwas auch mal zu tun, denn ich bin mir sicher, wenn man mit der richtigen Einstellung nach Griechenland gegangen ist, ist man auch mit einer positiven Meinung zurückgekommen. Natürlich muss man sagen, dass nicht alles nur positiv war, es gab auch weniger tolle Dinge. Aber für viele dieser unschönen Sachen können unsere griechischen Kollegen selbst nichts und außerdem kann man bei einer Organisation mit so viel Problemen nicht erwarten ,dass alles glatt läuft. Für mich war es jedenfalls genial und das ich von meinen Kameraden aus Griechenland zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit ernannt wurde, macht mich besonders stolz. Ich schließe es nicht aus, in ein paar Jahren wieder dorthin zu gehen und dort zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Ich hoffe Ihnen hat mein Bericht wenigstens etwas gefallen und man konnte ihn gut lesen. Zum besseren Verständnis finden Sie unten noch einige Hintergrundinformationen.
Vielen Dank.

Hintergründe
Als erstes ist es wichtig zu wissen, dass es in Griechenland bis vor drei Jahren keine Freiwillige Feuerwehr gab. Diese seit drei Jahren bestehende Freiwillige Feuerwehr baut sich gerade selbst auf und hat mit enormen politischen und wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Diese Freiw. Feuerwehr nennt sich E.S.E.P.A., was so viel bedeutet wie "Körperschaft der griechischen Freiwilligen Feuerwehr e.V."!
Das größte Problem der E.S.E.P.A. sind die Finanzen, denn erst seit einem Jahr ist sie eine staatlich anerkannte Organisation und kann deshalb staatliche Subventionen erhalten. Diese sind aber nicht gerade sehr üppig. Außerdem muss Sie gegen die starke Lobby der Berufsfeuerwehr antreten, da viele Berufsfeuerwehrleute gerade auf dem Land um Ihren Arbeitsplatz fürchten. In Rizómata zum Beispiel, dem Ort wo das Camp liegt, gibt es ca. 1200 Einwohner und eine BF mit einer Schichtstärke von 3 Leuten! Gerade während unseres Aufenthaltes in Athen konnte Herr Nikos Sachinidis für Ihn und seine Leute bedeutende Kontakte mit Führungskräften der BF knüpfen. Diese Beziehungen sind essentiell für das bestehen der E.S.E.P.A.
Was die Freiwilligen in Griechenland am meisten brauchen, sind Fahrzeuge und Ausrüstung. Wenn sie zu den Kollegen dort Kontakt aufnehmen wollen, vielleicht um zu helfen, oder wenn sie mehr Informationen haben möchten, können Sie sich an folgende E-Mail-Adresse wenden: esepa@otenet.gr . Ebenfalls interessant ist der Bericht meiner bayrischen Kameraden auf http://www.feuerwehr-neukirchen.de

Mit freundlichen Grüßen,
Benedikt Burger
Freiwillige Feuerwehr Waldkirch-Abteilung Kollnau i.Brsg.


In eigener Sache

Ihr habt Anregungen, Ideen oder gar Beschwerden zu Fire-World? Dann sendet uns ein Email und teilt uns Eure Ideen oder Beschwerden mit!
Ihr habt interessante Neuigkeiten aus Eurem Bereich der Feuerwehr? Ihr habt einen interessanten Einsatz erfolgreich hinter Euch gebracht?
Ihr habt anderwärtige Neuigkeiten wo ihr denkt, sie wären für die Fire-World-Community interessant ?

Dann scheut Euch nicht und und sendet uns ein Email!

Werbung


Fire-World
 Startseite
 Mail an Fire-World
 News Übersicht
 News einsenden
 Fiwo-Facebook
 Fire-World Shop
 Fiwo-Druckstudio
 FiWo-Toolbar
 FiWo-Spieleecke
FiWo-Playmit-Quiz
 
Fiwo-Shop-Produkte

Forum
 Fire-World Forum

Service
Artikel-Suche
 Umfragen
 LINKS
 Bazar - Suche/Biete
 Support Ticket
 F.A.Q.

Partnermagazin II

Brandheiss


Wetterwarnungen

Download-Center
 Poster
 Wallpaper - Thumbs
 Software
 Merkblätter
 Ausbildung
 Schaukasten

Werbe-Fenster



Diverse Hinweise

Echte Sessions,
kein Cache!
Es sind derzeit 28 Benutzer im Newsbereich aktiv