Nö: Gärgasunfall in einem Weinkeller beübt
Geschrieben am: 2014-09-28 19:08:32

Bad Vöslau (Nö): Mit dem Herbst beginnt auch die Lesesaison für die Weinbauern. In den Betrieben herrscht Hochbetrieb, jeder ist im Stress will so viele Trauben wie möglich ernten und verarbeiten doch bei der Hektik passieren auch Fehler.

Einmal nicht Aufgepasst und schon kann Gärgas austreten. Gärgas besteht zum Großteil aus Kohlendioxid [CO2], es ist farb- und geruchslos und führt zum Erstickungstot. Die ersten Anzeichen sind Schwindel, Übelkeit und Atemnot.


Drei Arbeiter waren im Keller mit Arbeiten beschäftigt als plötzlich einem nach dem anderen Übel wurde. Einer der Arbeiter schaffte es noch an die frische Luft und kam bis zum Müllraum wo auch er schließlich bewusstlos zusammenbrach, dabei steckte er auch noch aus Versehen den gelagerten Müll in Brand. Ein weiterer Mitarbeiter im Heurigenlokal sah, dass die Brandmeldeanlage anschlug und verständigte die Feuerwehr.


Eingetroffen am Einsatzort erkannte der Einsatzleiter, dass es sich nicht nur um einen Brand sondern auch um einen Gärgasunfall handelte. Umgehend wurde das Rote Kreuz Bad Vöslau und die Freiwilligen Feuerwehren Sooß und Gainfarn nachalarmiert. Unterdessen ging der erste Atemschutztrupp zur Menschenrettung in den Keller vor.


Sofort fand man eine leblose Person und entschied sich zu einer Crashrettung (besonders rasche Menschenrettung), denn es zählte jede Sekunde. Mit einem Tragetuch wurde der Arbeiter über die enge Stiege raufgetragen und dem Rettungsdienst übergeben. Danach ging der Trupp noch einmal in den Keller vor. Auf der Rückseite des Objektes wurde der dritte Arbeiter gerettet und ein Löschangriff vorgenommen. Die Feuerwehren Sooß und Gainfarn übernahmen die Löschwasserversorgung über einen Löschwasserbrunnen.


Der erste Vöslauer Atemschutztrupp fand noch eine weitere Person im Keller und rettete auch diese ebenfalls so rasch wie möglich. Ein dritter Einsatz des Trupps war nicht mehr möglich da die Atemluftflaschen leer waren, ein Gainfarner Atemschutztrupp übernahm den Auftrag und ging zur weiteren Menschenrettung in den Keller vor und durchsuchte die restlichen Räume.


Das Rote Kreuz kümmerte sich um die verletzten Personen und transportierte diese anschließend in umliegende Krankenhäuser. Das Bad Vöslauer Atemluftfahrzeug baute einen Atemschutzsammelplatz auf und koordinierte die Trupps und kümmerte sich um volle Atemluftflaschen. Das rasche Handeln der Atemschutztrupps hättet den Arbeitern im Ernstfall vermutlich das Leben gerettet, da jede Sekunde mehr in dieser Gärgas gefüllten Umgebung tödlich sein könnte.

In der Übungsnachbesprechung wurden ein paar Dinge besprochen die man in Zukunft noch besser machen kann, im Anschluss daran lud die Familie Wertek noch zu einem kleinen Imbiss in das Lokal.

FF Bad Voeslau




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