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Nö: TLFA-T 3000/400 Tanklöschfahrzeug-Tunnel -> FF Korneuburg
Geschrieben am: 2010-03-09 09:18:43  [Drucken]
Korneuburg (Nö): Im Dezember 2009 konnte das neue Tanklöschfahrzeug-Tunnel bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Korneuburg in Dienst gestellt werden.

Nach einer nur viermonatigen Planungsphase konnte die Ausschreibung vorgenommen werden. Bereits im Oktober 2008 startete die Planungsphase durch die Arbeitsgruppe der FF "Ankauf TLFA-T". Im Vordergrund der Fahrzeugplanung stand zusätzlich zum städtischen Einsatzbereich die Bewältigung von Einsatzaufgaben auf dem hochrangigen Straßennetz, insbesondere in der Tunnelkette der S1.

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Korneuburg stellt eine Stützpunktfeuerwehr für einen Großteil des Bezirkes mit mehreren Sonderfahrzeugen (Drehleiter, schweres Rüstfahrzeug und KFZ-Bergefahrzeug) dar und wurde im Jahr 2009 zu rund 500 Einsätzen gerufen. Die Feuerwehr der Bezirkshauptstadt ist mit ihren 80 aktiven Mitgliedern auch in den Alarmplänen umliegender Gemeinden und Feuerwehren integriert und rückt daher auch oftmals zur Hilfeleistungen in andere Einsatzbereiche aus.


Der dzt. Fuhrpark gliedert sich mit 14 Fahrzeugen, in ein Kommandantenfahrzeug, zwei Mannschaftstransportfahrzeuge, ein Kleinrüstfahrzeug (Vorausfahrzeug welches durch seine Bauart auch als Einsatzleitfahrzeug eingesetzt werden kann), insgesamt drei Tanklöschfahrzeuge, ein Großtanklöschfahrzeug, eine Drehleiter, drei Rüstfahrzeuge und ein Versorgungsfahrzeug. Weiters ist eines der vier niederösterreichischen Tauchdienstfahrzeuge in Korneuburg stationiert.

Die Arbeitsgruppe entschied sich, um die Anforderungen der Mindestausrüstungsverordnung des Landes Niederösterreich weiterhin einzuhalten, als Ersatz für das in die Jahre gekommene Steyr - Tanklöschfahrzeug 3000, für ein Fahrzeug der Firma Iveco-Magirus. Von den ? 508.000,- Gesamtkosten für das Fahrzeug wurde etwa die Hälfte von der Stadtgemeinde Korneuburg übernommen. Die notwendige tunnelspezifische Spezialausrüstung des Fahrzeuges wurde vom niederösterreichischen Landesfeuerwehrverband finanziert. Bei Unfällen auf der Autobahn bzw. Schnellstraße rückt nun mindestens diese TLFA-T 3000/400 in Kombination mit einem Rüstfahrzeug zum raschen Freimachen der Verkehrswege und das Vorausfahrzeug zur Unfallstelle aus. Bei einem größeren Schadensfall im Tunnelbereich werden weitere Fahrzeuge der FF Korneuburg, sowie gemäß dem Alarmplan der S1, die jeweils zuständigen Feuerwehren mitalarmiert.


Fahrzeugbeschreibung:
Das Tanklöschfahrzeug-Tunnel verfügt über einen 3.000 l fassenden Löschwassertank und einen integrierten Schaummitteltank für 400 l Schaummittel (AFFF, filmbildendes, alkoholbeständiges Schaummittel mit einer Zumischrate bei Flüssigkeitsbränden von nur 1 %). Der Schaummittelvorrat bietet die Möglichkeit, mittels einer hochmodernen "FIRE DOS Schaumzumischanlage", 3mal soviel als bisher, mögliches Schaummittel- Wassergemisch zu erzeugen; d.h. bei ausreichender Wasserversorgung eine Menge von 40.000l Schaum-Wasser-Gemisch, welches mit Luft zu einem hochwirksamen Löschschaum verschäumt wird. Mittels der automatisch arbeitenden Schaummittelzumischanlage wird das Schaummittelkonzentrat präzise dosiert (stufenlos verstellbar von 0,3 - 3%) dem Wasser zugesetzt und ermöglicht auch niedrige Zumischraten, z.B. zur Erhöhung der Löschwirkung für Feststoffbrände bzw. für den Netzmitteleinsatz (Netzwasser verwendet man um einen besseren Löscheffekt bei Feststoffbränden zu erzielen. Die Oberflächenspannung des Wassers wird durch die geringe Menge von beigefügtem Schaummittel herabgesetzt, und die Löschwirkung durch das Schaummittel generell gesteigert ) . Für den Schnellangriff steht eine Haspel mit 55m formfestem Normaldruckschlauch (Durchmesser 32mm), mit C-Hohlstrahlrohr, im Fahrzeugheck zur Verfügung. Die gesamte Pumpenbedienung wurde einfachst und im Angleich an die Pumpenbedienung zum schon vorhandenen Tanklöschfahrzeug 1 der FF Korneuburg gestaltet. Mit einer Taste erfolgt die Wasserbeaufschlagung der Pumpe (weiters einfache, manuelle Druckerhöhung), mit einer weiteren Taste wird erforderlichenfalls die Schnellangriffshaspel, 2 von 4 gekennzeichneten Druckausgängen sowie der Dachwerfer und der Werfer an der Stoßstange mit Schaummittel beaufschlagt. Idente Pumpenbedienungstableaus befinden sich im Pumpenraum und beim Fahrer-Platz.


An der Stoßstange ist auch ein Wasserwerfer mit einer Leistung von 400 bzw. 800l/min montiert um bei Brandeinsätzen im Tunnel einen Erstangriff, vom Fahrzeug aus, durchführen zu können. Die Bedienung dieses Werfers erfolgt vom Fahrerplatz aus. Ein weiterer Schaum - Wasserwerfer ist am Dach des Fahrzeuges verbaut. Dieser weist eine Literleistung von 800 bis 1600 l/min auf. Zusätzlich führt das TLFA-T einen tragbaren, oszillierenden Wasserwerfer mit einer Leistung von 1.200 l/min mit. Da im Fall eines Brandes in einem Tunnel in der Regel nur mit schwerem Atemschutz gearbeitet werden kann, steht für jedes Besatzungsmitglied des Tanklöschfahrzeuges, ein Atemschutzgerät, ein sog. Langzeit- Preßluftatmer, mit 2 x 6l 300- bar Preßluftvorrat zur Verfügung.

Eine Rahmenseilwinde mit einer Zugkraft von 50kN ermöglicht eine schnelle Abarbeitung schwerer Fahrzeugbergungen. Um bei Verkehrsunfällen in den Abend- und Nachtstunden eine ausreichende Beleuchtung der Einsatzstelle sicherstellen zu können, war zusätzlich zur Umfeldbeleuchtung ein Lichtmast mit 4x 1000 Watt Flutlichtscheinwerfer erforderlich.

Mit an Bord ist auch ein hochmoderner, hydraulischer Rettungssatz, bestehend aus einem Spreizer, einer Schere und einem dreistufigen Rettungszylinder inklusive Zubehör, welcher kräftemäßig für die hochfesten Karosserien moderner Fahrzeuge ausgelegt ist. Weiters ist für LKW- oder Bus - Unfälle eine Rettungsplattform aufgerüstet. Für den Gerätetransport auf Autobahn oder in Tunnels stehen zusammenklappbare Transportwagen zur Verfügung.

Im Tunneleinsatzfall wird an der Stoßstange eine Wärmebildkamera gehaltert, welche eine Bildübertragung ins Führerhaus des Fahrzeuges liefert.

Vom Fahrerplatz aus können die Seilwinden - Pumpen- und Frontwerfer- Steuerungen vorgenommen, die Bilder der Wärmebildkamera gesehen und das Fahrzeug zusätzlich durch die Informationen eines Ultraschall-Annäherungssystems und einer Rückfahrkamera gelenkt werden.


Zur Sicherheit der Mannschaft im Einsatz auf Verkehrsflächen wurden zusätzliche Warnleuchten und eine Verkehrsleiteinrichtung vorgesehen.

Eckdaten zum Fahrzeug:
Gesamtmasse: 18.000 kg
Motorleistung: 240KW bzw. 326PS
Antrieb: permanenter Allradantrieb

Sonderaustattung:
Iveco Magirus Alufire 2
Xenonscheinwerfer (für Tunneleinfahrten)
Rückfahrkamera
Ultraschallannäherungsüberwachung ("Fledermaus" - vorne/hinten/seitlich)
Klimaanlage (gegen Beschlag der Windschutzscheibe)
1 Lichtmast, pneumatisch, mit Anstoßsicherungen 4 x 1000 W
Pumpensteuerung heckseitig und vom Fahrerplatz aus, jeweils alle Funktionen (Wasser und Schaum) mit einfachster Drucktastensteuerung
1 Schaumzumischanlage (FireDos FD 1600) versorgt bei Bedarf 2 von 4 Druckausgängen, den C- Schnellangriff und den Dachwerfer
1 Seilwinde 50KN (Rotzler Treibmatic)
1 Verkehrsleiteinrichtung, heckseitig
1 Tankfüllleiste (Ledanzeige)
2 Wasserwerfer (Front- von innen steuerbar 400/800 , Dach- mit Schaumaufsatz 800-1600 l/min)

Ausrüstung:
1 Stromerzeuger (Endress 13,5kvA)
1 C-Schnellangriff, 55 Meter im Heck mit Spezial-Hohlstrahlrohr
1 Wärmebildkamera (MSA AUER 5200 HD)
1 Fernthermometer
1 Mehrgasmessgerät (Dräger XAM 7000)
1 Wasserwerfer tragbar, oszillierend, 1200 l/min
6 Atemschutzgeräte/ Preßluftatmer (MSA Ergo Twinpack, 2 x 6l 300 bar)
1 Hydraulisches Rettungsgerät (Lukas Hydraulik, SP310, S510, R430)
1 Rettungsplattform zur LKW Personenrettung
2 Transportwagen, klappbar
3 Schutzanzüge der Schutzstufe 2
2 Unterwasserpumpen
3 Mehrzweckleiter
1 Schiebleiter, 2-teilig, 10m
3 Digitale Funkgeräte
2 Analoge Funkgeräte

Freiw. Feuerwehr Korneuburg
Quelle: Thomas Steffal, FF Korneuburg


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