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Oö: Neues LFB-A2 der Feuerwehr Haslach auf Mercedes Atego
Geschrieben am: 2010-11-10 09:41:21  [Drucken]
Haslach (Oö): Nachdem gut zwei Jahre lang darauf hingearbeitet wurde, konnte die FF Haslach am 5. November 2010 das neue LFB-A2 in Empfang nehmen. Dieses Fahrzeug ist in erster Linie für technische Einsätze konzipiert, ist aber auch im Brandeinsatz eine wesentliche Unterstützung.

Nach dem 2005 bereits das neue TLF-A ausgeliefert wurde, steht jetzt sowohl für Brand- als auch für technische Einsätze ein schlagkräftiges Erstangriffsfahrzeug zur Verfügung.

Konzipierung
Einige wesentliche Punkte, die in die Konzipierung eingeflossen sind:
• Da man nicht weiß, wie sich die Tageseinsatzbereitschaft künftig entwickeln wird, sollten technische Einsätze auch mit diesem Fahrzeug allein erledigt werden können
• Die brandtechnische Ausrüstung soll – auch räumlich – auf ein Minimum beschränkt bleiben
• Im Gegenzug soll die technische Ausrüstung möglichst umfangreich sein


Fahrgestell
Beim Fahrgestell entschied man sich aus Schulungsgründen und wegen positiver Erfahrung für die gleiche Baureihe wie das bereits vorhandene TLF-A, einen Mercedes Atego. Diesmal ein 1226 in geländegängiger und langer Ausführung.
Als Bestbieter bei der Ausschreibung für den Aufbau ging abermals die Firma Rosenbauer aus Leonding hervor. Daraus ergibt es sich, dass nun beide Großfahrzeuge der FF Haslach sowohl das Fahrgestell, als auch der Aufbau der gleichen Serie entstammen.

Fahrerkabine, Mannschaftsraum:
Kabine und Fahrerraum sind im weitesten Sinne gleich angeordnet wie beim TLF-A. In der Fahrerkabine finden sich Einsatzleitmittel und Funkgeräte. Auch befinden sich dort die Steuerungen für das Fahrzeug, die an der Front angebrachte 50kN Treibmatic-Seilwinde sowie der Bildschirm für die Rückfahrkamera. Sämtliche batteriebetriebene Geräte wie z.B. die Atemschutzfunkgeräte und eine Kamera sind permanent über ein Kabel mit dem Fahrzeug verbunden und werden über eine Zeitschaltuhr geladen.


Weiters lässt sich von hier aus die integrierte Verkehrsleiteinrichtung bedienen. Mit dieser Anzeige – welche am Fahrzeugheck zu sehen ist – ist es möglich, verschiedene Anweisungen (links fahren, rechts fahren,…) direkt und ohne Lotsen den Verkehrsteilnehmern zu signalisieren.
Im Mannschaftsraum sind unter anderem ein Ersthilfekoffer, sowie die Ausrüstung für zwei Lotsen und drei Atemschutzträger.

Seilwinde
Die Entscheidung für die Rotzler Treibmatic fiel relativ rasch, da man bereits im Voraus Probleme mit dem richtigen Aufwickeln wie bei einer Trommelseilwinde vermeiden wollte. Auch Erfahrungsberichte anderer Wehren machten uns diese Entscheidung leicht.

Rückfahrkamera
Für den Ankauf einer Rückfahrkamera entschied man sich aufgrund der Kommunikationsmöglichkeit zwischen dem Fahrer und dem Feuerwehrmann, der von hinten die Schlauchhaspel bedient. Durch ein eingebautes Mikrofon können so relativ leicht Anweisungen zwischen den Feuerwehrmännern ausgetauscht werden. Auch hat der Fahrer den abzuwickelnden Schlauch stets im Blickfeld und kann bei Bedarf sofort auf Gefahren reagieren.

Geräteräume
Sämtliche Geräteräume wurden mit einer zusätzlichen LED-Beleuchtung ausgestattet, die auch bei Nacht ein leichtes Finden der benötigten Gegenstände ermöglicht.
Weiters wurde darauf geachtet, möglichst viele Geräte in Kisten zu verstauen, damit diese einfach und leicht zur Einsatzstelle getragen werden können.

Nun die einzelnen Geräteräume im Detail. Diese können im Wesentlichen in drei Bereiche aufgeteilt werden:
Der „Brandbereich“ ist im rückwertigen Teil mit der Norm-Brand-Ausrüstung für ein LFB-A2 untergebracht.


Unter anderem einer Tragkraftspritze – welche hydraulisch aus dem Fahrzeug befördert wird, eine Schlauchhaspel mit 500m bereits gekuppelten B-Schläuchen, weiteres Schlauchmaterial und sämtliche wasserführende Armaturen. Alle für den Maschinisten an der Saugstelle benötigten Geräte befinden sich in einer eigenen Box. Dies hat den Vorteil, dass das Fahrzeug bereits nach wenigen Handgriffen die Saugstelle wieder verlassen kann. Mit der Schlauchhaspel können künftig bis zu 500m Zubringerleitung während der Fahrt ausgelegt werden.


In den beiden vorderen Geräteräumen der Fahrerseite befinden sich der „Rettungs- und Bergebereich“. Fast alle mitgeführten Geräte zur Rettung und Bergung befinden sich hier. Zum Beispiel das Hydraulische Rettungsgerät mit all einem Zubehör, sämtliche Anschlagmittel, ein 15kN-Greifzug, Werk- und Schanzzeug, Motor- und Säbelsäge.


Auf einen eigenen Auszug wurde das „StabFast“ Abstützsystem sowie weitere Rettungsgeräte wie z.B. eine Force-Axt angebracht. Durch dieses System lässt sich ein Besteigen des Fahrzeuges weitgehend vermeiden und ermöglicht ein schnelles entnehmen der Geräte von außen.

Da sich die Einsätze auf der Straße zumeist auf das Ausleuchten und Freimachen der Unfallstelle, stellen des Brandschutzes sowie das Binden von ausgelaufenen Betriebsmitteln beschränken, wurden aus sicherheitstechnischen Überlegungen alle dafür notwendigen Gerätschaften an der straßenabgewandten Beifahrerseite angeordnet („Aufräumbereich“).


Des Weiteren sind auf der Beifahrerseite die Feuerlöscher und ein Hochdrucklöschgerät mit 200l Wasser untergebracht. Dieses UHPS der Firma Rosenbauer ist seitens der Feuerwehr Haslach speziell für technische Einsätze vorgesehen, um auch an personalschwachen Tagen den vollen Brandschutz an einer Unfallstelle gewährleisten zu können.


Auf dem Fahrzeugdach befindet sich noch eine Schiebeleiter, vier Steckleiterelemente mit einer Brücke, diverses Pölzmaterial sowie Baustützen. Um dieses lange Elemente sicher von Fahrzeugdach nach unten zu befördern, wurde extra dafür ein Abrollbügel am Dachrand montiert.


Dieses Fahrzeug mit einem Gesamtwert von über 310.000 Euro wird Ende April 2011 offiziell in den Dienst gestellt und wird die Feuerwehrmänner von Haslach hoffentlich immer wieder sicher bei ihren Einsätzen begleiten.

Freiw. Feuerwehr Haslach an der Mühl
Quelle: Patrick Grill

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