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Nö: Neues RLFA 3000 in Leobersdorf übernommen
Geschrieben am: 2012-06-09 17:50:39  [Drucken]
Leobersdorf (Nö): Ende April 2012 wurde das neue Rüstlöschfahrzeug (RLFA-3000) ausgeliefert. Am Vormittag erfolgte die Endabnahme bei der Firma Rosenbauer in Leonding.

Nach kleineren Änderungen am Fahrzeug wurden die anwesenden Kameraden auf das neue Fahrzeug sowie alle neuen Ausrüstungsgegenstände eingeschult. Das Fahrzeug wurde in einer eigenen Arbeitsgruppe, in einer Zeit von ca. einem Jahr, im Detail geplant und ausgeschrieben. Die Fa. Rosenbauer erhielt den Zuschlag für den Bau unseres Rüstlöschfahrzeuges nach dem Bestbietersystem. Während der Fertigung gab es noch einige geringfügige Anpassungswünsche unsererseits die auch noch berücksichtigt wurden. Bei unserem neuen RLFA 3000 handelt es sich um einen MAN TGM 18.340 4x4 mit einem Radstand von 3,9 m und dem „Neuen-AT“-Aufbau von Rosenbauer (AT steht für AluminiumTechnologie) mit einem 3.000 Liter Wassertank. Bei der Planung wurde vor allem darauf geachtet, dass sich der Großteil der Geräte und Ausrüstungen für den technischen Einsatz auf der rechten Fahrzeugseite befindet. Die Ausrüstung für Brandeinsätze befindet sich auf der linken Seite. Grund dafür sind die vielen technischen Einsätze mit denen wir jedes Jahr konfrontiert sind. So ist meist ein Entnehmen der Geräte auf der, vom Verkehr abgewandten Seite möglich. Im Gegensatz zu einem Standard Rüstlöschfahrzeug haben wir uns für eine Besatzung 1:6 entschieden, dafür wurde ein „Action-Tower“ in der Mannschaftskabine installiert.



So ergab sich folgende Beladung: Die Fahrer- bzw. Mannschaftskabine ist mit 4 Atemschutzgeräten (3 in der Mannschaftskabine gegen die Fahrtrichtung und eines für den Gruppenkommandanten) ausgestattet. Im vorderen Bereich zwischen Fahrer- und Beifahrersitz ist ein „Einsatzleiter-Laptop“ installiert, welcher einfach zu entnehmen ist und von uns selbst für unsere Zwecke konzipiert wurde. Weiters befindet sich dort ein Mehrgasmessgerät (MSA AUER ALTAIR 4X), ein Funkgerät, Handlampen, usw.



Dem Kraftfahrer steht ein kleiner Bildschirm zur Überwachung und Steuerung der Fahrzeugtechnik zur Verfügung. Dort können die Sondersignale (Blaulicht, Blitzer und Horn), die integrierte Verkehrsleiteinrichtung, welche sich am Heck des Fahrzeuges befindet und die LED-Umfeldbeleuchtung gesteuert und der aktuelle Zustand des Fahrzeuges wie Betriebsstunden, geöffnete Türen und Geräteräume, Inhalt des Wasser-, Schaummittel- und Stromerzeuger-Tanks angezeigt werden. In diesem Bereich befindet sich auch noch die Steuerung für die an der Fahrzeugvorderseite angebrachte Seilwinde (ROTZLER Treibmatic 50kN).



Im hinteren Bereich gibt es Platz für drei Personen gegen die Fahrtrichtung und zwei Personen in Fahrtrichtung, links und rechts neben dem „Action-Tower“. Im „Action-Tower“ sind Geräte und Ausrüstungen wie Wärmebildkamera, Türzylinderfräsmaschine, 5-Punkt Gurte, Rettungsleine, Decken, eine ausziehbare Schreibfläche,… enthalten. Darauf befinden sich alle elektrischen Geräte bzw. deren Akkus mit Ladestation, welche über einen Stecker am Führerhaus an der Ladeerhaltung im Feuerwehrhaus angeschlossen sind. Unter anderem befinden sich dort Handlampen, Helmlampen speziell für den Atemschutzeinsatz und ein Digitalfunkgerät. Auf der Beifahrerseite wurde die hintere Sitzbank ausgeschnitten um ein rasches und einfaches Entnehmen des dort untergebrachten Sanitätsrucksackes zu ermöglichen. Neu bei diesem Aufbau ist, dass die Auftrittsflächen rund um die Geräteräume eine durchgehende Ebene bilden. Dadurch wird die Stolper- und Absturzgefahr vermindert und das Entnehmen der Gegenstände gestaltet sich vor allem für kleinere Kameraden einfacher.



Im Geräteraum 1 befinden sich technische Ausrüstungsgegenstände, welche nicht so häufig benötigt werden. Des Weiteren sind darin ein elektrischer Überdruckbelüfter und zwei Unterwasserpumpen enthalten. Der Geräteraum 3 wurde so konzipiert, dass sich darin alle Gegenstände für den Atemschutzeinsatz befinden. Eingebaut sind zwei Schlauchpakete (je 20m C42) sowie zwei Schlauchtragekörbe (je 2x 20m C42) mit einem mobilen Rauchverschluss. Weiters befindet sich in diesem Bereich das TNT- und Halligan-Tool, die Feuerwehraxt sowie Rettungs- und Rückwegsicherungsleinen. Daneben wurden zwei Schlauchmagazine von Rosenbauer integriert. Darin befinden sich 4 doppelt gerollte C-Druckschläuche und 3 doppelt gerollte B-Druckschläuche. Neu angeschafft wurde auch ein Sprungretter (VETTER SP16), der in diesem Raum untergebracht ist.



Im Geräteraum 5 befinden sich alle wasserführenden Armaturen. Es wurde auch ein 100l-Schaumtank verbaut. Dieser Tank ist mit der Schnellangriffseinrichtung und der Einbaupumpe verbunden. Als Schnellangriff dient ein festeingebauter Z2-Zumischer, welcher direkt auf einem zusätzlichen Druckabgang und dem Schaummitteltank angeschlossen ist und nur durch Öffnen der Kugelhähne in Betrieb genommen werden kann. Das Kombischaumrohr ist mit zwei C-Druckschläuchen am Zumischer angekuppelt und kann so sehr rasch entnommen und in Betrieb genommen werden. Auf der rechten Fahrzeugseite sind die technischen Geräte und Ausrüstungsgegenstände die häufig benötigt werden gelagert. Im Geräteraum 2 wurde das Schanzwerkzeug, die Werkzeugkiste, Schäkel, ein Motortrennschleifer,… auf einer Drehwand platziert. Darunter befindet sich ein tragbarer Stromerzeuger RS14, welcher ständig mit dem hydraulischen Rettungsgerät und der Strom-Schnellangriffseinrichtung verbunden ist. Der Strom-Schnellangriff befindet sich ebenfalls in diesem Geräteraum und besteht aus einer fest montierten Kabeltrommel und einem Steckdosentank (2x400V & 2x230V). Im Geräteraum 4 ist ein Kistenmagazin untergebracht. In diesen Kisten sind Geräte wie z.B.: Bohrmaschine, Winkelschleifer, sowie diverse kleinere Gegenstände gelagert. Rechts unten befinden sich die Stabilisierungskeile für Menschenrettung aus KFZ mit den dazugehörigen Elementen. Eine besondere Herausforderung war die Planung und Konstruktion des Geräteraums 6. Dieser Geräteraum beinhaltet das hydraulische Rettungsgerät und die Ausrüstung für Einsätze mit eingeklemmten Personen. Um die Entnahmehöhe für Schere und Spreizer nicht unnötig hoch zu gestalten wurde ein spezielles Drehfach gefertigt, bei welchem die Geräte senkrecht gelagert sind. Durch diese Konstruktion musste das Gestell mit Hydraulikpumpe und Schläuchen nicht verändert werden und es ist weiterhin ein einfaches Entnehmen gewährleistet. In diesem Bereich befinden sich auch zwei Hydraulikzylinder in unterschiedlicher Größe sowie ein Schwelleraufsatz, Armaturendruckplatte und eine Kiste mit diversen Kleingeräten. Darüber befinden sich eine Bereitstellungsplane, eine Airbag-Sicherung, eine Säbelsäge, etc.



Am Heck des Fahrzeuges sind zwei Haspeln montiert, diese lassen sich zur Seite schwenken und sehr einfach entnehmen. Auf einer Haspel wurden 6 B-Druckschläuche aufgerollt, weiters stehen dort alle notwendigen Ausrüstungsgegenstände wie Über-/Unterflurhydrantenschlüssel und ein Standrohr für die Wasserversorgung zur Verfügung. Durch diese Haspel kann die Wasserversorgung für das eigene oder ein anderes Fahrzeug im Umkreis von 120 Metern ohne großen Aufwand von einer Person hergestellt werden. Auf der zweiten Haspel befinden sich Gegenstände zum Absichern der Einsatz- oder Übungsstelle. Auch diese Haspel ist mit Lufträdern und Totmannbremse ausgestattet, daher einfach zu manövrieren und so schnell am Ort wo man sie benötigt. Darauf befinden sich 10 Verkehrsleitkegel, Feuerwehr-Faltsignal und 2 Blitzleuchten deren Akkus mittels Magnetkontakt mit der Fahrzeugladung verbunden sind. Bei der Einbaupumpe wurde auf den Pumpen-Hochdruckteil und der elektronischen Steuerung verzichtet. Daher befindet sich über der Pumpe eine Normaldruck-Haspel mit einem 60m langen Textilschlauch 25mm und einem C-Hohlstrahlrohr. Zusätzlich wurde eine Fix-Mix Schaumzumischeinrichtung verbaut, welche mit dem 100l-Schaumtank verbunden ist und uns eine 3%ige-Verschäumung über die Pumpe zulässt. Dort befinden sich auch die Fernsteuerung des eingebauten Lichtmastes (6x LED dreh/schwenkbar) und ein kleines Hygiene-Set mit Seifenspender.



Am Dach sind eine 3-teilige Schiebeleiter, vier Steckleiterteile (je zu 2 Teilen zusammengesteckt), eine zu den Steckleitern gehörige Rettungsplattform und eine Dachbox installiert. In dieser Dachbox sind eine Korbschleiftrage, eine Schaufeltrage, ein Spineboard, die Schlaubrücken,… enthalten. Dieses Fahrzeug ersetzt unser altes Rüstlöschfahrzeug, welches uns bereits 20 Jahre gute Dienste geleistet hat. Die Fahrzeugsegnung wird am 16. September 2012 mit Feldmesse und historischem Umzug am Leobersdorfer Hauptplatz stattfinden.

FF Leobersdorf
Quelle: Martin Pock, FF Leobersdorf

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