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Stmk: Seitenblick: Bergrettung im Übungseinsatz in der Hochschwab-Südwand
Geschrieben am: 2014-10-27 08:15:05  [Drucken]
Region Hochschwab (Stmk): Fireworld.at wirft einmal einen Blick auf die Aktivitäten der Bergrettung und informiert über eine Einsatzübung dieser in der Hochschwab-Südwand.

„Kletterunfall in der Hochschwab Südwand, Route Lufthammer, eine Person schwerst verletzt!“ - so lautete die Übungsannahme für die Einsatzgruppe Hochschwab Süd am 25. Oktober 2014.

Unmittelbar nach Alarmierung durch die Landeswarnzentrale, setzten sich in kürzester Zeit 15 bestens motivierte Kameraden der Bergrettungen Aflenz, Thörl und Turnau für diese Einsatzübung ausgehend von Seewiesen, in Richtung Hochschwabgipfel in Bewegung.


Für diese Übung mussten insgesamt mehr als 70 Kilogramm Material (bestehend aus über 850 Metern Seil, Bohrmaschinen, Dübeln, Haken, Tragen, Steigeisen, Verankerungsmaterial, etc.) auf den Berg transportiert werden. Herzlichen Dank dem Team des Schiestlhauses rund um Christian Toth, das die Bergrettung dabei tatkräftig unterstützte und ab sofort auch die dauerhafte Stationierung einer Gebirgstrage und div. Rettungsmaterials auf dem Schiestlhaus ermöglicht, welches für die Bergrettung ständig zugänglich ist.


Nach über vierstündigem Anmarsch bei tiefst winterlichen Verhältnissen, welche eigentlich schon einer Schitour glichen, mit hüfttiefem Neuschnee, Eis und Minustemperaturen, forderte das angenommene Übungsszenario von jedem Alpinretter dessen gesamtes technisches und medizinisches Können. Unmittelbar nach Ankunft auf dem Gipfel wurden die Sicherungspunkte in Schnee und Eis ausgeschaufelt und freigehackt, die erforderlichen Verankerungen eingebohrt und Abseilstände eingerichtet.


Danach begann unter Einsatzleitung der Bergrettung Thörl die Abseilfahrt in die über 300 Meter hohe tief verschneite und vereiste Südwand des Hochschwabs! Hierbei war größte Vorsicht und Eile geboten, da die Mannschaft durch Eis und Steinschlag und die erhöhte Lawinengefahr ständig gefährdet war. Mit dem lebensgefährlich verletzten Patienten am Wandfuß angekommen, konnten die Retter den Patienten an die wartende Mannschaft im hochalpinen Schroffengelände übergeben. Dort wurde dieser medizinisch versorgt und für den weiteren Abtransport ins Tal stabilisiert.


Das von den drei Ortsstellen Aflenz, Thörl und Turnau gemeinsam neu angeschaffte Dyneema Bergesystem mit über 800 Metern Seil hat sich wieder bestens bewährt. Es bringt nicht nur einen enormen Gewinn wegen seiner Leichtigkeit, sondern auch der schnelle Aufbau und die praktische Handhabung waren von Vorteil bei dieser höchst anspruchsvollen Bergung. Auch unter extremsten winterlichen Bedingungen konnte dieses System erfolgreich eingesetzt werden. Stationiert ist das neue Rettungsgerät in der Ortsstelle Aflenz, da diese Zentral liegt und für alle 3 Bergrettungen auf kürzestem Weg erreichbar ist.


Da es fast jährlich Neuerungen auf dem technischen Sektor gibt, zeigte diese Einsatzübung wieder einmal die hohe Leistungsfähigkeit und den Ehrgeiz der Kameraden der Einsatzgruppe Hochschwab Süd, die gemeinsam bestens die Gemeindegebiete der Ortsstellen Aflenz, Thörl und Turnau betreuen. Die Übung konnte so auf hohem Niveau abgehalten und die erlernten Techniken wieder perfektioniert werden. Auch zeigte sich einmal mehr das solche Einsätze ausschließlich nur gemeinsam durchgeführt werden können.

Quelle: Roland Theny und Martin Hörzer

ECReboot
 Geschrieben am: 2014-10-27 12:01:05
Frage (wahrscheinlich dumme) eines Nicht-Alpinisten:
Warum wird die Bergrettung und das Equipment nicht auf den Berg geflogen? Ein Schwerstverletzter ist bei einem 4stündigen Anmarsch der Retter sicher längst gestorben und zum Eiszapfen geworden, oder?

Trotzdem, Hut ab vor dieser Leistung, gut dass es die Bergrettung (oder Touristenrettung, der Berg muss nicht gerettet werden) :-) gibt.

Kommentar #1


matschy
 Geschrieben am: 2014-10-27 13:35:18
Ich -als ebenfalls nicht Alpinist - stelle mir das vor das im Ernstfall durchaus ein Hubschrauber zum Einsatz kommen würde.

Aber ich gehe davon aus, das - wie genau bei der Feuerwehr - oft Übungszenarien geübt werden, wo eben manches nicht vorhanden ist. Denn ein Hubschraubereinsatz ist ja tatsächlich nicht immer möglich (Nebel, Dunkelheit, etc.).

Und ich schätze das dies hier so vonstatten ging. Wie gesagt, auch nur eine Vermutung, aber schätze doch das dies plausibel ist.

Kommentar #2



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