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Nö: Atemluftcontainer der Freiw. Feuerwehr Sollenau
Geschrieben am: 2006-10-10 14:15:51  [Drucken]
Sollenau (Nö): Nach dem Ankauf eines Wechselladefahrzeuges durch die FF Sollenau bzw. die Inbetriebnahme im Jahr 2005, stand ein Umrüstung auf das Wechselsystem bevor. Nun verfügt die Wehr auch über einen Atemluftcontainer, der im Anschluss vorgestellt wird.

Ein Bericht von Andreas Potocnik, FF Sollenau

1. NOTWENDIGKEIT:
Nach dem Ankauf einer Abschleppmulde im Zuge der Neuanschaffung des WLF folgten dann noch eine 24m³ Mulde, die die FF Sollenau zu günstigen Konditionen von der Stadt Wien erworben hat (Eigenleistung der Feuerwehr). Da wir bereits unser Atemschutzequipment auf Rollcontainern hatten (Kompressor, Reserveflaschen, sonstiges Einsatzmaterial), war der nächste logische Schritt die Anschaffung eines Atemluftcontainers. Es sollte aber dennoch unser altes System auf den Rollcontainern beibehalten werden.


2. PLANUNG:
Bereits Anfang 2005 wurde mit der Planung begonnen. Diverse Messen wie der �Rote Hahn� in Hannover wurden besucht, um diverse Container zu begutachten. Auch wurden unsere bisherigen Einsätze mit Atemschutz analysiert. Dabei kamen wir zum Schluss, dass der Faktor Zeit bei der Befüllung mit einem Atemluftkompressor in einem Einsatz das größte Problem darstellte. Deshalb entschlossen wir uns, unsere Priorität der Luft- und Fülltechnik zu widmen. Weiters sollte der Atemluftcontainer nicht von einem weiteren Fahrzeug abhängig sein.
Wir hatten uns von den Spezialisten der Fa. �Air-compact� über die Lufttechnische Seite beraten lassen. Da wir auch vom Containerbau noch keine große Ahnung hatten, zogen wir die Fa. �Kriessl� aus Weissenbach, mit der wir bereits gute Erfahrungen machten, zu diesem Projekt hinzu.



3. Unsere Prioritäten:
* Große Mengen an Luft die schnellstmöglich zur Verfügung steht.
* Einfache Bedienbarkeit des gesamten Systems.
* Unabhängiges Arbeiten (Strom, EDV, etca.)
* Arbeiten im Container mit wenig Lärm und viel Platz.
* Errichtung eines Atemschutzsammelplatzes und Füllstelle auch im unwegsamen oder engen Gelände.


4. Durchführung und Auftragsvergabe:
Im Jänner 2006 war es dann soweit. Nach einer Budgetierung des Projektes konnte mit der Umsetzung begonnen werden. Da wir mit beiden oben genannten Firmen schon recht gute Erfahrungen gemacht haben, wurde die Fa. �Air-compact� aus Leobersdorf mit der Fertigung des Atemluftcontainers als Generalunternehmer beauftragt. Der Container selbst wurde von der Fa. �Kriessl� aus Weissenbach gefertigt. Die Innenausstattung (Schreibtisch, Kästen etca.) wurden von der Fa. �Kromag� in Hirtenberg geliefert.



WLA - Atemluft Sollenau Beschreibung

1. Container:
Der Container wurde aus Alu-Lamellen mit Z-Profilen gefertigt und besteht aus zwei separaten Räumen.
* Betriebsraum
* Arbeitsraum


Um den Lichteinfluß zu vergrößern, wurde das Dach aus durchscheinenden Plexiglas gefertigt. An den beiden Seiten des Containers befinden sich je 2 Schiebefenster. Im Betriebsraum befinden sich der Atemluftkompressor, die Speicherflaschen (8 Stk.), Notstromaggregat 13,2 KVA und Tische bzw. Bänke für den Aufbau des Atemschutzsammelplatzes im freien. Der Atemluftkompressor und das Notstromaggregat sind auf Rollcontainer gelagert und können bei Bedarf (unwegsames Gelände oder zu wenig Platz für Container) entnommen werden.
Der Arbeitsraum ist mit diversen Kästen und einem Schreibtisch ausgestattet. Durch die gesamte Länge des Arbeitsraumes zieht sich eine Arbeitsplatte. Zwei Flaschentresore und die Füllleiste befinden sich ebenfalls im hinteren Teil des Arbeitsraumes.
Das gesamte Heck kann mittels einer Klappe geöffnet werden.
In dieser Heckklappe befindet sich zusätzlich noch eine Türe. An der Frontseite sind Halterung für Scheinwerfer angebracht. Der Container kann von außen mit Strom, Luft und EDV versorgt werden.


2. Lufttechnik
Unser Kompressor mit einer Luftleistung von 180 l/min wurde generalüberholt und auf 220l/min ausgebaut. Weiters ist auf dem Kompressor eine Füllleiste mit 4x200 bar und 1x300 bar und ein Niederdruckausgang. Automatische Kondenswasserablassung, Filterüberwachung und Boosterbetrieb runden das Programm ab.


Die Füllleiste im Arbeitsraum besteht aus 4x200 bar und 2x300 bar und einem Niederdruckausgang. Als Luftspeicher stehen uns 8 Stk. 80l Luftflaschen mit 330 bar Inhalt (211200 Liter Luft) zur Verfügung. Mit dem Boosterbetrieb können somit innerhalb kürzerster Zeit rund 224 Stk. 200 bar Flaschen mit 4 Liter Luftinhalt gefüllt werden.
32 Stk. Reserveflaschen gefüllt, werden in den Flaschentresoren zusätzlich noch mitgeführt.

Im Heck- und Frontbereich befindet sich je ein Abgang 200 und 300 bar. Die Speicherflaschen können von 2 Atemluftkompressoren befüllt werden.


3. Strom und EDV
Ein 13,2 KVA Aggregat auf einen Rollcontainer versorgt unser WLA � Atemluft mit Strom. Im Containerinneren befinden sich diverse 230V und 400V Anschlüsse. Der gesamte Container ist über einen Switch vernetzt und kann auch von außen an ein bestehendes Netzwerk (z.B. bei Großschadensereignissen) mit der Einsatzleitung zusammengeschlossen werden.

Freiw. Feuerwehr Sollenau
Quelle: Andreas Potocnik


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