Bayern: Eisrettungsübung am Waginger See
WAGING AM SEE (BAYERN): Eine Eisrettungsübung auf dem Waginger See wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Waging am See gemeinsam mit der Waginger Wasserwacht und der DLRG Traunstein-Siegsdorf durchgeführt.
In den Medien sind Einsätze mit eingebrochen Personen auf dem Eis derzeit allgegenwärtig. Auch wurde erst kürzlich am Waginger See ein eingebrochener Dackel gerettet. Eine Eisrettungsübung auf dem heimischen See war jedoch von Seiten der Feuerwehr und der Wasserrettung grundsätzlich eingeplant worden. Im Mittelpunkt stand das Training mit der vorhanden Ausrüstung, sowie das Erlangen neuer Erkenntnisse in der Eisrettung. Übungsort war in der Uferbereich beim Strandkurhaus. Über 30 Einsatzkräfte der verschiedenen Hilfsorganisationen nahmen daran teil.
Wasserrettungs- oder auch Eisrettungseinsätze sind vorrangig Aufgabe der Rettungsorganisationen. Die Feuerwehren werden allerdings hierzu zeitgleich alarmiert um unterstützend tätig zu sein. Bei Personen, welche ins Eis eingebrochen sind, spielt der Faktor Zeit zur Rettung einen enormen Faktor. Bei einer Wassertemperatur von 0 Grad liegt die Überlebenszeit eines Eingebrochen unter 30 Minuten.

Mit zunehmender Unterkühlung setzen bei dem Opfer Muskelstarre und Bewusstseinstrübungen ein. Eine Selbstrettung ist in vielen Fällen nicht möglich, weil jegliche Haltemöglichkeiten um sich aus dem Eisloch herauszuziehen fehlen oder die Eiskante, beim Versuch sich darüber zu schieben, abbricht.
Im Einsatzbereich der Waginger Feuerwehr befinden sich neben dem Waginger und Tachinger See auch diverse Weiher und Bäche in unterschiedlicher Größe, die ein Gefahrenpotential darstellen. Für derartige Einsätze verfügt die heimische Feuerwehr über ein Mehrzweckboot, welches natürlich auch bei Technischen Hilfeleistungen, Umweltschutz- oder auch Brandeinsätzen auf Gewässern eingesetzt wird. Im Falle der Eisrettung kommen vorrangig allerdings verschiedene Eisrettungsanzüge beziehungsweise Trockenanzüge oder auch Wasserrettungswesten zum Einsatz mit denen sich die Helfer bereits unmittelbar nach der Alarmierung im Feuerwehrhaus beziehungsweise während der Einsatzanfahrt ausrüsten können.

Die Personenrettungen wurden mit einem sogenannten „Spineboard“, welches schwimmfähig ist, einem Eisrettungsschlitten, welcher durch die Wasserwachten vorgehalten wird, einer tragbaren Leiter, sowie mehreren Leinen durchgeführt.
Außerdem übten die ehrenamtlichen Helfer erstmals mit einem sogenannten „Rescue-Sled“, einem innerhalb kürzester Zeit aufblasbarem Schlauchboot, welches sich als ideal zur Personenrettung herausstellte. Dieses Boot bietet Rettern die erforderlichen Optionen für die Rettung aus stehenden und fließenden Gewässern, Eis und auch bei Hochwasser. Zwei Einsatzkräfte können dabei ideal im Einsatz vorgehen um eine Person zu retten. Die Ausbildung hierzu übernahmen Fachkräfte der DLRG Traunstein-Siegsdorf.

Begleitet wurde die Übung von Journalistin Laura Goudkamp vom Bayerischen Rundfunk, welche die die Übung für eine Sendung im Radiosender „Bayern 1“ moderierte und auch verschiedene Übungsteilnehmer interviewte. Im gesendeten Interview mit ihr waren Anton Groschack, Thomas Pfeffer und Leonhard Thums von der Feuerwehr, sowie Alois Maier als Vertreter der Wasserwacht. Die Sendung wurde bereits am darauffolgenden Freitag gesendet. Goudkamp, welche selbst bei der Übung teilweise mitwirken durfte, zeigte sich von der Übung begeistert.
Als Fazit der Übung, welche authentisch bei Schneetreiben und Kälte stattfand, konnte eine hervorragende Schulung, die Festigung des erlangten Fachwissens und nicht zuletzt die hervorragende Zusammenarbeit von Feuerwehr und Wasserrettung gezogen werden.
