Nö: 21 Tage, 120 Einsätze → FF Wiener Neustadt massiv gefordert
WIENER NEUSTADT (NÖ): Brandeinsätze, Kohlenmonoxidalarme, Aufzugsöffnungen, Brandmelderalarme, Unfälle und Eissturz: Was nach einem Jahresbericht klingt, ist die Bilanz der ersten drei Wochen im neuen Jahr 2026 für die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neustadt.
Nicht nur, dass um exakt 00:00 Uhr am 1.1.2026 Niederösterreichs erster Einsatz in Wiener Neustadt (ein Brandmelderalarm, ausgelöst durch Rauch von Feuerwerkskörpern) die Mitglieder der FF Wiener Neustadt ins neue Jahr rutschen ließ (siehe Bericht zum Jahreswechsel): Die Feuerwehr Wiener Neustadt kam seit dem nicht mehr zur Ruhe. 120 Einsätze mussten in den ersten 3 Wochen des neuen Jahres abgewickelt werden. So viel, dass man mit der Berichterstattung auch im Öffentlichkeitsteam hinterherhinkt.
Erste Woche des Jahres: Brandmelderalarme, Brandmelderalarme und Brandmelderalarme
Die erste Woche war geprägt von Brandmelderalarmen: Nicht weniger als 26 Alarme verzeichnete die Feuerwehr Wiener Neustadt durch automatische Brandmeldeanlagen, allesamt Täuschungsalarme (Auslösung durch eine andere Ursache als Brand) oder Fehlalarme (Auslösung aufgrund von technischen Mängeln). Außerdem wurden Personen aus Aufzügen befreit, Unfallstellen nach Verkehrsunfällen geräumt und Kleinbrände gelöscht.
Zweite Woche: Verkehrsunfälle, Brände und Kohlenmonoxideinsatz
Glück im Unglück hatte eine ältere Dame und ihre Pflegerin in der zweiten Jännerwoche: Die Kohlenmonoxid-Warngeräte schlugen Alarm und brachten die Feuerwehr auf den Plan. Ein Gas-Heizgerät löste Kohlenmonoxidalarm aus und hätte, ohne die Warngeräte, vermutlich zu einer Tragödie beigetragen. Die Feuerwehr räumte mit Unterstützung der Exekutive das Gebäude und führe Messungen durch. Der Wert des festgestellten Kohlenmonoxids war höchst gesundheitsschädlich, konnte aber sofort durch Abdrehen der Heizung und Lüftungsmaßnahmen reduziert werden. Die alarmierte EVN schaltete das Gas ab und ein Rauchfangkehrer wurde hinzugezogen.

Kurz darauf wurde die Feuerwehr Wiener Neustadt zu Brandgeruch in einem Mehrparteienwohnhaus gerufen. Zunächst konnte nur der Geruch festgestellt werden. Erst nach Klopfen an mehreren Wohnungen konnte die Brandwohnung entdeckt werden: Eine völlig verrußte Frau öffnete einem Feuerwehrmitglied. Dieser zog die Dame aus der dicht verqualmten Wohnung und alarmierte weitere Kameraden. Der Brand konnte mittels Kleinlöschgerät unter schwerem Atemschutz rasch gelöscht werden. Die Wohnung wurde belüftet und die Dame durch das Rote Kreuz mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht.
Dritte Woche: Brandmelderalarme, Verkehrsunfälle und Eissturz
Auch in der dritten Woche im neuen Jahr war keine Erholung für die Feuerwehr Wiener Neustadt in Sicht. Neben Brandmelderalarmen und einer Katzenrettung aus einem Baum (das arme Tier hat sich verstiegen und hing im Ast fest), musste die Feuerwehr auch einen Bereich in der Herzog Leopold Straße sperren: Vom Dach des Stadttheaters drohten Eisplatten in die Fußgängerzone zu stürzen. Die Feuerwehr Wiener Neustadt rückte mit der Drehleiter an und beseitigte die Gefahr.

Am 21. Tag des neuen Jahres musste die Feuerwehr dann noch ein Fahrzeug von einem Kreisverkehr bergen: Aus noch ungeklärter Ursache war ein Fahrzeug auf dem Kreisverkehr der Puchbergerstraße Kreuzung Zehnergürtel zum Stehen gekommen. Davor hatte der Lenker noch ein Verkehrsschild gerammt. Die ehrenamtlichen Mitglieder hoben das Fahrzeug mittels Kran vom Kreisverkehr und stellten es auf Anweisung der Polizei gesichert ab.
„Unglaubliches Pensum“
„Das Pensum, welches die ehrenamtlichen Mitglieder in den ersten drei Wochen zu bewältigen hatten ist unglaublich“, so Wiener Neustadts Kommandant Christian Pfeiffer. „Wir rückten mit unseren ehrenamtlichen Kräften im Jahr 2025 täglich im Durchschnitt viermal aus. In den ersten drei Wochen des neuen Jahres sind wir fast sechsmal täglich zu Einsätzen alarmiert worden“, zeigt sich Feuerwehrkommandant Christian Pfeiffer besorgt. „Gute Infrastruktur und Ausrüstung, wie wir sie in den letzten 5 Jahren aufbauten, sind wichtige Grundsteine für einen professionellen Einsatz. Aber auch das Personal muss entsprechend geschult und einsatzbereit sein. Es ist unsere Aufgabe als Führungskräfte, dies sicherzustellen, auch wenn es immer schwieriger wird, Mitglieder zu finden, die die notwendige Zeitspende erbringen können“, zeigt sich Pfeiffer besorgt.
„Bleibt aber das Pensum so hoch, wird es für eine ehrenamtliche Organisation besonders schwer. Andere Städte, die mehr Feuerwehren im Ortsgebiet haben, haben bereits ein berufliches System in Kombination mit dem Ehrenamt. Ein solches System wäre auch für Wiener Neustadt wünschenswert“, so Pfeiffer.
Freiw. Feuerwehr Wiener Neustadt


