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Oö: Praxisausbildung: „Personenrettung“ für rund 200 Teilnehmer in Burgkirchen

BURGKIRCHEN (OÖ): Wenn im Einsatz Sekunden entscheiden, zählt nicht nur Technik und Taktik, sondern vor allem das perfekte Zusammenspiel. Genau dieses Zusammenspiel zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst und Notärzt:innen stand im Mittelpunkt der Praxisausbildung „Personenrettung“, die am Freitag, 20. Februar 2026, in den Abendstunden am Gelände der Firma Landtechnik Mauch in Burgkirchen durchgeführt wurde.

Lehrgangsziel: Zusammenarbeit, Kommunikation, Ablauf

Ziel der Ausbildung war es, die professionelle Rettung und Versorgung von Personen unter realistischen Bedingungen zu trainieren – mit besonderem Fokus auf Schnittstellenarbeit: klare Kommunikation, abgestimmte Maßnahmen, gemeinsame Lagebeurteilung und ein sicherer, strukturierter Ablauf von der ersten Erkundung bis zur Übergabe an den Rettungsdienst. Denn gerade bei Personenrettungen müssen medizinische Versorgung und technische Rettung Hand in Hand gehen – zuverlässig, koordiniert und belastbar.

Die Ausbildung war dabei bewusst intensiv angelegt: Sechs komplexe Szenarien wurden in vergleichsweiser kurzer Zeit abgearbeitet, um Zeitdruck und Belastungsspitzen realistisch nachzustellen und die Handlungsfähigkeit auch unter Stress zu festigen. Zusätzlich wechselten die Teilnehmer gezielt ihre Funktionen – vom Einsatzleiter über Gruppenkommandant bis zum Mannschaftsmitglied – und tauschten diese Rollen im Verlauf des Abends wieder zurück. Dieser Perspektivenwechsel ist ein zentraler Baustein des Lehrgangs, weil er Verständnis für Abläufe und Entscheidungen auf allen Ebenen schafft und damit einen maximalen Lernerfolg für alle Beteiligten sicherstellt.

Organisation und Ausbildungsteam

Organisiert wurde der Praxisabend durch Lehrgangsleiter BR d.F. Simon Riffert, unterstützt von zahlreichen Ausbildern aus den Feuerwehren sowie dem Feuerwehrmedizinischen Dienst. Die Kombination aus klarer Struktur, realitätsnaher Übungsumgebung und interdisziplinärer Zusammenarbeit machte die Ausbildung für alle Beteiligten besonders wertvoll.

Auch Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Franz Baier brachte sich aktiv in die Praxisausbildung ein und übernahm bei einer Station die Verantwortung für die Übungsabwicklung. Diese persönliche Präsenz unterstreicht den Stellenwert des Lehrgangs und die klare Unterstützung für eine praxisnahe, organisationsübergreifende Ausbildung auf höchstem Niveau.

Starke Beteiligung über Organisationsgrenzen hinweg

Insgesamt nahmen rund 200 Feuerwehrmitglieder aus dem gesamten Bezirk teil. Unterstützt wurden sie von etwa 50 Einsatzkräften des Roten Kreuzes (u. a. Braunau und Salzburg) sowie sechs Notärzten bzw. Notärzt:innen in Ausbildung – darunter zwei Notärzte des Vereins Sinus. Zusätzlich begleitete Landesfeuerwehrarzt Dr. Clemens Novak die Ausbildung fachlich.

Realitätsnahe Herausforderungen: sechs Szenarien an einem Abend

Ein besonderer Anspruch dieser Praxisausbildung liegt in der Durchmischung der Teams: Die Teilnehmer arbeiteten bewusst in gemischten Gruppen aus unterschiedlichen Feuerwehren und Organisationen. Dadurch entstehen zusätzliche Herausforderungen – man kennt Abläufe, Fahrzeuge und Routinen nicht im Detail, muss sich rasch abstimmen und trotzdem sicher und effizient handeln. Gleichzeitig erhöht die Taktung den Druck: Sechs anspruchsvolle Szenarien wurden innerhalb weniger Stunden abgearbeitet.

Die Stationen orientierten sich an typischen, komplexen Einsatzlagen in Betrieben und Werkstattumgebungen, darunter:

  1. Eingeklemmte Person in/bei einem Anbaugerät (Hoflader/Merlo – Lastverlust, Einklemmsituation)
  2. Brandereignis im Reifenlager mit Atemschutz-Notfall (Alarmbild „Industriebrand“ inkl. Rettungsdienst und Notarzt)
  3. Person unter einem Arbeitskorb eingeklemmt, inklusive weiterer betroffener Personen
  4. Eingeklemmte Person unter einem Container, zusätzlich eine weitere reglose Person
  5. Zwei eingeklemmte Personen unter einem schweren Maschinenteil in einer oberen Hallengalerie
  6. Abgerutschter PKW in einer Montagegrube mit eingeklemmter und einer weiteren verletzten Person

Im Fokus stand dabei nicht „schnell um jeden Preis“, sondern „sicher, abgestimmt und nachvollziehbar“: patientengerechte technische Rettung, parallele medizinische Maßnahmen, saubere Übergabepunkte, sowie Führung und Kommunikation unter Stress.

Dank an die Firma Mauch

Ein herzlicher Dank gilt der Firma Mauch Land- und Baumaschinen in Burgkirchen für die Gastfreundschaft, die Bereitstellung des Geländes und die großzügige Unterstützung. Erst durch diese Rahmenbedingungen war es möglich, Szenarien in dieser Qualität und Realitätsnähe praxisnah zu beüben.

Abschließend bedankt sich das Bezirksfeuerwehrkommando bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Feuerwehr, Rettungsdienst und Notarztdienst für die hohe Motivation, die Professionalität und den kameradschaftlichen Austausch über Organisationsgrenzen hinweg. Ein besonderer Dank gilt den Statistinnen und Statisten, den Beobachtern sowie allen Ausbildern, Unterstützern und Helfern im Hintergrund, die mit Vorbereitung, Logistik, Darstellung und fachlicher Begleitung diesen Lehrgang in dieser Qualität erst möglich gemacht haben.

Bezirks-Feuerwehrkommando Braunau

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