Bayern: Hinter der Feuerwehr Haslach liegt ein bewegtes Jahr 2025
TRAUNSTEIN (BAYERN): Über eine gut besuchte Versammlung konnten sich die Verantwortlichen des Feuerwehrvereins sowie der aktiven Mannschaft bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Haslach im Feuerwehrhaus freuen. Neben einem deutlichen Anstieg der Einsatzzahlen brachten die Redner ihre Freude über die sehr gute Jugendarbeit zum Ausdruck. Außerdem wurden einige Mitglieder für ihre langjährige Treue ausgezeichnet und ein Blick auf das 150-jährige Jubiläum der Wehr im Jahr 2027 geworfen.
Im Anschluss an die offizielle Begrüßung sowie das Totengedenken stellte Vorstand Ferdinand Wernberger die wichtigsten Entwicklungen des Vereinsjahres heraus. Besonderes Augenmerk legte er auf die weitere Restaurierung des historischen Feuerwehr-Oldtimers Mercedes-Benz L 1500 S aus dem Jahr 1943. Beim Oldtimertreffen in Inzell konnte das Fahrzeug stolz der Öffentlichkeit präsentiert werden. Als großer Fortschritt gilt zudem die Unterbringung des Oldtimers in einem neuen, ortsnahen Mietobjekt in Haslach, die dessen Erhalt langfristig sichern soll.
Der Vorstand betonte außerdem, „dass sich der Seniorenstammtisch mittlerweile dauerhaft etabliert hat und großen Zuspruch erfährt“. Das rege gesellschaftliche Leben der Wehr spiegelte sich im gesamten Jahresverlauf wider – von der traditionellen Bosna-Feier über den Vereinsausflug und das Dorffest sowie Festzugteilnahmen bis hin zur Weihnachtsfeier.
Der Verein richtet seinen Blick auf das 150-jährige Jubiläum
Als kommenden Schwerpunkt skizzierte der Vorstand die Planungen zum 150-jährigen Gründungsjubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Haslach im Jahr 2027. Er appellierte an alle Anwesenden: „Jede helfende Hand wird gebraucht. Pack ma’s an.“ Der Termin für die Festwoche wurde bereits festgelegt. Die Feierlichkeiten finden zwischen 9. Juli und 11. Juli 2027 statt. Den Start bildet am ersten Abend der Festauftakt mit einem Tag der Betriebe. Am zweiten Tag geht das traditionelle Haslacher Dorffest diesmal im Festzelt der Feuerwehr gemeinsam mit den anderen Ortsvereinen über die Bühne. Das 150-jährige Gründungsfest der Haslacher Wehr wird mit einem Festsonntag samt Festzug und zahlreichen Feuerwehren gefeiert werden.
Schriftführer Christian Mehringer ging in seinem Bericht auf das vielfältige Geschehen des 209-mitgliederstarken Feuerwehrvereins ein. Über das Jahr verteilt war die Feuerwehr Haslach bei einer Vielzahl örtlicher und überörtlicher Veranstaltungen vertreten, darunter der Florianitag, mehrere Jubiläen benachbarter Wehren sowie die „Lange Nacht der Feuerwehren“. Höhepunkt des Vereinsjahres blieb der dreitägige Ausflug nach Wien, der bei allen Teilnehmenden großen Anklang fand und die Kameradschaft weiter stärkte.
Eine stabile finanzielle Situation durfte Kassier Jakob Geisler der Versammlung präsentieren. Der Verein schloss das Jahr solide ab und verfügt weiterhin über eine verlässliche Grundlage für zukünftige Investitionen – auch im Hinblick auf das anstehende Jubiläum im Jahr 2027.
Deutlicher Anstieg der Einsatzzahlen
In seinem umfassenden Jahresbericht zur aktiven Mannschaft erinnerte Kommandant Klaus Kropp an ein außergewöhnlich und forderndes Einsatzjahr. Die Feuerwehr Haslach wurde 84-mal alarmiert und damit deutlich öfter als im Vorjahr mit 69 Einsätzen. Das Einsatzspektrum reichte von Bränden über technische Hilfeleistungen und Gefahrguteinsätze bis hin zu Sicherheitswachen sowie speziellen Aufgaben wie Türöffnungen und der Unterstützung bei Großschadenslagen.
„Besonders herausfordernd war der Großbrand am Wartberg, bei dem wir nahezu zehn Stunden zu Lösch- und Nachlöscharbeiten gefordert waren“, informierte der Aktivenchef. Auch ein Balkonvollbrand an der Wegscheid, ein Pkw-Brand an der Binderstraße, mehrere Einsätze zu ausgelösten Brandmeldeanlagen sowie ein schwerer Verkehrsunfall am Erlstätter Berg zählten zu den markanten Ereignissen.
Insgesamt leisteten die Aktiven mehr als 3.000 Stunden in Einsätzen, Übungen und Ausbildungen. Der Personalstand umfasst derzeit 56 aktive Feuerwehrdienstleistende, darunter vier Frauen. Besonders erfreulich zeigten sich die Verantwortlichen darüber, dass die Jugendgruppe weiterhin ein zentraler Pfeiler der Nachwuchsgewinnung ist. Jürgen Mayer und Hans Geserer wurden im vergangenen Jahr nach Erreichen der Altersgrenze aus dem aktiven Dienst verabschiedet.
Großen Raum nahmen erneut Ausbildungsveranstaltungen und Qualifikationsmaßnahmen ein. In Übungsabenden sowie bei Lehrgängen des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein und an den staatlichen Feuerwehrschulen bildeten sich die Einsatzkräfte intensiv weiter. In den Bereichen Atemschutz, Digitalfunk, Maschinistenausbildung, Wärmebildkamera und Gefahrguteinsatz wurden zahlreiche Qualifikationen erworben.
Starker Nachwuchs mit 20 Jugendlichen
Ferdinand Wernberger informierte stellvertretend für den verhinderten Jugendwart über die Nachwuchsarbeit der Wehr. Die Jugendfeuerwehr blickt auf ein überaus erfolgreiches Jahr zurück. 20 Jugendliche, darunter drei Mädchen, nahmen an 26 Terminen, Übungen, Erste-Hilfe-Kursen und gemeinsamen Veranstaltungen teil. Eine professionell durchgeführte Nachwuchswerbeaktion führte dazu, dass zehn neue Mitglieder für die Jugendgruppe hinzugewonnen werden konnten. Der Jugendwart betonte: „Wir sind stolz auf unseren Nachwuchs – ohne ihn wäre die Zukunft der Wehr nicht gesichert.“
Andreas Kaiser, Feuerwehrreferent der Stadt Traunstein, hob hervor, dass die Wehr durch Professionalität und Zuverlässigkeit rund um die Uhr ein „Gefühl der Sicherheit“ vermittle. Er dankte zudem ausdrücklich für die Unterstützung bei den Sicherheitsmaßnahmen rund um „650 Jahre Stadtrechte Traunstein“. Außerdem verwies er darauf, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft ehrenamtliches Engagement – darunter auch den Dienst bei der Feuerwehr – bei der Vergabe von Wohnraum als Kriterium berücksichtigt.

Kreisbrandrat Christof Grundner hob die besondere Doppelfunktion der Feuerwehrleute hervor, die sich sowohl im aktiven Dienst als auch im Vereinsleben engagieren. Zudem lobte er die Tätigkeit der Haslacher als Ausbilder und Schiedsrichter auf Landkreisebene sowie die hervorragende Jugendarbeit. Den Nachwuchs lud er zum diesjährigen Jugendzeltlager des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein nach Taching am See im Jahr 2026 ein. Seine Grußworte endeten mit dem Spruch: „Die Kameradschaft ist der Schmierstoff, dass alles gut funktioniert.“
