Mind. 2 Tote bei Bootsunfall – Vier Personen vermisst
Zu einem schweren Schiffsunglück ist es am Freitag Abend, 4. November 2004, auf der Donau bei Wien gekommen. Vermutlich sechs Menschen haben dabei ihr Leben verloren. Zu dem schweren Unfall war es am Donnerstag nach 18.00 Uhr gekommen.
Ein Motorboot, laut Vorderwinkler die ‚Grein‘, ein zehn bis 15 Meter langes Stahlschiff, kollidierte mit einem Schubverband. Zwei Personen wurden getötet, bis zu vier weitere wurden vorläufig noch vermisst. Mit Echolot und Stangen hatte man das Motorboot nicht finden können, aber vier, fünf Autos aus dem Wasser gefischt. Die Chancen, dass die vier Vermissten so vielen noch am Leben waren, wurden als relativ gering eingeschätzt. Nach Angaben der Polizei beträgt die Wassertemperatur der Donau nur elf Grad.

Das Unglück geschah laut Polzer etwa 200 Meter stromaufwärts von der Grenze zwischen Wien und Niederösterreich, wobei der Schubverband zu diesem Zeitpunkt mit acht km/h, das Boot der Männer (die ‚Grein‘) mit schätzungsweise 20 km/h unterwegs war. Durch den Anprall sei das kleinere Boot praktisch unter den Schubverband gezogen worden, sagte der Leiter der Kriminalabteilung. Der Kapitän des Schubverbandes habe unmittelbar danach eine Person im Wasser treiben gesehen und ihr noch einen Rettungsring zugeworfen. Dem Zusammenstoß zwischen der ‚Grein‘, einem ehemaligen Schleppkahn, und dem Schubverband war nach Angaben von dessen Kapitän eine Beinahe-Kollision zwischen dem so genannten Nostalgieboot und einem anderen Frachtschiff vorausgegangen.
Dieser Zwischenfall trug sich aus der Sicht des Schubverbands rund einen Kilometer entfernt stromaufwärts zu. Der Frachter hatte Signale gegeben, die ‚Grein‘ wich knapp aus. Auch der Kapitän der ‚Meister 1‘ versuchte noch durch diverse Signale, die Kollision mit dem etwa zehn Meter langen Boot zu vermeiden. Laut Polzer wäre eine mögliche Erklärung dafür, dass es zu dem Zusammenstoß kam, dass die Besatzung der ‚Grein‘ nach den Aufregungen, welche die Beinahe-Kollision mit sich brachte, nicht mehr aufmerksam genug waren. Darüber hinaus herrschte zu diesem Zeitpunkt fast völlige Dunkelheit, was bedeutet, dass Menschen, die stromabwärts unterwegs sind, durch die Beleuchtung der Stadt geblendet werden, ähnlich wie durch eine untergehende Sonne. So sei vorstellbar, dass die Männer auf der ‚Grein‘ den Schubverband übersehen haben, sagte Polzer.
Die ‚Grein‘ ist Freitag Vormittag mit Sonar geortet worden. Der ehemalige Schleppkahn liegt offenbar in der Nähe der Unfallstelle ungefähr an der Grenze von Wien und Niederösterreich. Er soll nach Angaben der Gendarmerie nun mit Stahlseilen fixiert werden. Taucher der WEGA und der Feuerwehr befanden sich an Ort und Stelle. Wegen der starken Strömung war ein gefahrloses Vordringen zu dem Boot vorerst nicht möglich. Daher sollen zunächst so genannte Strömungsschilde als Barriere errichtet werden. Ob sich die vier Vermissten in dem Wrack befinden, war zunächst nicht klar.
Quelle: Oö. Rundschau
