Medien / Fotografen

Pakistan: Über 100 Tote bei schwerem Zugsunglück

Pakistan: Bei einem schweren Zugsunglück am Mittwochmorgen, 13. Juli 2005, in Pakistan sind nach Regierungsangaben mindestens 107 Menschen ums Leben gekommen.

Es müsse aber mit mehr Opfern gerechnet werden, so ein hochrangiger Bahnmitarbeiter gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Das staatliche Fernsehen berichtete unter Berufung auf einen Polizeioffizier in einem örtlichen Krankenhaus von bis zu 300 Toten. „Wir haben Informationen über 200 bis 300 Tote“, sagte Polizeioffizier Rana Nasrullah dem Fernsehsender PTV. Etwa 1.000 weitere Menschen wurden bei dem Unglück im Süden des Landes demnach verletzt.

Wie der Präsident der Bahngesellschaft Pakistan Railways, Shakeel Durrani, sagte, war in einem Bahnhof in der Nähe der Stadt Ghotki in der südlichen Provinz Sindh zunächst der Karachi-Express auf den stehenden Quetta-Express geprallt. Als die Passagiere aus den beschädigten Waggons aussteigen wollten, raste ein dritter Zug in die Unglücksstelle hinein, der aus der Hafenstadt Karachi kam. 17 Waggons wurden vollkommen zerstört.

Nach ersten Ermittlungen war möglicherweise ein Signalfehler Ursache für das Unglück. Ein grünes Signal für den Quetta-Express sei offenbar vom Zugsführer des Karachi-Express als Einfahrterlaubnis in den Bahnhof missverstanden worden, sagte ein örtlicher Vertreter der Bahngesellschaft. Ghotki liegt rund 400 Kilometer nordöstlich von Karachi. Bahnchef Abdul Wahab Awan sagte, der Zugsführer des Expresszuges aus Karachi habe ein rotes Stoppsignal nicht beachtet. Statt anzuhalten, sei er weitergefahren.

Das Unglück ereignete sich am frühen Morgen gegen 04.00 Uhr Ortszeit (01.00 Uhr MESZ). Ghotki liegt rund 400 Kilometer nordöstlich von Karachi. Die Strecke ist die Hauptbahnverbindung zwischen den beiden größten pakistanischen Städten Karachi und Lahore. Der private Nachrichtensender Geo TV meldete, überall auf dem Bahnhof des Ortes Sarhad liegen Leichen. Verwundete weinten. Krankenwagen aus der Umgebung seien zum Unfallort geeilt. Armee und Polizei werden bei den Rettungsarbeiten eingesetzt.

Bahnbeamte an Ort und Stelle sagten, viele der Toten seien durch die Wucht des Zusammenpralls bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Es dürfte sich um eines der schwersten Zugsunglücke in der Geschichte Pakistans handeln.

Österreichischer Rundfunk

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert