Sicherheit durch Flächendeckung: Stabsrahmenübung in Niederösterreich
Niederösterreich: Der aktuellen Situation angepasst stand eine Grippe-Epidemie (bei weltweiter Ausdehnung eben eine Pandemie) im Mittelpunkt (nicht die Vogelgrippe/Geflügelpest!).
Bei einer doch sehr großen Anzahl Erkrankter würden Feuerwehrkräfte einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur leisten müssen.
Aufgaben der Feuerwehr:
– alle im Gesetz verankerten Aufgaben (Brandbekämpfung, technische Menschenrettung) müssen auch bei Erkrankungsfällen in den Reihen der Feuerwehr voll aufrechterhalten werden.
– Weiters wird die Feuerwehr verstärkt zu Versorgungsaufgaben sowie zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur eingesetzt werden. Dazu zählen unter anderem Unterstützung bei der Beheizung von Privathaushalten, Mitwirkung bei der Lebensmittelversorgung und Einbindung in die Betreuung von Nutztieren.

– Da das Feuerwehrwesen auch kleinste Orte in ganz Niederösterreich erreicht, wird hier eine Unterstützung der Bevölkerung im Sinne der Nachbarschaftshilfe möglich sein. In enger Kooperation gilt es die Gemeinden zu unterstützen.
Bei der jedes Jahr stattfindenden Stabsrahmenübung des NÖ Katastrophenhilfsdienstes wurden die Kommunikationswege zwischen dem Landesführungsstab und den Bezirksführungsstäben eingehend überprüft. Bei 1740 Feuerwehren ist eine Führungsstruktur einfach erforderlich.
Auch diese Übung hat gezeigt, dass moderne Kommunikationsmittel für eine zeitgemäße Führungsarbeit unumgänglich sind. Sämtliche den Führungsstäben gestellten Aufgaben, im Wesentlichen die Koordination ihrer unterstellten Feuerwehren, konnten rasch und präzise abgearbeitet werden.
Bericht des ORF Niederösterreich:
Die niederösterreichischen Feuerwehren sind für eine mögliche Grippe-Pandemie gerüstet. Das hat sich bei einer landesweiten Stabsübung am Dienstag, dem 25. Oktober 2005, gezeigt, die reibungslos verlaufen ist.
Eine Grippe-Pandemie ist ausgebrochen, hervorgerufen durch die Mutation des Vogelgrippe-Virus. In diesem Fall würde ein großer Teil der Bevölkerung erkranken und sich nicht mehr selbst versorgen können.
Die Feuerwehr hätte dann die Aufgabe, Lebensmittel in die einzelnen Haushalte zu bringen und viele andere Tätigkeiten des täglichen Lebens zu übernehmen, betonte Landesfeuerwehrkommandant Wilfried Weißgärber. „Also Hilfe bei der Tierfütterung bei den Landwirten aber auch Hilfe bei der Versorgung bei den Gemeinden“, so Weißgärber. Auch die Aufrechterhaltung der Stromversorgung mit Aggregaten wäre dann Feuerwehr-Arbeit.
Die gestrige Übung war am Ende erfolgreich: Die Kommunikation zwischen allen Stellen funktionierte gut. Die 1.740 Freiwilligen Feuerwehren in Niederösterreich sind auf einen möglichen Ernstfall vorbereitet.
