Oö: Feuerwehren als Aufzugswärter: Helfer auf Wartungsfirmen sauer

Leonding (Oö): Einige Feuerwehren liegen mit Aufzugswartungsfirmen im Clinch: Weil die Professionisten ihre Arbeit immer weniger erfüllen, müssen immer öfter die freiwilligen Helfer ausrücken, um Eingeschlossene zu befreien.
Mit dem vermehrten nachträglichen Einbau von Aufzügen in Mehrparteienhäusern steigt vor allem im urbanen Bereich die Wahrscheinlichkeit für einen Aufzugsdefekt. Die Wohnungsgenossenschaften haben deswegen Verträge mit Wartungsfirmen abgeschlossen, weil nach dem Aufzugsgesetz Eingeschlossene innerhalb von 30 Minuten zu befreien sind.

Nur bleibt aber diese Arbeit immer öfter an den freiwilligen Feuerwehren hängen, die für diese Art der Hilfeleistung zum Teil überhaupt kein Verständnis haben. „Wenn Gefahr in Verzug ist, sind wir selbstverständlich sofort im Einsatz“, sagt der Leondinger Feuerwehrkommandant Franz Bäck, „aber ich sehe nicht ein, dass wir bei 200 Aufzügen ständig von unserem Arbeitsplatz wegrennen müssen, nur weil Wartungstechniker gerade nicht erreichbar oder zu weit weg sind. Die Feuerwehr ist keine Wartungsfirma.“
In vielen Gemeinden mit wenigen Aufzügen gebe es eine Vereinbarung, dass die Feuerwehr den früheren Aufzugswärter ersetzt, sagt Wolfgang Reisinger, Leiter der Abteilung vorbeugender Brandschutz im oö. Landesfeuerwehrkommando, „in großen Gemeinden wie Leonding oder Bad Schallerbach ist das sicher ein Problem, dass die Feuerwehr nicht wie ein Subunternehmer auftreten und ständig Defekte beheben kann.“
