Bayern: Eishalle durch Schneedruck eingestürzt – 9 Tote geborgen
Bad Reichenhall (D): Neun Tote sind bis zum Morgen des 3. Jänner 2006 aus der eingestürzten Eissporthalle von Bad Reichenhall in den bayerischen Alpen geborgen worden. Noch weitere sechs Personen werden vermisst. Für sie gebe es noch «sehr viel Hoffnung», wie ein Verantwortlicher nach der morgendlichen Lagebesprechung sagte.
Die Hoffnung auf Überlebende sinkt aber in Bad Reichenhall von Stunde zu Stunde. Wie die Feuerwehr mitteilte, wurden bei den Bergungsarbeiten während der Nacht keine Lebenszeichen von Verschütteten registriert. Auch die eingesetzten Suchhunde hätten keine möglichen Überlebenden mehr geortet.
Laut Feuerwehr gehen die Bergungsarbeiten wegen weiterer Einsturzgefahr immer noch sehr schleppend voran. Inzwischen sei in etwa die Hälfte der eingestürzten Halle so untersucht worden, dass ausgeschlossen werden könne, dass sich dort weitere Opfer befinden. Am Morgen waren noch 500 Rettungskräfte im Einsatz, wie der zuständige Kreisbrandrat von Berchtesgaden sagte. Unter den geborgenen Todesopfern befinden sich sechs Kinder im Alter zwischen neun und zwölf Jahren. Bis zu 35 teils Schwerverletzte wurden bisher aus den Trümmern befreit. 18 Verletzte mussten in Spitäler gebracht werden.
Die Ursache des Einsturzes war weiter unklar. Der Berchtesgadener Bürgermeister Wolfgang Heitmeier sagte, die Schneehöhe auf dem Dach sei am Vormittag vor der Katastrophe gemessen worden und habe «deutlich unter dem Grenzwert» gelegen. Der Einsturz sei «derzeit nicht erklärbar». Ein für 16 Uhr 30 am Montag angesetztes Eishockeytraining sei vorsorglich abgesagt worden. Bei einer früher schon einmal erwogenen Sanierung der Halle hätten Statiker und andere Fachleute keine Probleme mit der Hallendecke gesehen.
Das Dach der Halle war am Montagnachmittag, 2. Jänner 2006, aus noch unbekannten Gründen zusammengestürzt. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren laut Polizei rund 50 Personen in der Halle.
