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Bayern: Eishalle durch Schneedruck eingestürzt – 15. Todesopfer geborgen

Bad Reichenhall (D): Aus den Trümmern der eingestürzten Eissporthalle in Bad Reichenhall ist am frühen Donnerstagmorgen, 5.1.2006, das 15.Todesopfer geborgen worden. Die Person konnte noch nicht identifiziert worden, wie die Polizei mitteilte. Man gehe aber davon aus, dass es sich um die zuletzt noch vermisste Frau handle.

«Damit sind alle vermissten Personen geborgen», sagte der Feuerwehr-Einsatzleiter in Bad Reichenhall. Insgesamt kamen bei dem Unglück 15 Personen ums Leben. Die Arbeiten zum Abtragen der Trümmer würden fortgesetzt, hiess es. Dies geschehe allerdings sehr vorsichtig, falls sich wider Erwarten doch noch andere Menschen unter den Trümmern befinden sollten. Das Dach der Eissporthalle in der oberbayerischen Stadt war am Montagnachmittag, 2. Jänner 2006, eingestürzt und hatte etwa 50 Personen unter sich begraben.

Unterdessen spitzte sich die Diskussion um die Verantwortung für den Einsturz des Daches unter Massen von Neuschnee zu. Die Schneelast auf dem Dach war nach der Ferndiagnose zahlreicher Bauexperten offenbar nur der Auslöser, aber vermutlich nicht alleinige Ursache der Tragödie. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermittelten an der Unglücksstelle. Dach- und Gebäudeteile wurden vor dem Abtragen nummeriert und photographiert.

Gemäss Medienberichten sollen Eisläufer eine halbe Stunde vor dem Einsturz einen lauten Knall gehört haben. Oberbürgermeister Wolfgang Heitmeier wies Berichte zurück, wonach bereits 2002 ein Gutachten zu dem Schluss gekommen sei, dass das Hallendach erneuert werden müsse. Die «Abendzeitung» berichtete dagegen, Gutachter hätten 2002 festgestellt, dass die Dachbalken erhebliche Mengen Wasser gezogen hätten.

Der deutsche Bauminister Wolfgang Tiefensee mahnte die Länder, ihre Bauvorschriften kritisch zu überprüfen. Politik und Verbände lehnten jedoch eine Verschärfung der Bauvorschriften mehrheitlich ab. Lediglich Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, der auch Präsident des Deutschen Städtetages ist, setzte sich für regelmässige Überprüfungen öffentlich genutzter Gebäude ein.
Schwierige Suche

Die Suche nach der letzten noch vermissten Frau gestaltete sich schwieriger als zunächst erwartet. Nach Aussage ihres Mannes, der sich mit dem gemeinsamen Sohn retten konnte, war die Frau zuletzt auf der Eisfläche gesehen worden. Rund 140 Helfer suchten weiter in den Trümmern und räumten mit Schaufeln und Schubkarren Schnee und Gebäudeteile weg. Suchhunde sollten erneut Fährten aufnehmen. Mit Spezialbaggern waren zuvor grosse Teile des eingestürzten Dachs abgetragen worden.

Die unter der Halle liegende Tiefgarage, die mit Pfeilern abgestützt wurde, war am Nachmittag geräumt worden. Mit schweren Baggern wollten die Einsatzkräfte auf die Eisfläche fahren, um weitere Trümmer zu beseitigen. Anschliessend sollte die gesamte Eisfläche überprüft werden, um sicher zu gehen, dass sich nicht noch weitere Personen unter dem Schnee befänden. Die Arbeiten sollten die gesamte Nacht andauern.

Im tschechischen Ostrava stürzte am Dienstagabend ebenfalls unter der Last von Schnee das Dach einer Lidl-Filiale ein. Keine der vier zum Unglückszeitpunkt anwesenden Personen wurde verletzt.

Neue Züricher Zeitung

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