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Oö: 600 Liter Diesel am Dachstein abgeworfen und nicht gemeldet -> Umweltalarm!

Oberösterreich: 600 Liter Diesel, die ein Hubschrauber im Dachsteingebiet abgeworfen hat, beschäftigen die Umweltbehörden. Da der Pilot den Vorfall nicht gemeldet hat, blieb das Umweltproblem tagelang unentdeckt, der Treibstoff versickerte.

Die Gemeinde Hallstatt (Bezirk Gmunden) am Fuße des Gebirgsmassivs muss eine Notwasserversorgung einrichten. Der Vorfall ereignete sich bereits am 10. April 2006. Ein Hubschrauber transportierte ein Fass Rapsdiesel zur Simonyhütte, einer bekannten Berghütte am Dachstein. Wegen gröberer Turbulenzen musste der Pilot – wie er später zu Protokoll gab – die Ladung abwerfen. Der Behälter fiel zu Boden und schlug leck.

Da laut Polizei weder der Pilot noch die Firma, bei der er beschäftigt ist, den Unfall anzeigten, blieb das kaputte Fass, aus dem 600 Liter Biodiesel austraten und versickerten, tagelang unentdeckt. Erst etwas mehr als eine Woche später entdeckten Skitourengeher die Misere und meldeten sie der Polizei, berichtete Othmar Coser vom Ermittlungsbereich Umweltkriminalität des Landeskriminalamtes.

Eine große Säuberungsaktion wurde eingeleitet. Feuerwehr und Bundesheer schaufelten eineinhalb Wochen lang täglich kontaminierten Schnee ab, unterstützt wurden sie von einem Spezialhubschrauber aus der Schweiz. Der verschmutzte Schnee muss von einer Spezialfirma entsorgt werden.

Inzwischen ermittelt das Landeskriminalamt Oberösterreich wegen vorsätzlicher Umweltgefährdung. Die Helikopterfirma müsse die Kosten der Abschaufel-Aktion tragen, darüber werde es eine Anzeige geben, so Coser. Die Folgen für die Trinkwasserversorgung in der Region sind noch nicht abschätzbar. Hauptbetroffene Gemeinde ist Hallstatt. Dort wird derzeit eine Notwasserversorgung eingerichtet, die spätestens zu Beginn der kommenden Woche in Betrieb gehen soll. Das Trinkwasser wird dann nicht mehr vom Dachstein, sondern vom Salzberg bezogen.

Die Bevölkerung sei informiert worden und gehe gelassen mit der Situation um, hieß es beim Gemeindeamt. In bisher gezogenen Wasserproben konnten zwar Diesel-Spuren festgestellt werden, die Menge sei aber „minimal“ gewesen, das Trinkwasser sei derzeit „voll genussfähig“.

ORF Oberösterreich

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