Airbus-Bruchlandung: 55 Personen aus brennendem Flieger gerettet, 140 Tote
Sibirien: Bei der Bruchlandung eines russischen Passagierflugzeugs in Sibirien sind am Sonntag, 9. Juli 2006, nach Behördenangaben über 140 Menschen ums Leben gekommen. 55 Menschen wurden laut dem russischen Zivilschutz mit Brandverletzungen in Krankenhäuser der Stadt Irkutsk gebracht.
Nach Angaben des russischen Notstandsministeriums kam die Maschine vom Typ A-310 mit 193 Passagieren und acht Crewmitgliedern an Bord bei der Landung von der Piste ab, rammte eine Betonmauer und ein Gebäude und ging dann in Flammen auf. Das Unglück gegen 7.50 Uhr Ortszeit (0.50 MESZ) zerstörte den vorderen Teil des Rumpfs völlig. Feuerwehrleute konnten den Brand erst nach drei Stunden löschen. Die Flugschreiber wurden gefunden. Von der Crew überlebte laut den Angaben niemand. Der Flug 778 der Gesellschaft Sibir/S7 kam aus Moskau. Irkutsk liegt 5.000 Kilometer östlich von Moskau in der Nähe des Baikal-Sees, der auch von vielen ausländischen Touristen besucht wird. Angeblich sollen auch ausländische Passagiere unter den Opfern sein.
Zum Hergang des Unglücks gab es zunächst keine Informationen. Sibir/S7 ist eine der größten Fluggesellschaften Russlands und gilt –
trotz gegenteiliger Erfahrungsberichte im Web – als zuverlässig. Der Airbus A-310 zählt zu den sichersten Flugzeugen der Welt. Die Verletzten hätten unterschiedlich schwere Verbrennungen erlitten, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft in Irkutsk. Die Passagiere mussten über den hinteren Teil des Flugzeugs aus den Trümmern befreit werden, berichteten Helfer.
Der Tod von 118 Personen wurde bisher bestätigt. Wegen des Ferienbeginns sollen auch viele Kinder unter den Opfern sein. Eine Mannschaft des russischen Luftfahrtkomitees wurde vor Ort erwartet, um die Ursache des Unglücks zu untersuchen. Auch der Flugzeugbauer Airbus schickt ein Expertenteam zur Unglücksstelle. Internationalen Vereinbarungen folgend werde Airbus den Behörden bei der Unfalluntersuchung „volle technische Unterstützung“ zukommen lassen, hieß es.
Die beim Flug 778 von Moskau nach Irkutsk eingesetzte Maschine mit 220 Sitzplätzen sei im Jahr 1987 ausgeliefert worden und habe auf über 10 000 Flügen, teilte der europäische Flugzeughersteller darüber hinaus am Sonntag am Firmensitz im französischen Toulouse mit. Das russische Transportministerium nannte indes bereits als vordringliche Unglücksursache, die Landebahn sei regennass gewesen. Am 3. Juli 2001 war in Irkutsk eine Passagiermaschine vom Typ Tupolew TU-154 verunglückt. Dabei kamen 145 Menschen ums Leben.
