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Oö: Neues Tanklöschfahrzeug in Dienst gestellt – TLF 1200/100

Schärding (Oö): Seit kurzer Zeit hat in der FF Schärding das bereits 31 Jahre alte Tanklöschfahzeug 2000 ausgedient. An dieser Stelle konnte ein neues, modernes und genau auf die Bedürfnisse der Schärdinger Feuerwehr zugeschnittenes Fahrzeug in Dienst gestellt werden.

Mit einem Wassertank von 1200 Liter und einem Schaumtank von 100 Liter bietet es als zweites Tanklöschfahrzeug der FF Schärding eine optimale Ergänzung vor allem in den engen Gassen der historischen Altstadt. Die Zufahrt zur Schlossgasse, wo sich neben einem großen Veranstaltungssaal auch die Landesmusikschule, Wohnhäuser und kulturell genutzte Gebäude befinden wäre mit einem Tanklöschfahrzeug welches der Norm entspricht nicht mehr möglich gewesen. Aus diesem Grund wurde eine Alternative gesucht, welche Gott sei Dank auch gefunden wurde.

„Es freut mich, dass durch die engagierte Arbeit unserer Feuerwehr ein optimales Tanklöschfahrzeug gefunden wurde, welches noch dazu billiger als das Normfahrzeug ist“, freut sich Bgm. Ing. Franz Angerer. Gelungen ist dies durch einen Compact-Line Aufbau der Firma Rosenbauer auf einem Mercedes Benz Atego 818 F Fahrgestell. Neben dem Fahrer und dem Fahrzeugkommandanten bietet das Löschfahrzeug für zusätzlich 5 Florianijünger Platz. 3 Atemschutzgeräte und das gesamte Zubehör für den Atemschutzeinsatz sind in der Mannschaftskabine untergebracht, um eine optimale Vorbereitung während der Anfahrt gewährleisten zu können. Neben den Standardausrüstungen wurde vor allem auch darauf geachtet, dass die Bedienung einfach und mit wenig Personal möglich ist.

Speziell für mit modernen Brandschutzeinrichtungen ausgestattete Gebäude – wie das Landeskrankenhaus, das Bezirksaltenheim, die beiden Parkgaragen, wurden Schlauchtragekörbe und eine Schnellangriffstasche aufgepackt. Da die Stadt Schärding immer wieder von Hochwässern heimgesucht wird, wurde neben zwei Tauchpumpen auch ein Wassersauger im Fahrzeug gehaltert. Betrieben können diese Geräte von einem Stromerzeuger werden, welcher auch für die Beleuchtung der Einsatzstelle mittels eingebauten Lichtmasts zuständig ist. „Das neue Tanklöschfahrzeug hat sich während der Einschulung und bei den ersten Einsätzen bereits bestens bewährt und stellt eine Verbesserung für die Sicherheit unserer Bevölkerung dar“, berichtet Feuerwehrkommandant Michael Hutterer.

Generelles:

Bei der Beschaffung des neuen Tanklöschfahrzeuges wurde die besondere bauliche Situation in Schärding berücksichtigt. Es wurde Wert darauf gelegt, in den engen Strassen und Gassen der historischen, dicht verbauten Altstadt mit ihren Torbögen (beschränkte Durchfahrtshöhen) zu- und durchfahren zu können, zumal in den letzten Jahren in diesen Bereichen neben den zahlreichen, mehrstöckigen Wohngebäuden viele Veranstaltungsstätten, Kindergarten, Museen, eine Landesmusikschule uvm. installiert wurden.

Mit dem Fahrzeugvorgänger – einem TLF 2000-60 Trupp auf STEYR 590 – konnten diese Objekte ebenfalls erreicht werden.

Für einen schlagkräftigen, raschen und effizienten Einsatz in diesen Stadtteilen mussten also – in Abstimmung mit der Stadtgemeinde, dem Landesfeuerwehrkommando OÖ und der OÖ Brandverhütungsstelle – Maßnahmen getroffen werden, die dies ermöglicht.

Als Planungsgrundlage galt eine, durch ausreichend viele Ober- und Unterflurhydranten gewährleistete, Löschwasserversorgung durch die Ortswasserleitung, ein weiteres Tanklöschfahrzeug 4000 Gruppe mit Allradantrieb Baujahr 1993 und zwei unerschöpfliche offene Löschwasserentnahmestellen – der Inn und die Pram. Für die Löschwasserförderung stehen in der eigenen Feuerwehr vier Löschgruppenausrüstungen sowie in den Alarmstufen 2 und 3 zahlreiche löschwasserfördernde Fahrzeuge der Nachbarfeuerwehren zur Verfügung.

Planung:

Grundlage war ein Tanklöschfahrzeug, welches möglichst einem Normfahrzeug gleichkommt und den o.a. Forderungen gerecht wird. Ein Allradantrieb wird im Stadtbereich nicht benötigt, außerdem verfügt das 2. TLF über einen solchen. Der Tankinhalt muss mindestens 1000 Liter Wasser und 100 Liter AFFF Schaum beinhalten. Weiters muss von uns vorgegebene Zusatzausrüstung untergebracht werden und die Einsatztauglichkeit im Falle eines Hochwassereinsatzes – trifft bei uns mehrmals pro Jahr zu – muss gegeben sein.

Wir haben uns bei den verschiedensten Fahrzeugherstellern umgesehen und festgestellt, dass beinahe jeder – auf unterschiedlichste Art und Weise – unsere Forderungen erfüllen könnte.

Nachdem uns dieses Vorhaben vom technischen Ausschuss und der OÖ. Landesfeuerwehrleitung – spezieller Dank an LBD Johann Huber und LFI RR Ing. Alois Affenzeller für ihre Unterstützung und ihre kooperative Zusammenarbeit – genehmigt wurde, wurde ausgeschrieben.
Um möglichst viele Möglichkeiten auszuloten, wurde das Fahrgestell und der Aufbau getrennt ausgeschrieben.
Mit der Fa. Mercedes Luger aus St. Florian und der Fa. Rosenbauer haben wir zwei verlässliche Partner gefunden, die unsere Planungen verwirklichten.

Als Fahrgestell wurde ein Mercedes Benz Atego 818F 4×2 gewählt, der Aufbau wird durch die „Compact Line“ – Baureihe der Fa. Rosenbauer umgesetzt.

Beschreibung der wichtigsten Daten:

Fahrgestell:
– Mercedes Benz Atego 818F 4×2, 180 PS (Euro4 – Ausführung)
– Automatikgetriebe
– ABS – Scheibenbremsen vorne und hinten
– Servolenkung
– Anhängerkupplung mit den gängigsten Luft- und Stromanschlüssen
– Rückspiegel elektrische verstellbar uns heizbar
– Elektrische Fensterheber Fahrer- und Beifahrerseite
– Nebelscheinwerfer, Tagesfahrlichtautomatik
– Windschutzscheibe heizbar

Fahrzeugdaten:
– Länge 6800 mm
– Breite mit Rückspiegeln 3000 mm
– Breite mit zugeklappten Rückspiegeln 2700 mm
– Höhe 2830 mm
– Radstand 3620 mm
– zul. Gesamtmasse 8600 kg

Feuerwehrtechnischer Aufbau:

Mannschaftsraum:
– Besatzung 1:6
– Helmhalterung für Maschinist / Fahrzeugkommandant
– Sämtliche Gerätschaften für den Fahrzeugkommandanten sind vom Beifahrersitzplatz aus zu entnehmen ( Handscheinwerfer, Handfunkgerät, Atemschutzerkundungsgerät (Dräger „Lifeguard“), Strassen- und Hydrantenpläne,…)
– 3 Pressluftatmer Pa 94+ mit Bodyguard und Einflaschensystem (6,8 Liter CFK – Liner mit 300 bar) in Halterung
– 3x umluftabhängiger Atemschutz
– sämtliche Gerätschaften für den AS – Trupp (Atemschutzüberwachung, Fluchthauben, 4 Tragetücher, Funkgerät mit Freisprecheinrichtung, Handscheinwerfer,…) zur sofortigen Entnahme im Mannschaftsraum gehaltert
– Verkehrsabsicherungssystem „powerflare“

Elektrische Ausstattung zusätzlich zu Pflichtausstattung:
– Nahumfeldbeleuchtung (je 2x links und rechts, 1x im Heck)
– Je 1 Manövrierscheinwerfer links und rechts am Rückspiegel montiert
– Martin – Kompressorhorn mit 4 Schallbechern
– Mobilfunkgerät vom Fahrer- und Beifahrer bedienbar
– Verkehrsleiteinrichtung im Heck
– Rückfahrkamera mit Farbmonitor

Dach:
– Hakenleiter
– 4 – teilige Steckleiter, je 2 Teile zusammengesteckt gehaltert
– Schlauchbrücken
– Pneumatischer Lichtmast mit 4 Scheinwerfern je 1000 Watt

Pumpenanlage / Löschmitteltanks:
– Einbaupumpe NH 20 mit 2 B – Abgängen, 1 C – Abgang und 2 HD – Abgängen
– Vollautomatischer Schaumvormischer FIX-MIX 1% und 3 %
– Löschwassertank 1200 Liter
– Schaummitteltank 100 Liter gefüllt mit alkoholbeständigem AFFF – Schaummittel MOUSSOL-APS LV
– 60m formfester HD – Schlauch auf Haspel im Heck mit NEPIRO Ergo, elektr. aufspulbar mit Fußpedal
– Straßenwaschanlage HD mit 4 Düsen fix montiert

Geräteraum 1 (links):
– Hochleistungslüfter Tempest
– Abschlepproller Gojak 6200
– 1 Personenhygieneset
– Motorsäge Stihl inkl. Zubehör und Schnittschutzausrüstung
– 2 Tauchpumpen (1x Mast T12, 1x Mast T6)
– 2 Schlauchtragekörbe mit je 3 C42 Druckschläuchen 20m lang
– 1 C42 – Schnellangriffsleitung 30m mit Hohlstrahlrohr
– 1 B Schnellangriffsleitung 30m mit Verteiler

Geräteraum 2 (rechts):
– Stromerzeuger Rosenbauer RS 14
– 3 Kabeltrommeln (1x 400V, 2x 230V)
– 2 Lichtfluter 1000W inkl. Stativ
– Drucklufthaspel inkl. Luftpistole
– Propak – Multischaumschnellangriff mit 30m C42 Schlauch
– Schnellangriffstasche 30m D – Schlauch in Tasche mit D – Hohlstrahlrohr
– WAP – Nassauger inkl. Zubehör

Eine ausführliche Bildergalerie finden Sie auf www.ff-schaerding.at

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