Nö: Flugzeugabsturz: Rätsel um Tiefflug über Donau
Spitz (Nö): Einen Tag nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs in die Donau fehlt weiterhin jede Spur von den vier Insassen, unter ihnen zwei Kinder. Die Einsatzkräfte setzten am Sonntag, 14. Oktober 2007, ihre Suche fort – Hoffnung, noch Überlebende zu finden, gibt es allerdings nicht mehr.
Die Rettungskräfte hatten bereits am Samstag den Grund der Donau mit Schleppketten abgesucht und einige Punkte markiert. Auch am Sonntag waren Dutzende Polizisten, Feuerwehrleute und Wasserretter – inklusive Taucher – im Einsatz. Allerdings gestaltete sich die Arbeit der Einsatzkräfte schwierig. Die Donau sei an der Absturzstelle zwar nicht tief, aber trüb, hieß es.
Die Suche gleiche jener „nach der Nadel im Heuhaufen“, so der Kommandant der Feuerwehr Spitz, Thomas Murth, gegenüber dem ORF Niederösterreich.
Die einmotorige Piper P28 war Samstagnachmittag bei Spitz an der Donau (Bezirk Krems) senkrecht in die Donau gestürzt, nachdem das Flugzeug aus bisher ungeklärter Ursache das Hochseil der Donaurollfähre touchiert hatte.
Bei den Verunglückten handelt es sich um den 47-jährigen Piloten der Maschine mit Wohnort im Bezirk Korneuburg – er hatte das Flugzeug beim Flugverein Dobersberg im Waldviertel angemietet – sowie eine 44-jährige Frau aus dem Bezirk Baden und deren zwei Kinder: ein 13-jähriges Mädchen und einen zehnjährigen Buben.
Zumindest deuteten darauf die in einer von der Donau angeschwemmten Handtasche der Frau entdeckten E-Cards der Kinder hin.
Geborgen wurde am Sonntag zudem ein großer Wrackteil – das Dach der Flugzeugkabine. Er befand sich mehrere hundert Meter stromabwärts auf dem Grund der Donau.
Die Maschine war Samstagnachmittag auf dem Flugplatz in Krems-Gneixendorf gestartet, Ziel wäre Dobersberg (Bezirk Waidhofen an der Thaya) gewesen. Über der Donau in der Wachau kam es dann gegen 17.00 Uhr zu dem Unglück.
Völlig unklar war zunächst die Unfallursache. Der Pilot hatte offenbar die erlaubte minimale Flughöhe von 150 Metern im unbesiedelten Gebiet bzw. 300 Metern über besiedeltem Gebiet stark unterschritten.
Laut Augenzeugen war die Maschine mit einer Tragfläche gegen das in 22 Metern Höhe befindliche, fast 500 Meter lange Tragseil der Rollfähre Spitz geprallt und dann abgestürzt. Ein kleiner Teil der Tragfläche hing auch am Sonntag noch an dem Seil. Der Fährbetrieb wurde bis auf weiteres eingestellt.
