Deutschland: Gefährlicher Brand bei Westfalengas-AG in Münster-Gremmendorf
Münster (Deutschland): Auch am Donnerstagmorgen, 18. Oktober 2007, ist die Feuerwehr auf dem Gelände der Westfalen AG im münsterschen Stadtteil Gremmendorf im Einsatz.
Die Heidestraße bleibt deswegen gesperrt, wie die Feuerwehr Münster mitteilt. Am Mittwochmorgen war in einer Gas-Abfüllanlage der Westfalen AG Feuer ausgebrochen.
Erst der Kampf gegen die Flammen, dann der – noch riskantere – Kampf gegen die unsichtbare Gefahr: Bis zu 180 Feuerwehrleute waren am Mittwoch bei dem Brand in einer Gas-Abfüllanlage der Westfalen AG in Münster im Einsatz. Das Feuer war gegen 11.30 Uhr ausgebrochen, als bei Arbeiten vermutlich ein Schlauch abriss und sich Acetylen entzündete. Ein Beschäftigter wurde verletzt. Die Feuerwehr hatte das Firmengelände umgehend geräumt, 120 Angestellte hielten sich zu dem Zeitpunkt dort auf.
Der Brand war erst am Nachmittag unter Kontrolle. Der Einsatz ging bis nach Mitternacht weiter. Eine Evakuierung, für die schon alle Vorbereitungen getroffen waren, wurde abgeblasen.
Die Wehrleute gingen teils mit mulmigen Gefühlen ans Werk. Ihre Furcht: eine Explosion, die eine katastrophale Kettenreaktion hätte auslösen können. „Bei Gas wissen Sie doch nie, was passiert“, sagte einer der Feuerwehrmänner.
Anwohner teilten die Angst vor dem großen Knall. „Es ist kein tolles Gefühl, neben einem Pulverfass zu wohnen“, sagte ein Nachbar. Andere Bewohner des Stadtteils Gremmendorf reagierten gelassener auf das Großaufgebot von Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen: „Da ist doch noch nie etwas passiert.“ Dennoch: Die Erzieherinnen eines Kindergartens, der in der Nähe der Abfüllstation liegt, blieben mit ihren Schützlingen lieber im Gebäude – dazu waren sie aufgefordert worden.
Die Furcht, dass eine chemische Kettenreaktion nach der Hitzeausbreitung zum Bersten der Gas-Flaschen führen könnte, beherrschte die Regie des Mammut-Einsatzes. Rund 130 Feuerwehrmänner waren damit beschäftigt, ein Übergreifen der Flammen auf eine angrenzende Halle zu verhindern. Darin lagerten knapp drei Tonnen des brennbaren Gases – ebenfalls in Flaschen. 50 weitere Einsatzkräfte standen als Reserve bereit. Um die Temperaturen von rund 300 auf 80 Grad zu senken, pumpte die Feuerwehr unablässig Wasser auf das Dach und in die Lagerhalle – 5000 Liter pro Minute.
„Wir werden den Unfall untersuchen“, erklärte Wolfgang Neumann, Mitglied des Vorstandes der Westfalen AG, am Nachmittag. Für ihn stand gestern schon fest: „Alle Sicherheitsvorkehrungen sind eingehalten worden, die Angestellten haben sich vorbildlich verhalten.“
