Oö: Ausflugsschiff prallt gegen Donauufer -> Evakuierung durch Feuerwehr
Linz (Oö): Auf der Donau in Linz ist Freitagabend, 26. Dezember 2008, ein Ausflugsschiff mit voller Wucht gegen das Ufer geprallt. Die Passagiere kamen mit dem Schrecken davon. Ursache dürfte ein technisches Gebrechen gewesen sein.
Das Ausflugsschiff der „Donautouristik“ war gegen 19.00 Uhr auf der Donau unterwegs. Bei der Traunmündung wollte der Kapitän die „Kaiserin Elisabeth“ wenden. Dabei dürfte jedoch ein Generator wegen eines technischen Gebrechens ausgefallen sein. Das Schiff wurde dadurch unmanövrierbar, berichtete Erwin Fuchs von der Linzer Polizei. Mit voller Wucht prallte das Ausflugsschiff mit dem Bug voran gegen das Donauufer.

83 Personen von Feuerwehr geborgen:
Die 66 hauptsächlich älteren Passagiere gerieten daraufhin durch den heftigen Schlag teilweise in Panik und liefen auf dem Schiff ins Freie. Sie und die 14 Servicemitglieder und drei Besatzungsmitglieder konnten das Donauschiff jedoch mit Hilfe der Linzer Berufsfeuerwehr aus eigenen Kräften verlassen.

Wieder festen Boden unter den Füßen, wurden die Geretteten von Mitarbeitern des Roten Kreuzes aufgewärmt und anschließend mit Bussen der Linz Linien zum Linzer Hafen gebracht, wo sie wieder ihre Heimreise antreten konnten.

Technisches Gebrechen als Ursache: Nachdem alle Personen das Schiff verlassen hatten, konnte die „Kaiserin Elisabeth“ wieder aus eigener Kraft wenden. Taucher der Feuerwehr waren in den Nachtstunden noch damit beschäftigt zu untersuchen, ob am Schiff ein Leck entstanden war. Ein Gutachter soll nun am Samstag klären, wie es zu dem technischen Gebrechen kommen konnte.
UPDATE – ORF: Kapitän setzte Schiff absichtlich an Land
Nach einem Defekt am Autopiloten des Ausflugsschiffs „Kaiserin Elisabeth“ auf der Donau hat der 44-jährige Kapitän das Schiff absichtlich an Land gesetzt. Er wollte damit ein größeres Unglück vermeiden. Gegen 19.00 Uhr war die „Kaiserin Elisabeth“ mit 66 Passagieren, 14 Service- und drei Besatzungsmitgliedern stromabwärts unterwegs. Bei der Traunmündung kam es plötzlich laut dem Chef der Donau Touristik, Manfred Traunmüller, zu einem Defekt am Autopiloten. Für etwa 30 Sekunden wurde dadurch ein Notfallsystem ausgelöst, es gab nur noch Notbeleuchtung auf dem Schiff. „In dieser Zeit kann der Kapitän kontrollieren, wo der Fehler liegt, das Schiff treibt jedoch im Wasser“, so Traunmüller.
Nach dieser halben Minute sei das Schiff üblicherweise aber wieder fahrbar. Um ein mögliches größeres Unglück zu vermeiden, entschied sich der erfahrene Kapitän jedoch sofort, die „Kaiserin Elisabeth“ an Land zu setzen. „Falls das Schiff nach den 30 Sekunden nicht mehr lenkbar gewesen wäre, hätte bei der Schleuse ein größeres Unglück passieren können“, berichtete der Chef der Donau Touristik. „Der Kapitän hat – wie in der Nautik vorgesehen – absolut richtig und im Sinne der Sicherheit der Passagiere gehandelt“, so Traumüller.

Mit Hilfe der Linzer Berufsfeuerwehr konnten sämtliche Personen das Schiff aus eigener Kraft verlassen. Wieder festen Boden unter den Füßen, wurden die Geretteten von den Einsatzkräften mit Decken aufgewärmt und anschließend mit Bussen der Linz Linien zum Linzer Hafen gebracht, wo sie wieder ihre Heimreise antreten konnten. Sechs Passagiere, darunter ein zehnjähriges Mädchen, wurden wegen leichter Panik vom Roten Kreuz versorgt, es gab jedoch keine Verletzten. in Alkotest beim Kapitän ergab 0,0 Promille. Die „Kaiserin Elisabeth“ blieb bis auf einen leichten Defekt am Lack unbeschädigt, im Schiff gab es geringfügige Schäden durch heruntergefallenes Geschirr. Ein Sachverständiger war am Samstag damit beschäftigt herauszufinden, warum es zu dem Defekt am Autopiloten kam. Bis dahin steht das Schiff im Linzer Hafen.
