Oö: Oberösterreich Bezirksfeuerwehr-Chefs sind mit Luxus-Dienstwagen unterwegs
Oberösterreich: Nicht nur 100 Heeres-Offiziere steuern seit dem Vorjahr luxuriöse VW Touareg. Auch für Oberösterreichs Bezirksfeuerwehr-Kommandanten wurde der Dienstwagen-Fuhrpark auf neue – teure – Räder gestellt.
Während sich die 18 Bezirksfeuerwehr-Chefs jahrelang mit einem VW Passat als Dienstwagen begnügen mussten, dürfen sie sich seit ein, zwei Jahren über gediegene Sports Utility Vehicles (SUV) vom Typ BMW X3 freuen. Obwohl diese fast zwei Tonnen schweren 150-PS-Luxus-Geländewagen für den Geländeeinsatz nur bedingt geeignet seien, habe der BMW X3 bei einer Ausschreibung durch die Landesregierung das Rennen gemacht. 18 knallrote BMW X3 wurden vom Landesfeuerwehrverband angeschafft und mit Blaulicht, Folgetonhorn und Funk zu Behördenfahrzeugen umgerüstet. Ohne Extras und Automatikgetriebe liegt der Listenpreis für die Dieselversion des X3 bei knappen 42.000 Euro – immerhin doch 8000 Euro unter der günstigsten Version des VW Touareg.
„Unsere Bedingung war ein höher gestelltes Auto mit Allradantrieb, weil die VW Passat gerade bei der Hochwasser-Katastrophe immer wieder Wasser geschöpft haben oder aufgesessen sind“, sagt Landes-feuerwehr-Inspektor Alois Affenzeller, „es hätte genauso gut eine chinesische Version sein können – Niederösterreich hat einen Nissan –, aber es ist eben der BMW geworden.“
Den Spargedanken habe man dabei nicht außer Acht gelassen. „Um den Preis, wie wir ihn bekommen haben, kriegt man den BMW X3 normalerweise nicht“, betont Affenzeller. „BMW war der Bestbieter und günstiger als Nissan“, sagt auch Feuerwehr-Landesrat Josef Stockinger, „die Bezirksfeuerwehr-Chefs beziehen zudem kein 100.000-Euro-Gehalt und bekommen nicht zum Drüberstreuen einen Q7, sondern arbeiten ehrenamtlich mit einer Aufwandsentschädigung und nutzen den Dienstwagen ausschließlich für Dienstfahrten.“
Mit X3 auf Einkaufsfahrt?
Allerdings soll der eine oder andere auch schon bei einer Einkaufsfahrt mit dem X3 beobachtet worden sein. „Wenn er während einer Dienstfahrt etwas besorgt, wird ihm deswegen nichts passieren“, sagt Affenzeller, „ich weiß aber, dass unsere Leute ohnehin fast rund um die Uhr im Einsatz sind.“
