Ktn: Millionenfeuer in Bootswerft in Velden

Velden (Ktn): In Velden ist eine Bootswerft in der Nacht auf Samstag, 18. April 2009, bei einem Großbrand fast völlig zerstört worden. 14 zum Teil sehr teure Jachten wurden ebenfalls ein Raub der Flammen, der Schaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt.
Die Ursache für das Feuer war vorerst nicht bekannt. Der Brand brach gegen 23.30 Uhr in einem Bootshaus aus und breitete sich binnen kürzester Zeit auf das gesamte Werksgelände aus. Für die Feuerwehren wurde Abschnittsalarm gegeben, insgesamt zwölf Wehren mit mehr als 160 Mann waren die ganze Nacht über im Einsatz. Die Löscharbeiten waren schwierig, es bestand Explosionsgefahr wegen Benzinkanistern und in Booten eingebauten Akkus. Teilweise schlugen die Flammen 20 Meter hoch in den Himmel.

Besitzer sah Flammen. Der Besitzer der Werft, Wolfgang Schmalzl, erklärte im ORF Kärnten, er habe kurz vor dem Schlafengehen auf die Marina hinuntergeschaut und den Feuerschein gesehen: „Es sind teilweise Boote, die gelagert wurden und welche, die gerade in Betrieb gehen, die die Leute dieses Wochenende abholten wollten.“ Zerstört wurde sowohl eine 70 Jahre alte Segelyacht, die in den vergangenen Jahren von Schmalzl restauriert worden war, als auch etwa eine teure Motoryacht der Familie Piech. Allein diese beiden Schmuckstücke waren mehrere Millionen Euro wert. Die genaue Höhe des Sachschadens muss erst eruiert werden, auch die Ursache des Feuers wird noch untersucht.

ORF-BERICHT:
In Velden hat es in der Nacht auf Samstag, 18. April 2009, Großalarm der Feuerwehren gegeben. Die Schmalzl-Bootswerft stand in Flammen, 14 Boote verbrannten. Der Schaden beträgt ca. 3,5 Millionen Euro. Eine 70 Jahre alte Segeljacht, in den vergangenen Jahren liebevoll von Wolfgang Schmalzl und seinem Team restauriert, und eine edle Motorjacht der Familie Piech: Allein diese beiden Schmuckstücke waren mehrere Millionen Euro wert. Insgesamt 14 Boote, die in den Hallen der Werft untergebracht waren, wurden völlig zerstört. Warum das Feuer gegen 23.30 Uhr ausbrach, weiß noch niemand.

Zwölf Feuerwehren der umliegenden Bezirke mussten zusammengezogen werden, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Insgesamt 160 Feuerwehrleute standen stundenlang im Einsatz. Die bis zu 20 Meter hohen Flammen seien nur schwer zu bändigen gewesen, noch dazu habe Explosionsgefahr bestanden, sagte Peter Ebner, Bezirksfeuerwehrkommandant von Villach-Land. Teilweise waren es Benzinkanister, aber auch Akkus, die in den Elektrobooten eingebaut sind, die zu gefährlichen Situationen führten. Daher konnten die Feuerwehrleute auch nicht ins Innere der Werft vordringen, bis der Brand ein wenig eingedämmt war. Der Landeschemiker wurde gerufen, um sicherzustellen, dass keine Chemikalien in den Wörthersee eindringen konnten. Am Samstagvormittag sollten Brandsachverständige der Kriminalpolizei eintreffen. Verletzt wurde bei dem Großbrand niemand.
UPDATE PER 19.04.2009 -> ELEKTRISCHER DEFEKT VERMUTET
Die Ursache für den Großbrand in der Schmalzl-Werft in Velden am Samstag steht noch nicht fest. Es dürfte aber ein elektrischer Defekt am wahrscheinlichsten sein. Brandstiftung schließen die Experten eher aus. 700.000-Euro-Segeljacht verbrannt
Der Schaden von ca. vier Millionen Euro ist durch eine Versicherung gedeckt, der Betrieb soll wiederaufgebaut werden. Vorerst wird ein Provisorium eingerichtet. Insgesamt wurden 14 Boote ein Raub der Flammen, darunter auch eine 70 Jahre alte Segeljacht der Familie Porsche-Piech. Sie war 700.000 Euro wert und wurde erst kürzlich im Auftrag von Ferdinand Piech in der Werft von Wolfgang Schmalzl restauriert. Sie ist unersetzlich, auch wenn der Schaden durch Versicherungen gedeckt ist. Die Familie hat ihrerseits einen Brandexperten einer Versicherung mit Nachforschungen beauftragt. Die Polizei machte sich bereits Samstagfrüh auf die Suche nach der Ursache für das Großfeuer, konkrete Ergebnisse lagen am Sonntag aber noch nicht vor. Brandstiftung wird eher ausgeschlossen, es gibt dafür keine Anzeichen. Am ehesten dürfte ein elektrischer Defekt in der Werkstatt als Brandursache infrage kommen.
Der Betrieb, in dem 20 Mitarbeiter beschäftigt sind, soll vorerst provisorisch weitergeführt werden. Firmenchef Schmalzl will die Werft aber auf jeden Fall wieder aufbauen. In den kommenden Tagen muss er zudem versuchen, für die Besitzer der verbrannten Boote Ersatz aufzutreiben.
Die Gemeinde will den Werftbesitzer beim Wiederaufbau nach Kräften unterstützen, kündigte Bürgermeister Ferdinand Vouk (SPÖ) am Wochenende an.
INFO: Eine Bildreportage ist für die BRENNPUNKT-Ausgabe 3/2009 (Juni) in Vorbereitung!
