Übungen

Sbg: Alarmstufe IV – Großübung in Großgmain

Großgmain (Sbg): Am 13.05.2009 um 19.05 Uhr heulten im Ortsgebiet von Großgmain die Sirenen sowie wurden über die Personenrufempfänger der Übungsbefehl „Brand im Bildungszentrum der Sicherheitsexekutive“ durchgegeben…

Somit begann die lange Zeit zuvor geplante Großübung der Alarmstufe 4, an welcher Feuerwehr, Rotes Kreuz, Polizei und die Verantwortlichen des Bildungszentrums der Sicherheitsexekutive beteiligt waren. Übungsannahme waren Brandausbrüche im 2. OG des Hauptgebäudes und im 1. OG des Nebengebäudes der Polizeischule. Insgesamt waren zum Zeitpunkt des angenommenen Schadensfalles 98 Personen im Gebäude und es galt, möglichst schnell und effizient diese zum Sammelplatz zu leiten und sich einen genauen Überblick über die Verletzten bzw. Geretteten zu verschaffen.

Nach Eintreffen der ersten vier Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Großgmain mit insgesamt 33 Mann wurden sofort 2 Atemschutztrupps mit der Personenrettung beauftragt, welche gegen 19.12 Uhr das Gebäude betraten. Gleichzeitig wurden 2 Lotsen an der Salzburger Straße postiert, welche den anrückenden Kräften die richtige Zufahrt zum Übungsobjekt weisen sollen. Aufgrund der beengten Zufahrtssituation zum Objekt kommt der Arbeit dieser beiden Kameraden ein besonders hoher Stellenwert zu. Nach der Ersterkundung durch den Übungsleiter, erteilte dieser der Übungsleitung den Befehl, weitere Kräfte zu alarmieren. Somit wurden die nachrückenden Feuerwehren aus Bayerisch Gmain/Deutschland, Wals, Bad Reichenhall/Deutschland und das überörtliche Atemschutzfahrzeug aus Seekirchen angefordert.

Im weiteren Übungsverlauf kam noch der Hubschrauber des Innenministeriums hinzu, welcher von den Ausarbeitenden der Übung aus dem Grund „eingebaut“ wurde, dass die Einsatzkräfte im Ernstfall u.a. auch mit Landungen von Notarzthubschraubern und dem damit verbundenen Lärm sowie der Einhaltung der nötigen Sicherheitsvorschriften vertraut gemacht werden.

Rettung der Personen aus dem Gebäude
Zur Personenrettung aus den Gebäuden waren insgesamt 10 Atemschutztrupps aus Österreich und Bayern eingesetzt. Damit es für die Atemschutzgeräteträger, welche unter schwerem Atemschutz zu den Verletzten bzw. Eingeschlossenen vordrangen, einsatzähnliche Bedingungen gibt, wurden die betroffenen Abschnitte zuvor eingenebelt.

Somit waren die Sichtverhältnisse auf fast „null“ eingeschränkt. Die Atemschutztrupps wurden vor ihrem Einsatz beim Atemschutzsammelplatz registriert, um anschließend von dort aus in das Übungsobjekt vorzurücken. Damit bleibt die Übersicht für die Übungsleitung bei dieser Dimension von Atemschutzeinsätzen gut kontrollierbar.

NEBENGEBÄUDE
Aus dem Nebengebäude mussten nun insgesamt ca. 30 Personen aus dem 1. und 2. Obergeschoß vom Fenster bzw. vom Balkon ins Freie gerettet werden. Hierzu wurde „Leiter Bad Reichenhall“ sowie Mannschaft mit Steckleitern herangezogen. Diese Aufgabe wurde von den eingesetzten Kräften mit Bravour gemeistert, so dass bereits um 19.37 Uhr (!) sämtliche im Nebengebäude befindlichen Personen als gerettet bezeichnet werden konnten. Durch die Mannschaft der DL Bad Reichenhall wurde das Nebengebäude mittels Belüftungsgerät rauchfrei gemacht.

HAUPTGEBÄUDE
Im Hauptgebäude befanden sich zum Zeitpunkt des angenommenen Brandausbruchs ca. 70 Personen. Davon konnten sich etwa 40 Personen aus eigener Kraft über den Haupteingang bzw. die zu dem Zweck an den Balkonen angebrachte Notleiter in Sicherheit bringen. Die übrigen 30 Personen waren durch die starke Rauchentwicklung in ihren Zimmern eingeschlossen bzw. bereits verletzt oder bewusstlos. Seitens des verantwortlichen Beamten des Bildungszentrums, welcher für die Koordination des Sammelplatzes zuständig war, wurde der Übungsleitung um 19.22 Uhr mitgeteilt, dass noch 50 Personen abgängig sind. In der Zwischenzeit waren beim Verletztensammelplatz des Roten Kreuzes bereits 2 bewusstlose Personen zur Versorgung in Betreuung. Aufgrund der Meldung der Atemschutztrupps aus dem Hauptgebäude, dass sich im 3. OG noch mehrere bewusstlose Personen befanden, wurden von der Übungsleitung weitere Atemschutztrupps zur Unterstützung bei deren Rettung in das Objekt beordert. Die Schwierigkeit bestand nun für die eingesetzten Trupps darin, die Verletzten vom dritten in das zweite Obergeschoss zu transportieren, weil sie aufgrund der Gebäudesituation erst von dort mittels Drehleiter Wals übernommen werden konnten. Um 20.00 Uhr meldete das Rote Kreuz bereits 6 Personen an der Verletztensammelstelle.

Um 20.02 Uhr wurde der Übungsleitung von der Polizei mitgeteilt, dass jetzt noch 6 Personen abgängig wären. Durch die Atemschutztrupps von Großgmain, Wals, Bayerisch Gmain und Bad Reichenhall wurde der letzte Abgängige um 20.16 Uhr der Besatzung der Drehleiter Wals übergeben. Vom Roten Kreuz wurden insgesamt 9 Personen (5 Bewusstlose, 4 Leichtverletzte) behandelt.

Wasserversorgung
Aufgrund der angenommenen Brandausbreitung sowie des Umfanges der betroffenen Gebäudeteile war es besonders wichtig, möglichst schnell möglichst ausreichend Wasser zum Übungsobjekt zu fördern. Daher mussten von insgesamt 4 verschiedenen Wasserentnahmestellen (Hydranten) Zubringleitungen zu den Tanklöschfahrzeugen bzw. Strahlrohren aufgebaut werden. Für die betreffenden Mannschaften der Pumpenfahrzeuge bedeutete dies hinsichtlich der weiten Strecken sowie des Zeitdruckes Schwerstarbeit. Insgesamt wurden auf einer Länge von ca. 1,2 Kilometern Zubringleitungen verlegt! Dazu kommen weitere ca. 200 Meter an Angriffsleitungen!

Die Übung wurde von den Verantwortlichen sowie den Übungsbeobachtern aus Österreich und Deutschland im Gesamten als erfolgreich gesehen, da das Zusammenspiel der verschiedenen Einsatzorganisationen und speziell die Kommunikation zwischen den österreichischen und deutschen Feuerwehren gut funktioniert hat. Ebenfalls ist die gute Arbeit der Atemschutztrupps sehr gelobt worden.

Fakten und Zahlen:
• 4 Fahrzeuge FF Großgmain mit 33 Mann
• 4 Fahrzeuge FF Wals mit 27 Mann
• 3 Fahrzeuge FF Bayerisch Gmain/D. mit 19 Mann
• 2 Fahrzeuge FF Bad Reichenhall/D. mit 13 Mann
• 1 Fahrzeug FF Seekirchen mit 2 Mann
Insgesamt 14 Fahrzeuge mit 94 Mann der Freiwilligen Feuerwehren.

• 3 Fahrzeuge Rotes Kreuz mit 7 Mann
• 2 Fahrzeuge Polizei mit 4 Mann
• 1 Hubschrauber BM.I mit 2 Mann
Insgesamt 6 „Fahrzeuge“ mit 13 Mann der Zusatzkräfte.

Somit waren 20 „Fahrzeuge“ mit insgesamt 107 Einsatzkräften an dieser Großübung beteiligt, 50 Personen wurden aus dem Übungsobjekt gerettet.
Übungsleiter: KÄRGEL Andreas, VI und HOHENSINN Andreas, Lm

Freiw. Feuerwehr Großgmain

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