D: World Rescue Challenge 2009 in Frankfurt am Main

Frankfurt (D): Heuer fand die Weltmeisterschaft in der technischen Hilfeleistung von 21. bis 24. Oktober 2009 in Frankfurt am Main statt.
Kameraden aus Rohrbach, Schärding, Schenkenfelden, Meggenhofen und Haag am Hausruck nahmen die Gelegenheit wahr um sich über die Ansätze der technischen Hilfeleistung der teilnehmenden Gruppen zu informieren. Es haben 30 Teams aus 15 unterschiedlichen Ländern ihr Können gemessen. Die Teams kamen unter anderem aus Australien, Ghana, Südafrika und den USA. Jede Gruppe hat in seiner ursprünglichen Aufgabe dieselben Probleme, immer ausgefeiltere Fahrzeugtechniken und hochfeste Stähle sollen einen bestmöglichen Insassenschutz gewährleisten um schwere Verletzungen zu vermeiden.

Doch kommt es zu einem schweren Unfall und sind auch noch eine oder mehrere Personen eingeklemmt, stehen die Einsatzkräfte vor der großen Herausforderung der patientengerechten Rettung. Bei diesen Einsätzen treffen schließlich zwei Organisationsstrukturen auf engstem Raum zusammen, die bei der überwiegenden Anzahl ihrer sonstigen Einsätze autark arbeiten. Um aber bei einem Verkehrsunfall für den Patienten das bestmögliche Outcome zu erreichen, müssen Feuerwehr und Rettungsdienst auf einem räumlich stark begrenzten Areal Hand in Hand zusammenarbeiten.
Hierbei ist nicht nur die reine Technik gefragt, sondern auch das Zusammenspiel der Helfer, die Taktik und das Timing in der Versorgung und Befreiung des Verunfallten. In vielen Ländern gibt es nationale Organisationen, in denen sich Feuerwehrleute, Rettungsdienstpersonal und Ärzte zusammen-geschlossen haben, um die Patientenversorgung nach Verkehrsunfällen zu verbessern und mittels eines weltweiten Mindeststandards die Feuerwehren zu schulen. Ein Teil dieser Weiterbildung ist die Rescue Challenge. Bei diesen, auf nationaler und internationaler Ebene stattfindenden Veranstaltungen, treten die Teams nicht gegeneinander antreten, sondern lassen ihre Leistungen durch Ausbilder bewerten. Somit ist eine Rescue Challenge auch kein Wettkampf im herkömmlichen Sinn, denn durch Beobachten der anderen Teams, Gespräche und Diskussionen mit anderen Teilnehmern und Nachbesprechungen wird neues Wissen erworben oder vorhandenes vertieft.
Bei der Rescue Challenge wird nicht das Rad neu erfunden oder die Weisheit mit Löffeln verteilt, es ist vielmehr eine Prüfung oder Überprüfung der eigenen Vorgehensweise und der bestehenden Fachkenntnis, wobei der erbrachten Leistung immer größter Respekt gezollt wird. Jedes Team muss drei Szenarien (Pits) in einer vorgegebenen Zeit und mit definierter Ausrüstung abarbeiten. Beim Pit 1, dem Complex-Pit haben die Teams 30 Minuten Zeit, 2 Patienten zu retten, in Pit 2 (Standard) muss ein Patient in 20 Minuten aus einer schwierigen Situation gerettet werden und in Pit drei (Rapid) hat das Team nur 10 Minuten für eine Rettung Zeit. Weiters verändern die „Opfer“ bei nicht ausreichender Betreuung durch den Medic ihren Gesundheitszustand. Es kann also vorkommen, dass eher unscheinbare Verletzungen bei der Erkundung sich zu einem lebensbedrohlichen Zustand bei der anschließenden Bergung entwickeln. Es war interessant zu sehen, wie die unterschiedlichen Team-Captains an die Aufgabenstellung herangehen (selber erkunden oder erkunden lassen).

Wie schnell ist der Medic beim Patient im Fahrzeug? Welcher Rettungsweg wird gewählt? Wie ist die Kommunikation im Team? Herausragend war da ein spanisches Team, es wirkte sehr chaotisch, hier hat wohl die spanische Mentalität durchgeschlagen. Begonnen werden die Aufgaben mit der Erkundung des Team Captain und des Medic. Dann wird sofort mit der Sicherung des Szenarios begonnen. Erst wenn die Unfallstelle gesichert ist und das Fahrzeug sicher unterbaut ist darf der Medic zu dem Patienten in das Fahrzeug steigen. In enger Absprache mit dem Medic und dem Team Captain wird die Rettung des Patienten bestimmt. Während der Patient versorgt wird, bereitet der Rest des Teams die Geräte für die Befreiung des Patienten vor. Vom Team Captain wird der Rettungsweg festgelegt. Während der ganzen Zeit werden immer wieder das Szenario und die Sicherheit an der Aktionsstelle überwacht.
Bewertet werden die Vorgehensweise des Team-Captain und der einzelnen Trupps Tool und Safety sowie des Medics durch internationale Schiedsrichter. Die Beurteilung der Arbeit des Medics erfolgt durch das „eingeklemmte Opfer“ das normalerweise eine medizinische oder Notarzt-Ausbildung aufweist. Abschließend ist anzuführen, dass diese Veranstaltung jedenfalls die Reise wert war, es konnten viele praxisgerechte und hilfreiche Tipps mit nach Hause genommen werden. Weiters konnten mit den verschiedenen Teilnehmern Gedanken ausgetauscht und Kontakte geknüpft werden.
World Rescue Challenge 09
Bericht mit Video auf RTL-Hessen
Freiw. Feuerwehr Zirl
