Deutschland: Plötzlich stand die Feuerwehr am Bett (Weimar)
Weimar (Deutschland): Es war das zweite Wochenende in Folge, an dem ein Großbrand die Weimarer Feuerwehren forderte: In der Nacht zu Sonntag, 30. Mai 2010, loderten Flammen über einem Haus in der Trierer Straße am Stadtring.
Ein Wohnhausbrand in der Trierer Straße 22 sorgte am Sonntagmorgen für einen Großeinsatz der Feuerwehren. Eine 18-jährige Bewohnerin erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung. Ansonsten kamen die Evakuierten aus dem Brandund aus den Nachbarhäusern mit dem Schrecken davon.
Der war allerdings groß, als sie gegen ein Uhr aus ihren Wohnungen getrommelt wurden. Ein junger Mann aus der Nachbarschaft hatte das Feuer bemerkt und klingelte und klopfte alle Betroffenen aus ihren Wohnungen. Im Brandhaus war es die Verletzte, die ihre Nachbarn gewarnt hatte. Die Feuerwehr wurde um 1.06 Uhr alarmiert. Da schlugen die Flammen bereits aus einer Wohnung im ersten Obergeschoss. Durch die enorme Hitze griff der Brand auf die Fenster des zweiten Stocks über und erreichte den Dachkasten. Einsatzleiter Frank Hess und seinen Männern gelang es aber, ein Durchschlagen der Flammen zu verhindern. Von außen geriet die Drehleiter allerdings an ihre Grenzen, da der Brandherd im Hinterhaus lag. So rückten mehrere Trupps unter Atemschutz in das unsanierte Haus vor, das vor allem von Studenten bewohnt wird. Obergeschoss und Dach konnten gehalten werden. Das Zimmer, in dem das Feuer offenbar ausbrach, brannte aus.
Rund 10.000 Liter Wasser wurden eingesetzt, dazu weitere 180 Liter Schaum. Im Einsatz waren 35 Mann der Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen von Mitte, Schöndorf, und Tiefurt. Die Niedergrunstedter übernahmen die Stadtbereitschaft. 24 Menschen wurden evakuiert, acht aus dem Brandhaus, weitere sechs aus der Trierer Straße 20 und zehn aus der Nummer 24. „Ich habe schon geschlafen, da stand plötzlich die Feuerwehr vor meinem Bett“, erinnerte sich ein älterer Herr später. Er hatte die blauen Uniformen der Polizei für jene der Feuerwehr gehalten. Die Nachbarhäuser konnten wieder bezogen werden. Brandursachenermittler nehmen heute Ermittlungen auf.
