Deutschland: Hubrettungsgerät in Aachen auf Einsatzfahrt umgekippt
Aachen (Deutschland): Es war ein klassischer Eigenunfall ohne Beteiligung Dritter. Auf der Einsatzfahrt von der Wache Nord auf den Pariser Ring ist…
… Ende Juni 2010 ein Hubrettungswagen der Berufsfeuerwehr umgekippt. In der Tangente geriet das 500.000 Euro teure Gefährt aus dem Gleichgewicht und legte sich auf die Seite Mit durchaus üblen Folgen für die Insassen: Zwei Männer erlitten schmerzhafte Prellungen, ein dritter einen Unterarmbruch. Alle drei wurden zur Behandlung ins nahegelegene Klinikum gebracht. Unterwegs war das Fahrzeug zum Seffenter Weg, von wo eine brennende Gartenlaube gemeldet worden war. Die konnte von anderen Einsatzkräften gelöscht werden. Zunächst kümmerten sich die Brandbekämpfer um ihre eigenen Kollegen und die havarierte Rettungsbühne. Ein schwerer Kran musste anrücken, um sie auf einen Tieflader zu bugsieren und von einem Sachverständigen untersuchen zu lassen. Die Bergungsarbeiten zogen sich über Stunden hin. Zur Schadenshöhe kann noch nichts gesagt werden. Die dürfte schnell in den sechsstelligen Bereich gehen, wenn etwa der Teleskoparm beschädigt worden sein sollte.
Medienupdate – Fahrer trifft keine Schuld: Auf die Aachener Berufsfeuerwehr kommen zwei größere Investitionen zu. Eine betrifft die Anfang letzter Woche aus der Kurve getragene Hubrettungsbühne, die, je nach Ausstattung, bis zu 750.000 Euro teuer ist. Dabei handelt es sich allerdings um einen Versicherungsschaden. Die zweite Anschaffung betrifft einen Feuerwehrkran, für die die Stadt in die Tasche greifen muss. Ziemlich tief übrigens, 370.000 Euro sind für die Ersatzanschaffung veranschlagt. Dabei handelt es sich um ein Gebrauchtmodell, ein neuer Kran würde sogar mit 650.000 Euro zu Buche schlagen. Morgen, 7. Juli 2010, befasst sich der Rat mit Causa.
Auf die Seite gekippt: Erfreulich ist aus Sicht von Feuerwehrchef Jürgen Wolff, dass der Unfall, der vor einer Woche auf der Tangente von der Wache Nord auf den Pariser Ring geschehen ist, nicht auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen war: «Unsere Mitarbeiter trifft keine Schuld. Das hat die Auswertung des Unfalldatenschreibers ergeben.» Die Rettungsbühne war, wie berichtet, auf einer Einsatzfahrt auf die Seite gekippt und in einer Leitplanke zum Stehen gekommen.
Das havarierte Fahrzeug war sichergestellt worden und befindet sich inzwischen im Herstellerwerk, wo jetzt nach der genauen Unfallursache gesucht werden soll, denkbar ist ist etwa ein technischer Defekt. Die genaue Schadenshöhe steht noch nicht fest, dürfte sich aber auf etwa eine halbe Million Euro belaufen. Jürgen Wolff geht zwar von einem Totalschaden aus, das Unfallfahrzeug verfügt aber über einen erheblichen Restwert.
Die Besatzung des Fahrzeugs ist zwar noch krankgeschrieben, befindet sich aber auf dem Weg der Besserung. Zwei Männer hatten heftige Prellungen erlitten, ein dritter einen Armbruch. Ihm wurde jetzt eine Platte eingesetzt, teilt Wolff weiter mit: «Es ist davon auszugehen, dass alle drei wieder genesen.»
Und die Anschaffung eines neuen Krans sei einfach erforderlich, sagt Wehrchef Wolff: «Das gesamte Getriebe ist defekt.» Seit Anfang April ist das Gefährt mit der Nummer AC – 6018 daher nicht mehr einsatzbereit, dabei ist das Spezialfahrzeug etwa bei der Bergung von Menschen aus exponierten Lagen, zur Sicherung absturzgefährdeter Fahrzeuge, zur Bergung verunglückter Wagen oder zum Heben und Aufrichten umgestürzter Lasten unerlässlich. Da neben dem kaputten Getriebe auch noch eine Grundüberholung, die alle zehn Jahre fällig ist, ansteht, lohnt es nicht, das vorhandene Fahrzeug noch einmal auf Vordermann zu bringen.
Die nächsten Feuerwehrkräne stehen in Köln oder Düsseldorf, benötigen also eine Anfahrtszeit von eineinhalb bis zwei Stunden. So lange dauert es auch, bis eine private Firma ihre Lastenheber außerhalb der Geschäftszeit bereitstellen kann. Deshalb, so Wolff weiter, müsse umgehend Ersatz gestellt werden: «Damit versorgen wir auch die Städteregion.»
Gebraucht zu haben: Günstig trifft sich da, dass derzeit ein gebrauchter Werksmobilkran, Baujahr 2008, zum Preis von 315000 Euro erworben werden kann. Für weitere 55.000 Euro soll er mit Funkanlage und Bergewinde ausgerüstet werden, so dass insgesamt 370.000 Euro benötigt werden. Die stehen aktuell zwar noch nicht zur Verfügung, dennoch dürfte die außerplanmäßige Bereitstellung der Mittel seitens der Kommunalpolitik nur eine Formsache sein. Langfristig spart man nämlich sogar Gelder, weil ein Löschgruppenfahrzeug erst später und eine Hubrettungsfahrzeug günstiger angeschafft werden konnte als geplant. Die Neuanschaffung des Krans war ohnehin für 2012 mit 650.000 Euro veranschlagt. So kommt die Verwaltung in ihrer Vorlage für die Sitzung zu dem Schluss, dass sich über den Gesamtzeitraum «eine Verbesserung von 405.000 Euro ergibt».
