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Russland: Waldbrände nähern sich Atomforschungszentrum – gefährliche Lage

Russland: Die russischen Behörden sind höchst besorgt, dass die Brände, welche seit Tagen in der Region Nischni Nowgorod wüten, bald das Gelände eines Atomforschungszentrums erreichen könnten. Dort werden auch Waffen entwickelt.

Im Kampf gegen die verheerenden Wald- und Torfbrände in Russland hat sich die Lage in einigen Gebieten zugespitzt. In der am stärksten betroffenen Region Nischni Nowgorod näherten sich die Flammen im Raum Sarow einem Zentrum für atomare Forschung.

Militärisch bedeutend: Zur Koordinierung der Rettungsarbeiten flog der Leiter der Atom- Agentur Rosatom, Sergej Kirijenko, in das Gebiet etwa 400 Kilometer von Moskau. Mehr als 2200 Rettungskräfte seien im Raum Sarow im Einsatz, um das auch für die Waffenentwicklung wichtige Atomforschungszentrum zu schützen. Das meldete die Agentur Interfax am Dienstag, dem 3. August 2010.

Ausnahmezustand: Bei der schwersten russischen Naturkatastrophe seit Jahrzehnten kamen bisher mindestens 41 Personen ums Leben. «Das ist eine große Tragödie», sagte Kremlchef Dmitri Medwedew in einer Videobotschaft an die Nation. Russland werde alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, «um der Naturgewalt zu trotzen». Medwedew hatte am Vortag in sieben Regionen den Ausnahmezustand verhängt und die Sperrung der Waldgebiete für Unbefugte verfügt.
Landesweit hielten Tausende von Bränden in insgesamt 17 Regionen die Rettungskräfte weiter auf Trab. Problematisch sei die momentane Kombination aus Trockenheit und Wind, erklärten Helfer des Zivilschutzes.

Jahrhunderthitze: Russland erlebt derzeit eine Hitze und Trockenheit wie seit mehr als 130 Jahren nicht mehr. Die Temperaturen in vielen Gebieten sollen bis Ende der Woche auf mehr als 40 Grad Celsius steigen, sagten Meteorologen. Die Dürre hat bereits grosse Teile der Ernte vernichtet.

Neue Züricher Zeitung

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