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Deutschland: Lkw-Fahrer nach Unfall erst nach Stunden befreit

Halle (Deutschland): Zwei Stunden und 20 Minuten lang musste am 6. September 2010 ein Lkw-Fahrer bis zu seiner Rettung ausharren. Bei einem Unfall auf der A 14 bei Halle war er hilflos in seiner Zugmaschine eingeklemmt.

Seine Rettung war schwierig: Die Fahrzeuge waren völlig ineinander verkeilt. Außerdem mussten Tonnen von Mais von der Straße geräumt werden. Der Lkw-Fahrer konnte schließlich geborgen und schwerverletzt in ein Krankenhaus geflogen werden.

Der Sattelzug war in Richtung Magdeburg auf das Ende eines rund drei Kilometer langen Staus an einer Baustelle aufgefahren. Mit großer Gewalt krachte er in die dort haltenden Lastzüge. Der Tiefkühl-Lkw schob zwei mit Mais beladene tschechische Sattelzüge und einen weiteren Lastwagen zusammen. Der Fahrer des auffahrenden Sattelzuges wurde eingeklemmt. An der Rettungsaktion beteiligten sich 42 Helfer von Freiwilligen Feuerwehren aus umliegenden Saalekreisgemeinden und der halleschen Berufsfeuerwehr. Die Autobahn war in Richtung Magdeburg bis in die Abendstunden gesperrt, auf den Umleitungsstrecken bildeten sich lange Staus.

Seit Monaten ist die Autobahn zwischen den Anschlussstellen Löbejün und Halle-Tornau ein Nadelöhr, die Baustelle wird immer mehr zum Unfallschwerpunkt. Erst am Freitagmorgen hatte es gekracht. Auch am Montagmorgen hatte es dort bereits einen Unfall gegeben. Zwischen Löbejün und Trotha ist auf einer Länge von 4,5 Kilometern eine Baustelle eingerichtet.

Die Zahl der Unfälle auf dem rund 30 Kilometer langen A 14-Abschnitt zwischen Schkeuditzer Kreuz und dem Rastplatz Plötzetal hat sich indes erhöht, so Polizeisprecherin Baust. Von Januar bis Juni wurden zwölf Zusammenstöße verzeichnet, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es zwei. Auf der Autobahn sind im Vergleich zu anderen Strecken überdurchschnittlich viele Lastwagen unterwegs. Wochentags ist jedes dritte Fahrzeug ein Brummi. Über die A 14 rollen im Schnitt 42000 Fahrzeuge pro Tag, zu Spitzenzeiten sind es 55000. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) verteidigte derweil die teilweise sehr langen Baustellen auf den Autobahnen im Land: Dort werde nur gebaut, wenn es wirklich notwendig sei. Er verwies zugleich darauf, dass bei den Unfällen zumeist ein Regelverstoß vorliege. „Fast immer hat ein Verkehrsteilnehmer versagt.“

Häufige Ursache für Lkw-Unfälle sind Übermüdung, so Christine Rettig vom ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Nach dem meist monotonen Fahren in einer Lkw-Kolonne „wird in unvorhersehbaren Situationen die Reaktionszeit zu lang“. Um Unfällen vorzubeugen, sollten deshalb die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten schärfer kontrolliert werden, forderte sie. Dem schloss sich Minister Daehre an: „Mehr Kontrollen wären auf jeden Fall wünschenswert.“ Damit lasse sich die Sicherheit auf den Straßen erhöhen.

Naumburger Tageblatt

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