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Oö: Funklöcher -> Handys anstatt südteurem Digital-Bündelfunk?

Oberösterreich: Auf Notlösungen müssen unsere Feuerwehren dies- und jenseits des Inns zurückgreifen, wenn sie gemeinsam ausrücken müssen. Trotz High-Tech-Zeitalter ist es schier unmöglich, eine gemeinsame Funkverbindung aufzubauen.

Die Zusammenarbeit und die Kameradschaft der Feuerwehren sei völlig außer Frage gestellt. Was aber überhaupt nicht funktioniert, ist eine seit Jahren geforderte, gemeinsame Funkfrequenz, auf die im Ernstfall zurückgegriffen werden kann.

An einen Einsatzort zu fahren, um erst dort Anweisungen zu bekommen, könne wertvolle Zeit kosten. Zeit, in der Leben gerettet werden könnten. So lautete der Tenor bei einer vor wenigen Tagen veranstalteten Großübung am Gelände der Firma Schwarzmüller in Freinberg, die OÖNachrichten berichteten.

Landesfeuerwehrkommandant Johann Huber kennt als Innviertler die Problematik. „Bei grenzüberschreitenden Einsätzen oder Übungen werden Verbindungsleute bei der Einsatzleitung stationiert, die Informationen an ihre Leute weitergegeben. Das sind wir seit Jahren so gewohnt.“ Die Sache habe auch etwas Gutes an sich, zumal bei einer Überlastung eines gemeinsam benutzten Kanals ein akustisches Chaos provoziert würde. Vielfach werde in diesem Bereich auch auf Handyverbindungen zurückgegriffen.

„Auch im Bezirk Braunau kennen wir das Problem, alles läuft über sieben Ecken. Freilich würden wir uns eine Lösung herbeisehnen. Das tun wir aber schon lange“, sagt Bezirksfeuerwehrkommandant Alois Wengler. Grundsätzlich würden sich die Feuerwehren ein doch kostspieliges, digitales Funksystem wünschen, wofür die Mittel fehlen würden. Bis jetzt wurde diese Technik von den Bundesländern Niederösterreich, Wien, Tirol und der Steiermark umgesetzt. Auch in Salzburg ist die Einführung auf Schiene.

FP-Landtagsabgeordneter David Schießl (siehe unten) hat sich für die OÖNachrichten schlau gemacht: „Insgesamt würde die Umrüstung vom analogen Funksystem auf digitalen Bündelfunk nach vorsichtigen Schätzungen rund 30 Millionen Euro kosten. Es müssten dazu rund 250 neue Sendemasten installiert und 7500 Funkgeräte getauscht werden.“

Auch analog wäre eine entsprechende Verbindung möglich, sagt ein Techniker. „Bei alten Handgurken müsste das Quarz ausgetauscht werden, bei Synthesizern reicht ein Umprogrammieren.“ Die Schärdinger Feuerwehr greife derzeit zu einer Notlösung zurück: „Im Kommandofahrzeug haben wir ein bayerisches Funkgerät“, so Siegfried Adlmannseder.

Wie kommuniziert nun das Rote Kreuz mit den Nachbarn? Bezirksrettungskommandantin Andrea Bauschmid: „In erster Linie laufen alle Fäden bei der Innviertel-Leitzentrale in Ried zusammen. Weiters ist der Rettungshubschrauber mit einer entsprechenden Funkgeräteschaft ausgestattet, dasselbe gilt für die Notarzt-Einsatzfahrzeuge.“

OÖN-Kommentar:
Ordnung ist bei der Feuerwehr genauso wichtig wie das Löschwasser. Um gezielt und wirkungsvoll helfen zu können, muss alles passen. Deshalb ist eine intakte Kommunikationsschiene natürlich unverzichtbar. Wenn sich bei grenzübergreifenden Einsätzen die verschiedenen Einheiten nicht untereinander verständigen können, erschwert das selbstverständlich die Arbeit. Die Frage ist nur, ob es in Zeiten wie diesen wirklich nötig ist, auf ein sündteures digitales Bündelfunksystem umzustellen. Der aufgezeigte Fall eines jugendlichen Brandstifters (Anm. der Redaktion: Es geht offensichtlich um den Alarmierungsstörfall in Bayern) macht schließlich deutlich, dass sogar vermeintlich störungsfreie Kommunikationssysteme ihre Tücken haben.

Vielleicht ist das gegenseitige Austauschen von Funkgeräten bzw. Frequenzen gar keine so üble Lösung. Billiger als der Bau unzähliger Sendemasten kommt es allemal. Und dann gibt es ja auch noch andere, durchaus taugliche Kommunikationsmittel. Zum Beispiel das liebe gute alte Handy. Das funktioniert nahezu immer und verhindert obendrein jedes akustische Chaos.

Oö. Nachrichten
Bis 15 min. Alarmverzögerung bei Brand durch Störsignal

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