Technisch

Tirol: Reisebus mit 38 Insassen stürzte von Tiroler Straße ab – 1 Toter

Sölden (Tirol): Fünf Schwerverletzte und 20 Leichtverletzte hat am Samstagnachmittag, 27. November 2010, ein Busunglück in Sölden (Ötztal) gefordert.

Update 23.25 Uhr: 15-Jähriger starb im Krankenhaus

Fünf Schwerverletzte und 20 Leichtverletzte hat am Samstagnachmittag, 27. November 2010, ein Busunglück in Sölden (Ötztal) gefordert. Ein deutscher Reisebus kam über den Straßenrand hinaus und stürzte ab.

Opfer mit Bergescheren aus Bus befreit: Auf der Gletscherstraße in Sölden ereignete sich Samstagnachmittag gegen 16.30 Uhr ein schweres Busunglück. Ein deutscher Reisebus mit 38 Personen geriet beim Bergabfahren über den Straßenrand hinaus und stürzte ab. Fünf Personen wurden schwer, weitere 20 leicht verletzt. Zum Teil mussten die alarmierten Feuerwehren die Unfallopfer mit Bergescheren aus dem Bus schneiden. Auch der Fahrer wurde eingeklemmt.
Die leichter Verletzten wurden in die Feuerwehrhalle von Sölden gebracht, wo sie derzeit versorgt werden. Die Schwerverletzten wurden mit Notarzthubschraubern in die Krankenhäuser gebracht. Die genaue Ursache des Busunfalls ist noch unklar.

ORF Tirol

Bericht von TT.com:
Fünf Notarzthubschrauber sind vor Ort. Zwei schwer Verletzte sind bereits auf dem Weg in die Innsbrucker Klinik. Im Tiroler Skigebiet des Rettenbachferner-Gletschers in Sölden im Ötztal ist am Samstagnachmittag, 27. November 2010, ein Reisebus mit 38 Insassen von der Straße abgestürzt. Noch ist unklar wie viele Personen schwer verletzt wurden. Gegen 16.30 Uhr sei der Reisebus aus Deutschland aus noch ungeklärter Ursache von der Gletscher-Straße abgekommen und abgestürzt, erklärte der Sprecher des ÖAMTC. Der Fahrer und mehrere Insassen mussten mit der Bergeschere aus dem Bus befreit werden. Notärzte aus mehren Teilen des Landes sind im Einsatz. Die leicht Verletzten werden derzeit in der Feuerwehrhalle in Sölden versorgt.

TT.com

Bericht der FF Silz
Das SRF der Feuerwehr Silz wurde am 27. November 2010 um 16.34 Uhr neben den Feuerwehren Sölden, Zwieselstein, Imst und Längenfeld zu einem Busunfall am Rettenbachgletscher in Sölden alarmiert.

Nach ersten Meldungen waren bis zu 15 Personen im Fahrzeug eingeklemmt. Während der Anfahrt wurde von den ersten Einsatzkräften vor Ort mitgeteilt, dass es sich um „nur „eine eingeklemmte Person handelt, die weiteren Passagiere konnten mit zum Teil schweren Verletzungen aus dem Bus gerettet werden.

Die Verletzen wurde vom Roten Kreuz erstversorgt, zum Teil direkt in die Krankenhäuser bzw. in eine Rettungsstelle im Gerätehaus Sölden zur weiteren Behandlung / Versorgung gebracht.

Das SRF war bei diesem Einsatz für Sicherungsarbeiten am Bus eingeteilt, Die RLF-T und MTFA Mannschaft für die Absicherung der Einsatzzentrale und die Verletztenbetreuung in der SanHist Station.

Im Einsatz standen:
Im Einsatz standen:
Feuerwehr Sölden
Feuerwehr Zwieselstein
Feuerwehr Silz, 24 Mann, KRF-S, SRF, RLF-T und MTFA
Feuerwehr Imst
Feuerwehr Längenfeld
mehrere Rot Kreuz Orts- und Bezriksstellen
mehrere Notarzthubschrauber
Polizei

FF Silz

Update per 23.25 Uhr – 15-Jähriger starb:
Ein 15-jähriger deutscher Bub ist nach dem Busunglück im Tiroler Gletscherskigebiet Rettenbachferner in Sölden im Ötztal am Samstagabend in der Innsbrucker Klinik seinen Verletzungen erlegen. Der Bus eines deutschen Skiclubs war am späten Nachmittag bergabwärts von der Straße abgekommen, sechs Meter über eine Böschung gefahren und gegen den Betonpfeiler einer Skiunterführung geprallt.

Kleine Zeitung

Dramatische Szenen beim tödlichen Busunglück
Es sollte ein fröhlicher Start für 37 Skifahrer aus dem Landkreis Günzburg in die diesjährige Skisaison werden. Doch der Ausflug der Reisegruppe endete in einer Tragödie.

m österreichischen Sölden ist am Samstagnachmittag gegen 16.30 Uhr ein Reisebus aus dem Landkreis auf der abschüssigen Ötztaler Gletscherstraße, etwa einen Kilometer vor dem Wintersportort verunglückt. Der Bus kam aus noch ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab, stürzte sechs Meter eine Böschung hinunter auf eine Skipiste und prallte gegen eine Betonmauer – Teil einer Unterführung für Skifahrer. Ein 15-Jähriger aus Burgau starb am späten Samstagabend in einer Innsbrucker Klinik, 36 weitere Reisende wurden verletzt, vier davon schwer. Vermutet wird zum jetzigen Zeitpunkt ein technischer Defekt. „Vielleicht haben die Bremsen versagt“, so ein Polizeisprecher am Sonntag. Aber auch ein Fehler des Fahrers kann derzeit nicht ausgeschlossen werden.

Am Sonntagabend ist ein Teil der Reisegruppe nach Burgau zurück gekehrt. Sie berichtet von defekten Bremsen und einer dramatischen Rettungsaktion des Busfahrers. „Auf einmal hat es im Bus gestunken“, sagt Ralf Kaufmann, der direkt hinter dem Fahrer saß. Der Busfahrer habe noch versucht zu bremsen und mehrmals das Pedal gedrückt. Vergeblich. Der Bus sei einfach nicht langsamer geworden. „Der Busfahrer hat absolut schnell und professionell reagiert.“

Kaufmann berichtet weiter, dass der Busfahrer das Fahrzeug mehrmals nach rechts gegen die Felswand gefahren habe, um den Bus abzubremsen. Dann stürzte die Reisegruppe in die Tiefe. Kaufmann erzählt weiter, dass „Totenstille im Bus“ herrschte. Scheiben wurden eingeschlagen, damit die Verletzten nach draußen gelangten. „Überall waren blutüberströmte Menschen. Hinten waren alle Sitze herausgerissen“, beschreibt er.

„Wir stehen total unter Schock“, berichtet Uschi Deininger-Schorer, die Frau des Busunternehmers aus Hochwang (Gemeinde Ichenhausen). „Es ist so tragisch.“ Die Skiclubs aus Burgau und Waldstetten hatten gemeinsam die Fahrt organisiert. Am Freitagnachmittag ging die Reise los. Die Truppe verbrachte am Samstag noch ein paar unbeschwerte Momente im Tiroler Skigebiet Rettenbachferner. Neuschnee macht das Skivergnügen noch schöner. Auf der Rückfahrt ins Hotel passierte dann der schreckliche Unfall.

Ein Teil der Reisegruppe ist am Sonntagabend wieder im Landkreis Günzburg angekommen. Konrad Barm, Bürgermeister der Stadt Burgau, hat die Skifahrer in Empfang genommen. „Wir sind alle geschockt“, sagt Barm. „Sie sind hingefahren, um Freude zu haben, und dann passiert so ein Unglück“, sagt er. Man hört ihm an, dass er bestürzt ist. Vor allem der Tod des 15 Jahre alten Jugendlichen trifft ihn. „An diesem Wochenende war der erste Advent. Dass so ein Unglück jetzt zur Weihnachtszeit passiert, ist schrecklich.“

Sein Amtskollege Hans Klement aus Ichenhausen berichtet, dass der Veranstalter der Reise selbst am Steuer des Reisebusses saß. Der Mann hatte einen entsprechenden Führerschein und hatte sich den Bus ausgeliehen. Klement beschreibt den 47-Jährigen als einen zuverlässigen und verantwortungsvollen Mann, der schon häufiger solche Reisen organisiert habe. Nach den polizeilichen Ermittlungen vor Ort gibt es „derzeit keinen begründeten Verdacht“, dass Alkohol im Spiel gewesen sein könnte. Gleichwohl wurde dem schwer verletzten Fahrer Blut abgenommen. „Das ist eine Routine-Erhebung“, sagt Herbert Ladner, Einsatzleiter des Bezirkspolizeikommandos Imst, am Sonntag gegenüber unserer Zeitung.

Der gelbe Unfallbus soll am Montag geborgen werden. Dann beginnen auch die genauen Untersuchungen der Sachverständigen. Bislang wird ein „technischer Defekt“ vermutet, weil die Witterungsbedingungen „optimal“ gewesen seien und auch die stark frequentierte Straße nach Angaben der Polizei zwar „salznass“, aber nicht rutschig war. Der Bus war außerdem mit den vorgeschriebenen Winterreifen unterwegs.

Nach dem Aufprall auf die Betonmauer war der Bus vorne total zerschmettert. Der Fahrer musste mit einer Bergeschere befreit werden. Insgesamt waren 100 Feuerwehrleute verschiedener Wehren, 63 Sanitäter, 18 Rettungsfahrzeuge und vier Rettungshubschrauber im Einsatz. Die Verletzten wurden in die Krankenhäuser nach Zams, Hall, Innsbruck und ins oberbayerische Murnau geflogen.

14 Mitglieder der Skiclubs wurden auch am Sonntagabend noch in den Krankenhäusern behandelt. Einige seien auch an der Wirbelsäule verletzt, berichtet Hermann Keller vom Skiclub Burgau. Wie lange die Opfer noch in den Krankenhäusern bleiben müssen, kann Keller nicht sagen. „Es könnte noch Wochen dauern.“ Auch irreversible Schäden könne er nicht ausschließen. Näheres wollte er dazu aber nicht sagen.

Dass die Katastrophe ein nicht noch größeres Ausmaß angenommen hat, ist dem Umstand zu verdanken, dass die neue Skipiste, auf die der Bus gestürzt ist, noch nicht fertig ist. In rund zwei Wochen soll die zweite Sektion der Gaislachtogelbahn den Brettelfans offenstehen.

Augsburger Allgemeine

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