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Deutschland: Jänner-Hochwasser 2011 -> Das Land wird geflutet

Deutschland: Kritische Lage in den deutschen Hochwassergebieten: Der Rhein-Pegel steigt weiter. Rheinland-Pfalz steht der härteste Kampf wohl noch bevor, auch Köln bereitet sich auf den Scheitel vor.

Das Deutsche Eck, die Mündung der Mosel in den Rhein, war überflutet. Den Schätzungen der Behörden zufolge standen zwischen Trier und Koblenz 30 Gemeinden unter Wasser. Die Schifffahrt in Koblenz wurde eingestellt.

Aus Cochem meldete die Polizei am Morgen des 10.1.2011 eine «stagnierende Lage». Dort hatte am Abend zuvor die erste Gebäudereihe an der Mosel und ufernahe Straßen im Wasser gestanden. Und aus der Moselstadt Zell (Kreis Cochem-Zell) gab es sogar die erste Erfolgsmeldung: «Vom Wasser her gesehen hat sich die Lage leicht entspannt», sagte ein Sprecher der Polizei. Die Helfer hätten die Altstadt erfolgreich leergepumpt.
Auch in der südniedersächsischen Stadt Hann. Münden im Landkreis Göttingen gab es am Morgen noch keine Entwarnung. Teile der historischen Altstadt und des Stadtviertels Blume standen unter Wasser. «Der Pegelstand soll bis zum Mittag so bleiben», sagte Bürgermeister Klaus Burhenne, der auch den Krisenstab leitet. Sorgen bereiteten ihm Meldungen, nach denen die Edertalsperre «randvoll» sei und deshalb dreimal so viel Wasser wie gewöhnlich in die Fulda ablasse. Die Flüsse Fulda und Werra vereinigen sich in Hann. Münden zur Weser. «Die Situation wird weiter kritisch bleiben», sagte Burhenne.

Keine Spur von gekentertem Kanufahrer
Die ganze Nacht über seien Helfer der Feuerwehr, der Polizei, des Technischen Hilfswerks und der Stadt im Einsatz gewesen, um Gebäude mit Sandsäcken zu sichern, voll gelaufene Keller auszupumpen und Straßen zu sperren. Der Unterricht an den allgemeinbildenden Schulen in Hann. Münden fiel aus.
Ein am Sonntag, 9. Jänner 2011, im Landkreis Hameln-Pyrmont auf dem Fluss Emmer gekenterter Mann ist derweil offenbar ertrunken. Es gebe weiterhin keine Spur von dem Verunglückten, sagte ein Polizeisprecher. Das mit drei Personen besetzte Paddelboot war am Sonntagnachmittag gekentert. Während sich ein 12 Jahre alter Junge und ein 17-jähriger Jugendlicher ans Ufer retten konnten, wurde ein 26-jähriger Mann von der starken Strömung abgetrieben.

Lage im Osten: Angespannt, aber stabil
Im Osten Deutschlands ist die Lage weiterhin angespannt, viele Faktoren können das Blatt dort noch wenden. Die Hochwasserlage an Oder und Spree bleibt stabil, an der Elbe und ihren Nebenflüssen in der Prignitz sind die Pegelstände am Montagmorgen, 10.1.2011, leicht gestiegen. Besonders betroffen ist der Elbe-Nebenfluss Stepenitz, wo teilweise die zweithöchste Alarmstufe 3 gilt. Hier ist der Schnee noch nicht vollständig getaut, so dass die Pegelstände etwas zunehmen können, wie das Hochwasserzentrum Potsdam mitteilte.
An der Oder enspannte sich die Lage in der Nacht leicht – von einer Entwarnung kann aber noch lange keine Rede sein. «Wir blicken hier auf leicht gefallene Pegel, etwa 20 bis 30 Zentimeter weniger», sagte ein Polizeisprecher in Frankfurt (Oder).
Gespannt wird erwartet, wie sich das Eis auf dem Nebenfluss Warthe entwickelt. Deren Eisschollen könnten auf der Oder die Lage wieder komplizierter gestalten, weil sie das Wasser aufstauen. An der Spree wird dagegen laut Hochwasserzentrum Cottbus mit weniger Wasser gerechnet. An der Schwarzen Elster im Süden Brandenburgs stiegen die Wasserstände derweil weiter. Bereits am Montag könnte in Herzberg (Elbe-Elster) wieder die höchste Alarmstufe 4 ausgerufen werden. Allerdings liegen in der Kreisstadt noch vom vergangenen Hochwasser im September 10.000 Sandsäcke bereit.

Entspannung in Hessen
Beim Hochwasser in Hessen hingegen zeichnet sich eine Entspannung der Lage ab. Die Polizei in den betroffenen Gebieten meldete vorsichtig optimistisch, dass das Schlimmste wohl ausgestanden sei. «Das bereitet uns keine Sorgen mehr. Die Pegel sind leicht fallend und es gab keine Niederschläge», sagte ein Polizeisprecher in Fulda.
Zur Lage an der Lahn meldete die Polizei in Gießen: «Es sind hier schon noch einige Straße gesperrt, aber Grund zur Besorgnis gibt es hier nicht.» Die Polizei in Kassel berichtete für Nordhessen und den Ederstausee: «Fallende Pegelstände. Hier zeichnet sich Entspannung ab.» Und auch für den Rhein meldete die Polizei in Wiesbaden, dass weiter kein Grund zur Sorge bestehe.

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