Medien / Fotografen

Deutschland: 11 Tote bei schwerem Zugsunglück in Sachsen-Anhalt

Oschersleben (Deutschland): Die Zahl der Todesopfer des schweren Zugunglücks vom Samstag, 29. Jänner 2011, in Deutschland hat sich auf elf erhöht. Eine weitere Person erlag am Sonntag ihren schweren Verletzungen in einem Krankenhaus.

Bei dem schweren Zusammenstoß des Personenzuges mit einem Güterzug nahe Oschersleben am späten Samstagabend wurden nach Polizeiangaben 23 Menschen verletzt. Unterschiedlichen Angaben zufolge war zuvor auch von rund 40 Verletzten die Rede. Bei dem Personenzug handelt es sich um einen HarzElbeExpress, der von Magdeburg auf dem Weg nach Halberstadt war. Die Unglücksursache werde zunächst noch untersucht, sagte Jörg Puchmüller, Regionalsprecher Nordost beim Veolia-Konzern, der Betreiberin der Nahverkehrsverbindung HarzElbeExpress (HEX). Der HEX-Triebwagen hatte seinen Angaben zufolge ein Fassungsvermögen von etwa hundert Fahrgästen; wieviele Passagiere sich tatsächlich an Bord befanden, war demnach zunächst noch unklar. Der andere Zug gehöre einer privaten Güterverkehrsfirma. Am Sonntagmittag begannen die Einsatzkräfte mit der Bergung des verunglückten Personenzugs. Wegen Explosionsgefahr wurde die Unfallstelle weiträumig abgesperrt.

Haltesignal mögliche Ursache: Ein defektes Haltesignal könnte nach Angaben von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) die Ursache für das schwere Zugsunglück mit mindestens zehn Toten nahe Magdeburg sein. „Es muss wahrscheinlich ein Haltesignal überfahren worden sein“, sagte Böhmer am Sonntag am Unglücksort, wo er sich ein Bild von der Lage machte. Die Ermittlungen zur Unglücksursache dauerten noch an.
Unter den Toten befinden sich der Lokführer und die Zugbegleiterin des Personenzuges des Harz-Elbe-Express (HEX). Das teilte das private Bahnunternehmen am Sonntag mit. Im Zug, der mit Tempo 100 gegen 22.30 Uhr auf der eingleisigen Strecke Magdeburg-Halberstadt in Höhe des Bahnhofs Hordorf mit einem Güterzug frontal zusammenstieß, befanden sich mehr als 50 Reisende. Mehrere wurden zum Teil schwer verletzt, einige befanden sich am Sonntag noch in Lebensgefahr.
Durch die Wucht der Kollision wurde der Personentriebwagen von den Gleisen geschleudert und schwer beschädigt. Der Güterzug kam etwa 500 Meter nach der Kollision auf den Schienen zum Stehen. Der Lokführer des Güterzuges überlebte mit Verletzungen.

tt.com

Meldung von Weltbild.de (am Morgen)

Bei einem der schwersten Zugunglücke in Deutschland seit Jahren sind am Abend des 29. Jänner 2011 nahe Oschersleben in Sachsen-Anhalt mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen.
Rund 40 weitere wurden nach Polizeiangaben verletzt, als der HEX-Nahverkehrszug am späten Samstagabend bei Hordorf ungebremst mit einem Güterzug zusammenstieß. Sie wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Mehrere Verletzte schweben noch in Lebensgefahr. Der mit rund 50 Fahrgästen besetzte Nahverkehrszug war auf der eingleisigen Strecke mit Tempo 100 auf den Güterzug geprallt, der ihm mit etwa 80 Stundenkilometern entgegenkam. Der Personenzug entgleiste kurz vor der Haltestelle Hordorf. Die Waggons wurden zusammengedrückt.

Wie es zu dem Zusammenstoß am 29. Jänner 2011 gegen 22.30 Uhr kommen konnte, ist noch unklar. Weil mehrere Menschen sehr schwer verletzt sind, ist nicht auszuschließend, dass sich die Zahl der Toten erhöht. Alle verfügbaren Rettungskräfte der Region waren im Einsatz.

Am Vormittag (9.00) werden auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) und Innenminister Holger Hövelmann (SPD)am Unglücksort erwartet. Der Harz-Elbe-Express (HEX) befand sich auf dem Weg von Magdeburg nach Halberstadt. Ein Sprecher des privaten Bahnunternehmens sagte, unter den Toten seien auch der Lokführer und eine Zugbegleiterin

Die Untersuchungen zur Unfallursache laufen. „Derzeit gehen die Ermittlungen in alle Richtungen, sowohl was menschliches Versagen als auch die Technik angeht“, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Am Unglücksort bot sich in der Nacht ein Bild der Verwüstung. Der Personenzug aus Triebwagen und einem Waggon lag auf der Seite auf dem schneebedeckten Boden. Teile des Zuges wurden zerfetzt. Die Wucht des Aufpralls hatte das Fahrzeug aus den Schienen springen lassen. Der Triebwagen müsse wahrscheinlich vor Ort zerlegt werden, sagte Andreas Putzer, Geschäftsführer des privaten Bahnunternehmens Harz-Elbe Express HEX.

Der mehrere hundert Meter lange Güterzug der Verkehrsbetriebe Peine-Salzgitter, der Kalk geladen hatte, stand weiter auf den Schienen. Die Unfallstelle liegt im freien Feld, in der Nacht herrschte dort dichter Nebel. Eine Luftrettung war wegen der schlechten Sicht nicht möglich.

Laut Polizeisprecher fuhren die Züge mit so hohem Tempo aufeinander, dass die Passagiere vorn im Zug sofort tot waren. „Es ist ein schwerer Einsatz und ich hoffe, dass die Kameraden durchhalten“, sagte Feuerwehreinsatzleiter Bernd Delecke.

Sachsen-Anhalts Innen-Staatssekretär Rüdiger Erben (SPD)sagte am Unglücksort, das Signal für den HEX-Nahverkehrszug habe auf Grün gestanden. Allerdings seien daraus keine Rückschlüsse auf eine Schuld oder die Unglücksursache zu ziehen. Sie müsse erst noch ermittelt werden. Der Politiker lobte indes die Arbeit der Helfer von Polizei, Feuerwehren, Rettungsdiensten und Technischem Hilfswerk: „Der Einsatz hat hervorragend geklappt.“

Den Rettungskräften bietet sich ein schreckliches Bild. Ein Triebwagen des Harz-Elbe-Expresses (HEX), der am Samstagabend Ausflügler von Magdeburg nach Halberstadt bringen wollte, völlig zertrümmert auf einem Acker. Die ersten vorderen Sitzreihen des modernen Triebwagens sind bis zum vierten Fenster zermalmt. Vor dem blau-gelben Zug liegen unter Decken verhüllt Leichen.

Eines der schlimmsten Zugunglücke seit Jahren
Das Hordorfer Zugunglück ist einer der tödlichsten Bahnunglücke in Deutschland seit Jahren. Im September 2006 war auf der Transrapid-Versuchsstrecke im emsländischen Lathen ein Testzug der Magnetschwebebahn in einen Werkstattwagen gerast; 23 Menschen starben, elf weitere wurden verletzt. Drei Jahre zuvor waren sechs Menschen ums Leben gekommen, als im baden-württembergischen Schrozberg zwei Regionalzüge aufeinanderprallten. Im Februar 2000 wurden neun Menschen getötet und 149 verletzt, als ein Nachtexpress von Amsterdam nach Basel im Bahnhof im nordrhein-westfälischen Brühl wegen überhöhter Geschwindigkeit entgleiste.

Die bislang größte Zugkatastrophe im deutschen Bahnverkehr nach dem Zweiten Weltkrieg ereignete sich im Juni 1998 im niedersächsischen Eschede. Damals entgleiste der ICE München-Hamburg, 101 Menschen wurden getötet.

Schreckliche Erinnerungen
Bei vielen Menschen des 700 Einwohner zählenden Ortes in der Börde dürfte dieser schwere Unfall Erinnerungen wach werden lassen an ein folgenschweres Bahnunglück vor mehr als 43 Jahren. Am 6. Juli 1967 war in Langenweddingen, das nur gut 20 Kilometer von Hordorf entfernt liegt, auf der Bahnstrecke Magdeburg – Thale ein Doppelstockzug mit einem Tanklastwagen zusammengestoßen. Dabei explodierte der Tankwagen und im Zug starben 94 Reisende, darunter mehr als 40 Kinder, die sich auf dem Weg in ein Ferienlager befanden.

Welt.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert