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Ktn: Rauchmelderpflicht in Kärnten -> Land verschenkt Billig-Rauchmelder

Kärnten: Mit 1. Oktober 2012 sind Rauchmelder in neuen Wohnungen und Häusern Pflicht. Das Land verschenkt 10.000 Rauchmelder mit einem Gutschein einer Gratis-Zeitung. Doch die Qualität der Geräte ist davon entfernt, was andere günstige Rauchmelder leisten können.

Die Rauchmelder aus Tschechien, die das Land verschenkt, entsprechen der so genannten CE-Norm und erfüllen damit das Mindestmaß an Qualitätsanforderungen. Sie reagieren bei Rauch im Raum und schlagen Alarm. Das Qualitätssiegel eines unabhängigen Test-Institutes – wie es in der neuen Baurichtlinie als gewünschtes Qualitätsmerkmal herausgestrichen wird – gibt es nicht.

Jede Woche testen
Wenn man die Bedienungsanleitung des Landes-Rauchmelders liest, steht dort, dass man das mindestens alle sieben Tage testen muss, ob er noch funktioniert. Bei einem Gerät, das man z.B. um 5,70 Euro kaufen kann, muss nur einmal im Monat der Testknopf am Rauchmelder an der Decke gedrückt werden. Beim Gratis-Melder des Landes muss laut Bedienungsanleitung mindestens einmal im Jahr die Batterie ausgetauscht werden. Das Gerät für 5,70 Euro zeigt einen notwendigen Batteriewechsel 30 Tage lang an.

Eine Million Geräte für Kärnten
Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) sagte dazu, die Geräte entsprechen der Norm und man müsse dafür sorgen, dass man jedes Jahr eine Kontrolle mache oder auswechsle. Sicherheit müsse jedem etwas wert sein. Der Gesetzgeber schaffe Rahmenbedingungen. Dann gebe es die Notwendigkeit, diese Technik zu servicieren, so Dörfler.
Vier bis fünf Geräte pro Haushalt werden ab Juli in jedem Haus montiert sein, in ganz Kärnten ca. eine Million. Konsumentenschutzreferent Harald Dobernig (FPK) hofft auf ein Mitspielen der Versicherungen, wenn man Rauchmelder montiert hat. Dobernig: „Wir werden versuchen, mit den Versicherungen eine Vereinbarung zu treffen. Das heißt, dass dort, wo Brandmelder angebracht werden, die Versicherungsprämien nach unten gehen.“

Feuerwehr hilft bei Montage
Für die Montage der Melder ist der Eigentümer einer Wohnung verantwortlich, für den Betrieb aber zum Beispiel der Vermieter. Weil vor allem ältere Menschen Probleme mit Montage und Batteriewechsel haben, sollen in Zukunft die freiwilligen Feuerwehren vor Ort helfen.
2011 verzeichneten die Kärntner Feuerwehren 6.163 Brandeinsätze. Dabei wurden 156 Personen vor den Flammen in Sicherheit gebracht, 87 Personen wurden verletzt und eine Person kam ums Leben. Bei den Bränden entstanden Schäden in der Höhe von 12,84 Millionen Euro, Sachwerte in Höhe von 20 Millionen Euro konnten gerettet werden, so Harald Dobernig.

Rauchmelder ab 1. Oktober Pflicht
Das neue Baurecht für Kärnten schreibt Rauchmelder für alle Wohnungen, neue Häuser und Büros ab 1. Oktober vor. Für bestehende Häuser gibt es eine Übergangspflicht bis 30. Juni 2013. Die Feuerwehr begrüßt das Gesetz.
Bei neuen Wohnungen führt kein Weg an der Nachrüstung vorbei, mit 1. Oktober sind Rauchmelder Pflicht. Rauchmelder können im Ernstfall Leben retten. Michael Tschamer von der Arbeiterkammer gibt Tipps, wo sie genau montiert werden müssen: Rauchwarnmelder sollten in den Wohnräumen und Gängen zentral angebracht werden. Es sei nicht nötig, sie in Küchen oder Badezimmern anzubringen, weil dort die Gefahr von Fehlalarmen zu groß sei.

Vermieter in der Pflicht
Der Vermieter sei zur Erstinstallation verpflichtet, so Tschamer. Bei Hausbesitzern sei es schwieriger, die Installation zu erzwingen. Man sollte aber nicht vergessen, dass sich die Versicherung im Brandfall ohne Rauchmelder leistungsfrei erklären oder Regressforderungen stellen. Sollten bei einem Brand Menschen zu Schaden kommen, könnte auch die Staatsanwaltschaft Interesse dafür zeigen, wer für den fehlenden Rauchmelder verantwortlich sei, so Tschamer.

Versicherungen: Rabatt einfordern
Die Arbeiterkammer setzt sich laut Tschamer auch dafür ein, dass die Versicherungen ihre Prämien herabsetzen, wenn Rauchmelder installiert werden. Denn es sei eine Risikominimierung. Wenn die Prämien bei einem erhöhten Risiko hinaufgesetzt werden, so müsse die logische Folge sein, dass bei einer Risikominimierung die Prämien gesenkt werden, so Tschamer.
Es sei aber davon auszugehen, dass dies nicht freiwillig geschehe, man müsse von öffentlichen Institutionen aber auch Konsumenten Druck ausgeübt werden. Man müsse einen Rabatt verlangen, wenn man Rauchmelder installiere.

Feuerwehr begrüßt Verpflichtung
Harry Geissler von der Hauptfeuerwache Villach begrüßt die Verankerung im Gesetz, man kämpfe schon seit Jahren dafür. In den USA, Großbritannien oder Skandinavien, wo Rauchmelder schon seit Jahren verpflichtend sind, gebe es viel weniger Brandtote. Laut Geissler sterben die meisten Brandopfer an den giftigen Rauchgasen, vor allem im Schlaf. Der Alarm eines Brandmelders gebe einem die Chance, die Wohnung noch rechtzeitig zu verlassen.

Auf Qualitätsprodukte achten
Es gebe für Brand- bzw. Rauchmelder Qualitätsnormen, so Geissler. Es gebe schon Geräte, bei denen die Batterien jahrelang halten und die auch einige Jahre Garantie bieten. Bei No-Name-Produkten könne es zu Problemen kommen, so Geissler. Wichtig sei, die Rauchmelder an der Zimmerdecke zu montieren. Wenn man sie an einer Wand anbringt, könnte sich Staub ansammeln und die Geräte funktionieren unter Umständen dadurch nicht richtig.
Keine Panik bei einem Warnton: laut Geissler geben die Geräte einen hohen Piepston von sich, wenn die Batterie schwach werde. Er unterscheidet sich aber vom eigentlichen Alarmton.

http://kaernten.orf.at/news/stories/2552568/

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