Nö: Zahlreiche Einsätze mit Eiszapfen und Dachlawinen in Baden

Baden-Stadt (Nö): Innerhalb der letzten vier Tage (per 26.1.2013) musste die Einsatzmannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Baden-Stadt neuerlich zu unzähligen technischen Einsätzen aufgrund von Dachlawinen und gefährlicher Eiszapfen ausrücken.
Auslöser für die Dachlawinen waren die starken Schneefälle letzter Woche und die nachfolgende Erwärmung. Zu einigen solcher Einsätze musste bereits seit Jahresbeginn ausgerückt werden.
Am Dienstag, den 21. Jänner 2013, gegen 09:00 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Baden-Stadt erneut mit dem Einsatzstichworten „Entfernen einer Dachlawine“ alarmiert. Kaum standen die ersten Feuerwehrkräfte im Einsatz, folgte nur Minuten später die Alarmierung zu weiteren Einsätzen.

Nicht nur Dachlawinen standen am Einsatzprotokoll, sondern auch gefährliche Eiszapfen drohten auf Gehsteige oder Garagenausfahrten zu stürzen. Schon teilweise im Minutentakt folgten über Funk neuerliche Einsatzadressen, die durch die Feuerwehr abzuarbeiten waren. Haupteinsatzgebiet waren vor allem öffentliche Gebäude, Geschäfte bzw. auch Wohnhäuser in der Badener Innenstadt. Aber auch in der Fußgängerzone waren Passanten davon direkt gefährdet.

Grundsätzlich hat der jeweilige Hausbesitzer oder Hausverwaltung dafür zur Sorgen solche Gefahren zu beseitigen. Diese können aber bei Gefahr in Verzug auch die örtliche Feuerwehr um Unterstützung bitten. Denn in der Regel sind diese Gefahrenquellen sehr oft in großer Höhe oder nur schwer zugänglich. Hierfür wird in den meisten Fällen dann die Feuerwehr den Einsatz mit Hilfe eines Hubrettungsgerätes durchführen.

Eine besondere zusätzliche Herausforderung für die Einsatzkräfte galt es überall dort wo auch parkenden Fahrzeuge direkt vor den betroffen Gebäuden abgestellt waren. Dort mussten diese zum Teil mittels Rangierroller entfernt oder durch Schutzdecken und Planen geschützt werden.
Leider wurden aber auch immer wieder abgesperrte Bereiche der Feuerwehr ignoriert und mussten zusätzlich mit Einsatzkräfte abgesichert werden.

Innerhalb dieser vier Tage standen die Feuerwehreinsatzkräfte der FF Baden-Stadt über mehrere Stunden im Dauereinsatz und mussten 35 Einsatzadressen abarbeiten.
Infos zum Thema vom ORF:
Die Schneemassen der vergangenen Tage machen jetzt vor allem Hausbesitzern zu schaffen. Viele lassen sich von der Feuerwehr dabei helfen, Schnee und Eiszapfen zu entfernen. Die Kosten tragen dabei die Hausbesitzer.
Eiszapfen auf Dachrinnen sind besonders gefährlich, wenn sie sich lösen – in Neuhaus im Bezirk Baden etwa war die Feuerwehr damit beschäftigt, diese zu beseitigen. Auch über den Dächern von Krems gab es am Mittwoch 15 Einsätze: Hier sind es die steilen Dächer, auf denen sich Schneelawinen bilden.

Die Feuerwehr kommt aber nur, wenn Gefahr im Verzug ist. Wer den Einsatz bezahlt, ist klar: Der Hausbesitzer. „Der, der diesen Einsatz anfordert, muss auch für die Kosten aufkommen“, sagt Gerhard Urschler von der Feuerwehr Krems. In Krems kostet ein einstündiger Einsatz der Drehleiter 200 Euro.
Schneestangen alleine sind zu wenig
Passanten werden vor den Dachlawinen durch Schneestangen gewarnt. Diese anzubringen bzw. Schilder aufzustellen, ist aber zu wenig. „Es ist zwar eine Sorgfaltsmaßnahme, die nicht schlecht ist. Aber unsere Rechtssprechung ist da etwas strenger“, erklärt Rechtsanwalt Christoph Sauer, „diese betrachtet Schneestangen in den meisten Fällen nicht als ausreichend. Eine Haftungsbefreiung bewirkt das im Regelfall also nicht.“
Es sei Aufgabe des Hausbesitzers, das Dach schneefrei zu bekommen – egal ob in Eigenregie oder mithilfe der Feuerwehr. In den nächsten Tagen bleibt die Situation für Hausbesitzer und Passanten weiter angespannt. Das Wetter ändert sich kaum. Auch die Wiener Feuerwehr stand wegen der Dachlawinen im Dauereinsatz.
