Deutschland: Eis-Chaos auf A5: Mann eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt

Mücke (Deutschland): Eis-Chaos auf der A5: Ein folgenschwerer Verkehrsunfall hielt in der Nacht zum Donnerstag, 28. November 2013, die Rettungskräfte bei Mücke in Atem. Auf der spiegelglatten Autobahn in Richtung Frankfurt …
… kam es gegen 3:15 Uhr zu einer heftigen Karambolage, bei der ein Mann lebensgefährlich in seinem Kleintransporter eingeklemmt wurde.
Ein Großaufgebot der Feuerwehr, drei Rettungswagen, zwei Notärzte und die Autobahnpolizei eilten an die Unfallstelle. Eine zentimeterdicke Eisschicht auf der Straße und rücksichtlose Verkehrsteilnehmer hinderten die Einsatzkräfte daran, schnell zum Unfallort zu gelangen. Die Feuerwehr setzte Schleuderketten an den Fahrzeugen ein und fuhr an der Anschlussstelle Homberg (Ohm) entgegen der Fahrtrichtung auf die Autobahn.

Im Schneckentempo kämpften sich währenddessen ein Notarzteinsatzfahrzeug und ein Rettungswagen durch den Stau zur Unfallstelle. Lastwagenfahrer und Autofahrer hatten keine Rettungsgasse gebildet und die Autobahn teilweise völlig zugestellt. Die Einsatzfahrzeuge mussten mehrere Hundert Meter von der Unfallstelle entfernt halten und die restlichen Meter zu Fuß bewältigen. „Das ist einfach unglaublich“, kommentierte ein Retter an der Unfallstelle.
Ausgelöst wurde die Karambolage durch einen bulgarischen Mercedesfahrer, der mit seinem Fahrzeug aufgrund von Glätte in die Mittelleitplanke rutschte. Ein nachfolgendes Lastwagengespann wollte ausweichen, kam ins Schleudern und stellte sich quer über die gesamte Fahrbahn. Die Fahrer zweier Kleintransporter rasten im Anschluss in die Unfallstelle, dabei wurde einer der Fahrer in seinem Fahrzeug lebensbedrohlich eingeklemmt. „Bei der Rettung hat jede Minute gezählt“, informierte Mückes Gemeindebrandinspektor Stefan Hahn am Unfallort. Seine Feuerwehrkameraden mussten mehrere Spezialgeräte zur Befreiung des Verunfallten einsetzen, fast eine Stunde lang kämpften sie sich mit Rettungsscheren und hydraulischen Spreizern durch die völlig verformte Karosserie des Unfallwracks. „Es waren zwei hydraulische Rettungssätze nötig“, so Hahn.

Während die Einsatzkräfte um das Leben des Verunfallten kämpften, nahm das Verkehrschaos in der Region seinen Lauf. Auf den Umleitungsstrecken der B49 und der B62 kam es zu weiteren Unfällen, Lastwagen standen quer und Autos rutschten in Gräben. Die Staatsanwaltschaft Gießen ordnete zwischenzeitlich eine gutachterliche in Augenscheinnahme der Unfallstelle auf der A5 an, so dass diese nicht geräumt werden konnte. Die offensichtliche Rücksichtslosigkeit der Verkehrsteilnehmer im Stau führte an dieser Stelle erneut zu Verzögerungen, da die Gutachter nicht zur Unfallstelle vordringen konnten.

Erst nachdem eine Polizeistreife erneut eine Rettungsgasse bahnte, konnten die Gutachter zum Unfallort gelangen. Statt die Rettungsgasse endgültig offen zu lassen, fuhren erneut Lastwagenfahrer und Autofahrer in diese hinein. Nachdem es im Kreisgebiet zu weiteren Notfällen kam und jedes Fahrzeug des Rettungsdienstes benötigt wurde, musste die Polizei für die an der Unfallstelle eingekesselten Einsatzfahrzeuge drittmalig eine Rettungsgasse räumen, sodass diese entgegen der Fahrrichtung durch den Stau von der Autobahn fahren konnten.

Die Bergung der Unfallfahrzeuge wird noch Stunden andauern. Per 09.45 Uhr werden von Feuerwehr und DRK Versorgungsstellen mit warmen Getränken für die im Stau befindlichen Verkehrsteilnehmer eingerichtet.
