Oö: Schnellere Prognosen bei Hochwasser
Oberösterreich: Schnellere und genauere Prognosen sollen die Bewohner an der Donau in Zukunft vor Hochwasser warnen. Die Prognosen können sich Betroffene per E-Mail zuschicken lassen. Den Einsatzkräften steht ab nun ein neues Vorwarnsystem zu Verfügung.
Dieses Vorwarnsysten kann in Zukunft auf wenige Meter genau die Hochwasserlinie entlang der Donau vorhersagen.
Pegelmessung kurz nach Passau: Vor allem im Eferdinger Becken wurden die Bewohner vom schnell ansteigenden Hochwasser überrascht. Um sich in Zukunft besser auf die Flutwellen vorbereiten zu können, ist es wichtig, die Auswirkungen der Pegelstände der Donau genauer einschätzen zu können. Dazu gibt es jetzt die Lamellenprognose, die sich nach dem Pegelstand der Donau in Achleiten kurz nach Passau richtet, so Peter Kickinger von der Wasserstraßenverwaltung „viadonau“: „Dieser Pegel ist der erste, der in Österreich gemessen wird. Von Deutschland bis zum Eferdinger Becken sind hier kaum noch Zuflüsse, die die Donau relevant beeinflussen. Das heißt, man kann annehmen, dass der Durchfluss, der hier durchkommt, auch im Eferdinger Becken ankommt.“
„Überflutungsbild liegt im Vorfeld vor“: Ein Computermodell errechnet dann die Hochwasserlinien bei den jeweiligen Pegelständen. So kann eine Prognose abgegeben werden, welche Teile eines Ortes in den nächsten zwölf bis 24 Stunden betroffen sein können, so Felix Weingraber vom Land Oberösterreich: „Es liegt damit ein Überflutungsbild im Vorfeld vor, auf das man im Katastrophenfall zurückgreifen kann.“
Detaillierte Prognosen im Internet verfügbar: Bis 2015 soll die grafische Aufbereitung sämtliche Bereiche entlang der Donau erfassen. Neu ist auch, dass der hydrographische Dienst des Landes detaillierte Prognosen ins Internet stellt, sollten die Hochwassergrenzen überschritten werden. Auch der ORF hat im Katastrophenfall Zugriff auf die Daten, die somit schnell über Radio, Fernsehen, Teletext und Internet veröffentlicht werden.
Bessere Information und größtmögliche Transparenz: Sämtliche Maßnahmen sind ein weiterer Schritt zur besseren Information und größtmöglicher Transparenz, so Landesrat Rudi Anschober (Grüne): „Die Schwächen wollen wir jetzt korrigieren, vor allem was die Information über das Hochwasser betrifft, als auch was die Prognosen betrifft. Das sind zwei ganz entscheidende Punkte. Viele Bürger sagen uns, dass man ein Hochwasser nie ganz vermeiden kann, aber entscheidend ist die rechtzeitige Information über das, was kommen wird.“
Noch nicht abgeschlossen ist die Untersuchung der Sedimentablagerungen in der Donau. Ob Ausbaggerungen zu einer Verbesserung der Hochwassersituation führen, ist noch nicht endgültig geklärt. Ein Gutachten von der Universität in Kassel in Deutschland wird für November erwartet.
