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Nach Hochwasser: Drohnen suchen Landminen in Katastrophengebiet

Bosnien und Herzegowina / Kroatien, 26.08.2014 – Unterstützung aus der Luft bei der Suche nach Überlebenden und Minen: Nach einer Unwetterkatastrophe in Serbien sowie …

… Bosnien und-Herzegowina setzen die Rettungsteams bis heute auf in Deutschland gebaute Drohnen. Hochwasser und Erdrutsche machten viele Menschen im Mai obdachlos, große Gebiete unzugänglich und spülten zudem Minen aus Bürgerkriegszeiten an die Oberfläche. Die Gefahr für das Leben der Bewohner bestand noch lange, nachdem sich das schlechte Wetter gelegt hatte, fort. Unter den Namen ICARUS und TIRAMISU unterstützt die Europäische Union zwei Entwicklungsprojekte für die Suche nach Überlebenden beziehungsweise die Minensuche. Nun setzen auch die Vereinten Nationen auf die Hilfe aus der Luft.

Die Quadrocopter vom Typ md4-1000 wurden in Siegen von der microdrones GmbH entwickelt und von der Belgian Royal Military Academy (RMA) im Krisengebiet eingesetzt. „Über zwei Wochen sind wir etwa 20 Einsätze geflogen, manuell oder mithilfe automatischer Wegpunkte“, erklärt Haris Balta. Der Forschungsingenieur der RMA führte die Mission vor Ort durch. „Wir haben den anderen Rettungsteams Schadensberichte, detaillierte Karten und Bilder der Katastrophenregionen geliefert. Dabei konnten wir auch zahlreiche Minen aus Kriegszeiten lokalisieren.“

Neue Möglichkeiten für Rettungskräfte retten Leben
Besonders die Stadt Orasje im Nord-Osten Bosniens war vom Hochwasser betroffen. Tausende Menschen verloren ihr Zuhause, viele waren von der Außenwelt abgeschnitten. Erste Versuche, das Wasser abzupumpen, blieben erfolglos. Die Situation vor Ort verbesserte sich kaum. Erst eine Drohne, eingesetzt vom sogenannten Belgian First Aid and Support Team (B-FAST) des Belgischen Militärs, fand einen Dammbruch, der das Abpumpen unmöglich machte.
In der Stadt Maglaj und Umgebung hatten Erdrutsche ganze Minenfelder verschoben. Die Menschen konnten sich nicht mehr gefahrlos frei bewegen. Zudem war der Einsatz der Retter am Boden zu riskant. Es hätte Tage gedauert, bis die lebensnotwendige Hilfe bei den Menschen ankommt. Aus der Luft wurden daraufhin detaillierte 3D-Aufnahmen erstellt, die halfen, die Verschiebungen der Minenfelder zu berechnen. In bis zu 23 Kilometern Entfernung von ihrer ursprünglichen Position wurden Minen gefunden. Die Unterstützung aus der Luft war in diesem Fall eine erhebliche Hilfe für den Einsatz im Katastrophengebiet. „Ein zweistündiger Einsatz der Drohne sparte dem Rettungsteam drei Tage“, kommentierte das B-FAST-Team vor Ort.


Hohe Ansprüche durch schweres Gelände
Das unzugängliche Gelände in Hochwassergebieten ist nicht nur für die Hilfskräfte problematisch, es stellt auch besondere Anforderungen an die Drohnen: Lange Flugzeiten und die Möglichkeit, auf engem Raum zu operieren, waren zwingende Voraussetzungen. Die in diesem Fall eingesetzten Quadrocopter md4-1000 sind leicht zu steuern oder können mittels GPS selbsttätig Wegpunkte abfliegen – bis zu 88 Minuten am Stück. Sie sind Teil zweier EU-Projekte: Bei ICARUS werden Werkzeuge entwickelt, die Rettungsteams in Krisengebieten helfen sollen, Überlebende zu finden. Dazu gehören unbemannte Fahrzeuge für den Einsatz am Boden, in der Luft und im Wasser. Die Lösungen des Projekts TIRAMISU hingegen sind speziell auf die Suche nach Minen ausgelegt. Für beide Projekte haben sich die Quadrocopter im Ernstfall bewährt.

UN setzt nach erfolgreichem Einsatz erneut auf Drohnen
Inzwischen haben auch die Vereinten Nationen den Erfolg der deutschen Drohnen bei ICARUS und TIRAMISU ausgewertet: In der Folge ist die Drohne md4-1000 bereits wieder im Einsatz. In Bosnien und Kroatien unterstützen die detaillierten Luftaufnahmen die Teams erneut bei der Minenräumung. Haris Balta sagt: „Die bisherigen Missionen, die unmittelbar nach dem Hochwasser stattgefunden haben, sind von so vielen lokalen Behörden und Endanwendern als hilfreich anerkannt worden, dass sie uns gebeten haben, auch die neue Mission der Vereinten Nationen zu unterstützen.“ Gerade in schwer zugänglichen oder aufgrund der Minen zu gefährlichen Gebieten sei durch den Drohnen-Einsatz eine wesentlich präzisere und schnellere Hilfe für die Betroffenen möglich.

http://www.microdrones.com

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