Stmk: Neue Magirus-Drehleiter für steirisches Salzkammergut → vier Gemeinden kooperieren

Eingeleitet von einem Feuerwehrkorso mit alten und neuen Fahrzeugen aus den beiden Abschnitten, begleitet von den beiden Feuerwehrmusikkapellen Lupitsch und Strassen marschierten 221 Feuerwehrkameradinnen und -kameraden mitten am Kurhausplatz auf, um in einem kleinen Festakt für diese Großinvestition auch den göttlichen Segen zu holen. Ermöglicht wurde die Ersatzbeschaffung der alten Drehleiter durch das Zusammenspiel von Land Steiermark, Landesfeuerwehrverband Steiermark und den vier Gemeinden des steirischen Salzkammergutes, wobei das Zusammenwirken von vier Gemeinden über Abschnittsebene hinaus eine Rarität in der Steiermark darstellt. Meistens trägt die Stützpunktgemeinde des Fahrzeuges die Kosten, aber bereits vor 25 Jahren wurde dieses Modell, damals noch mit sechs Gemeinden schon erfolgreich gestartet und nun fortgesetzt.

Eine weitere, schöne Besonderheit waren die vier Patinnen, die Gattinnen der Bürgermeister erklärten sich bereit, dieses ehrenvolle Amt zu übernehmen, Waltraud Loitzl – Altaussee, Maria Frosch – Bad Aussee, Heidi Neuper – Bad Mitterndorf und Michaela Steinegger – Grundlsee. Sie überstrahlten in diesem Festakt die Narzissenhoheiten bei weitem. Pfarrer Dr. Michael Unger nahm die Segnung vor und erbat den Schutz des heiligen Florian.
Eine weitere Besonderheit dieser Feier war wohl das große Interesse der Bevölkerung und der Gäste, sie machten den kurhausplatz zu einem wahren Stadion und zeigten damit den vielen freiwilligen Helfern, wie dankbar man für Ihre Arbeit ist. Aber auch die angetretenen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden waren begeistert welche große Anzahl von Gästen diese Feierlichkeit würdig umrahmten.

Technische Informationen

Es ist eine Drehleiter der Firma Margirus Lohr GmbH mit der Bezeichnung DLK 23/12, das heißt bei einem waagrechten Abstand des Korbes von der Mitte des Fahrzeuges kann er in die lotrechte Höhe von 23 Meter gelangen. Die max. Arbeitshöhe des Korbes beträgt 32,3 Meter und richtet sich je nach Korbbeladung und seitliche Ausladung.
Der Drehleiterpark ist aufgebaut auf einem Fahrgestell Mercedes Atego 1627 F mit 272 PS und einem zulässigen Gesamtgewicht von 16 Tonnen. Das Fahrzeug verfügt über ein Automatikgetriebe und ist zusätzlich mit Schleuderketten ausgestattet.

Zusätzlich verfügt dieses auf dem neuesten Stand der Technik basierenden Fahrzeug über insgesamt sechs Kameras, welche es dem Maschinisten bereits auf der Anfahrt ermöglichen, die Drehleiter richtig zu platzieren, z.B. dass im Abstützbereich kein Kanaldeckel ist. Auch am Korb ist vorne eine Kamera angebracht, sodass er auch bei der Bedienung vom Steuerstand das aktuelle Bild von oben sieht.

Der vordere Teil des Leiterparks mit 4,7 Meter ist als Gelenkteil ausgeführt und 75 Grad schwenkbar, da heißt, man kann über den Dachvorsprung auch zu Dachgaupen gelangen. An der Spitze ist der Rettungskorb, welcher ein Nutzlast von 400 kg hat. Daran sind je nach Einsatz verschiedenste Gerätschaften anzubringen. Zum einen gibt es eine Krankentrage, einen Wasserwerfer, Scheinwerfer zur Ausleuchtung, Aufnahmevorrichtung für Lüfter, Aufnahme zur Sicherung von Höhenrettungsgeräten, z.B. zur Sicherung von Einsatzkräften bei Arbeiten auf Dächern.

Dieses Fahrzeug wurde im Rahmen eines Gesamtkonzeptes für die Steiermark von der Technikabteilung des Landesfeuerwehrverbandes, als Teil eines Rahmenauftrages für 15 Fahrzeuge, ausgeschrieben. Als Bestbieter ging die Fa. Magirus-Lohr hervor, wo das Fahrzeug im Juli 2018 auch bestellt wurde.
Die Kosten diese Fahrzeuges belaufen sich auf ca. 700.000 Euro, welche mit 480.000 Euro vom Land Steiermark und vom Landes-Feuerwehrverband Steiermark aus Feuerschutzsteuermitteln unterstützt wurde. Der Restbetrag von 220.000 Euro wurde, und dies ist eine Novität in der Steiermark, von den vier zuständigen Gemeinden, in Aufteilung nach dem derzeit gültigen Kanalschlüssel, aufgebracht.
Ein großer Dank ergeht hier, seitens der Feuerwehren an alle beteiligten Stellen im Landesfeuerwehrinspektorat, in der Technikabteilung des Landesfeuerwehrverbandes aber auch an die vier Bürgermeister unserer Gemeinden. Dies Kostenübernahme hat nicht nur die Anschaffung gewährleistet, auch die Erhaltungs- und Betriebskosten werden nach diesen Angaben aufgeteilt.

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